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Osterode Härtetest bei Operation Walpurgis
Die Region Osterode Härtetest bei Operation Walpurgis
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09:00 05.02.2020
Die Versorgung von Betroffenen stand im Mittelpunkt. Quelle: Martin Müller / DRK
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Osterode

Das Szenario: „Es hört nicht auf zu schneien, in mehreren Regionen Deutschlands sind die Schäden so massiv, dass die Infrastruktur zusammenbricht. Viele Orte sind von der Außenwelt abgeschnitten, der Verkehr ist teilweise zum Erliegen gekommen, und die medizinische Versorgung der Bevölkerung kann nicht in allen Gebieten sichergestellt werden. In Niedersachsen wird unter anderem im Landkreis Göttingen der Eintritt des Katastrophenfalls festgestellt.“

Obwohl bei der derzeitigen warmen Witterung an eine solche Bedrohungslage nicht zu denken ist, beschäftigten sich am vergangenen Wochenende zahlreiche Einheiten des Zivil- und Katastrophenschutzes in einer bundeslandübergreifenden Katastrophenschutzübung auf dem Gelände der Osteroder Eulenburg damit. „Da war richtig was los“, freut sich Inhaber Rolf Grönig über das Geschehen auf dem Gelände der alten Industrieanlage und natürlich die damit verbundene Werbung für Osterode.

Großangelegte Übung

„Operation Walpurgis“ war die großangelegte Übung überschrieben, an der mehr als 120 Einsatzkräfte mit jeder Menge Material teilnahmen. Thema war die „autarke Einsatz- und Durchhaltefähigkeit einer Medizinischen Task Force unter erschwerten Bedingungen in Zusammenwirken mit weiteren Einheiten des Zivil- und Katastrophenschutzes“.

„Dynamische Schadenslagen können die Unterstützung überörtlicher Einheiten nicht nur über die Landkreisgrenzen, sondern auch über die Landesgrenzen hinweg erforderlich machen“, begründet der ausrichtende Katastrophenschutz Mecklenburg-Vorpommern die Übung. Für eine effektive Bewältigung einer Schadenslage sei die Zusammenarbeit verschiedener Akteure unabdingbar.

Krankenhäuser nicht erreichbar

Angenommen wurde, dass der Rettungsdienst aufgrund der Witterung ausgelastet ist, Transporte zu Kliniken teilweise nicht erfolgen können und einige Krankenhäuser nicht erreichbar sind. Deswegen erfolgte ein Hilfeersuchen des Ministeriums für Inneres und Sport des Landes Niedersachsen über das gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ) an die Bundesländer Deutschlands.

Zwei Tage später trafen in Osterode die ersten Einheiten ein und machten sich mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut, um den Aufbau notwendiger Strukturen einzuleiten. Es folgte die Einweisung der Einsatzkräfte in ein Patientensimulationssystem, begleitet von Kraftfahrzeugschulungen. Dann wurden die Patienten in sanitärdienstlichen Einrichtungen entsprechend der Verletzungsmuster versorgt und betreut. Der Rückbau aller Strukturen erfolgte dann anschließend.

Zusammenarbeit verschiedener Einheiten

Wie die Organisatoren erläutern war Ziel der Übung, unter Verwendung der vorhandenen Zivil- und Katastrophenschutzeinheiten eine Einheit zusammenzustellen, die einen nahezu autarken Einsatz einer Kernkomponente ermöglicht. Im Vordergrund standen dabei die Zusammenarbeit verschiedener Einheiten aus unterschiedlichen Organisationen und Bundesländern.

Bei der Übung arbeiteten erstmalig zahlreiche Behörden, Organisationen und Einheiten des Zivil- und Katastrophenschutzes des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit Bevölkerungsschutzeinheiten aus den Bundesländern Niedersachsen und Hessen über eine große Zeitspanne zusammen.

Beteiligt an der Großübung waren unter anderem die Medizinische Task Force aus Mecklenburg-Vorpommern, ein Betreuungszug des Katastrophenschutzes, eine Dekontaminierungsstaffel, die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, das Landesamt für Zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz Mecklenburg-Vorpommern, mehrere Landkreise, der DRK-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern und das DRK Osterode.

Sehr viele Kontakte sind entstanden

„Insgesamt war es eine sehr gut vorbereite Übung“, so Martin Müller, stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter des DRK Osterode. Aus dem Kreisverband Osterode des Roten Kreuzes waren 17 Einsatzkräfte mit Verletztendarstellern beteiligt. Aus dem DRK Kreisverband Göttingen/Northeim waren neun Teilnehmer für das Kreisauskunftsbüro tätig, das die Aufgabe hatte, alle Personalien zu verarbeiten und mit den Daten in Mecklenburg-Vorpommern abzugleichen. Ferner waren zwei Gerätewagen vom Sanitätsdienst aus Kassel mit dabei. Müller: „Aus der Übung sind sehr viele Kontakte entstanden, so dass wir sicherlich auf das Angebot zurückkommen, in Mecklenburg-Vorpommern eine Übung abzuhalten.“

Im Vorfeld hatten die Organisatoren den Kontakt mit dem Betreiber der Eulenburg Rolf Grönig aufgenommen, weil das weitläufige Gelände mit Industriedenkmal und Campingplatz optimale Bedingungen für die Übung bot. Die meisten Einsatzkräfte hatten dann auch auf der Eulenburg übernachtet. In den vergangenen Jahren haben bundesweite Einheiten des THW das Gelände immer wieder für ihre Aufenthalte in Osterode genutzt.

Von Michael Paetzold

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