Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Osterode Biker sammeln 22 300 Euro für Kinderhospiz
Die Region Osterode Biker sammeln 22 300 Euro für Kinderhospiz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:24 28.07.2019
Die Biker mit den Mitarbeitern des Hospizes in Tambach.  Quelle: Zinram
Anzeige
Bad Lauterberg

Bei der diesjährigen Benefiz-Motorradausfahrt im Rahmen des Human Biker Days am 26. Mai kamen insgesamt 23  300 Euro zusammen – davon kamen 1000 Euro regionalen Organisationen zugute, die restlichen 22 300 Euro wurden jetzt von den HBD-Mitgliedern um Matthias Weitzel an die Verantwortlichen des Kinderhospizes Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz überreicht. Organisator Weitzel fuhr eigens für die symbolische Scheckübergabe mit einigen Mitgliedern in den Thüringer Wald – und um sich zudem ein Bild über die neusten Veränderungen des Kinderhospizes zu machen.

Auch der Bürgermeister der Stadt Bad Lauterberg, Dr. Thomas Gans, beteiligte sich in diesem Jahr an der Fahrt zum Kinderhospiz und erklärte, dass er sich sehr darüber freue, dass es in diesem Jahr geklappt habe. Die Vereinsmitglieder wurden von Marcus Köhler vom Hospiz in Empfang genommen. Neben einem kleinen Grillimbiss blieb vor der Besichtigung der Einrichtung noch ein wenig Zeit, um sich auszutauschen.

Nach dem Imbiss führte Franka Bennewitz durch das Haus. Zu Beginn erklärte sie, dass das Gebäude zuvor zur Thüringer Wasserversorgung gehörte, die im Jahr 2011 nach Erfurt gezogen ist. Nach der Besichtigung des Gebäudes habe festgestanden, dass hier das Kinderhospiz entstehen soll. „Hier ist der Standort, den wir immer gesucht haben“, betonte Bennewitz in Bezug auf die Abgeschiedenheit des Hospizes. Man müsse sich darüber im Klaren sein, dass die Krankheiten der hier versorgten Kinder nicht heilbar seien und eine solche Einrichtungen der Entlastung der Eltern dienen. Es werde ein umfassendes Programm angeboten, wobei die Eltern insbesondere bei Outdooraktivitäten und Ausflügen auf andere Gedanken kommen könnten.

„Man muss wissen, was einen erwartet“, sagte Bennewitz auf die Frage, ob es ihr manchmal schwer falle, im Hospiz zu arbeiten. Man müsse sich immer wieder bewusst machen, dass man die Kinder nicht heilen, ihnen die letzte Zeit aber besonders schön gestalten könne. „Der Fokus liegt immer auf dem kranken Kind“, erklärte sie. Da jeder Fall anders sei, sei es umso wichtiger, dass man besonders in schwierigen Zeiten flexibel ist und niemanden ausschließe.

Verarbeitung der Trauer

Zur Einrichtung gehört eine Wand, an der selbst gebastelte Blätter hängen – mit Namen, Fotos und Geburtsdaten der Kinder, die in Tambach-Dietharz zu Gast waren. Das ist ein Ritual: Die Kinder, die in das Hospiz kommen, gestalten ihr eigenes Blatt, das an der Gästewand hängt. Versterben die Kinder, können ihre Eltern das Blatt in einer Gedenkveranstaltung an den Abschiedsbaum hängen. Für viele Kinder ist das Basteln des Blattes das erste Mal, dass sie sich mit ihrem eigenen Tod auseinandersetzen. Aus diesem Grund bezeichnet Bennewitz das Erstellen und Auf- wie auch Umhängen der Blätter als Art der Verarbeitung.

Damit sich Eltern und Kinder kreativ ausleben können – auch in Begleitung einer Pädagogin – hält die Einrichtung unter anderem einen Kreativraum vor. Ferner gibt es ein Sternenstundenhaus und ein Tipi im Außenbereich.

Man wolle in der Einrichtung ein heimisches Gefühl schaffen und den Anwesenden möglichst viele Wege ins Freie ermöglichen, etwa durch Ausflüge – oder eben durch zahlreiche Fenster, die die Räume mit Licht durchfluten.

Bennewitz führte die Besucher unter anderem in den sogenannten Abschiedsraum. Hier haben die Eltern die Möglichkeit, ihr Kind in der finalen Phase bis in den Tod zu begleiten, erklärte sie. Der Raum ist hell und freundlich. Bennewitz erklärte den Bikern, dass die Mitarbeiter des Hospizes vor allem in dieser Zeit viele Gespräche mit den Angehörigen führen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dabei sei es besonders wichtig, dass es vor allem die Eltern seien, die diese letzte Phase ihres Kindes bestimmen. Auch ein Abschiedsgarten für die Eltern ist vorhanden.

Die Planungen für Erweiterungen seien noch nicht abgeschlossen, erklärte Bennewitz. So sollen in Zukunft vier Elternwohneinheiten und ein Empfangsbereich entstehen. Die Familienzimmer seien wichtig, da es bereits Fälle gab, in denen Kinder nicht nach Tambach-Dietharz kommen konnten, da es für ihre Familien keine Unterbringungsmöglichkeit gab. Die Kinder, die das Hospiz besuchen, benötigen rund um die Uhr Betreuung. Die Krankenkasse übernimmt davon umgerechnet etwa sechs Stunden am Tag. Die Betreuung der Angehörigen wird indes von den Kassen gar nicht getragen, weshalb das Kinderhospiz Mitteldeutschland weiterhin auf Spenden angewiesen ist.

Von Tom Zinram

Das Märchental in Bad Grund hat neue Pächter: Sarah Hoffmann und Gordon Dammeyer haben die touristische Einrichtung in der Bergstadt übernommen und wollen sie vor den Herbstferien am 27. September wiedereröffnen.

25.07.2019

Ein tragischer Unglücksfall führte zum Tod des am Sonntagnachmittag von der Feuerwehr Herzberg aus dem Mühlengraben geborgenen 83-jährigen Mannes. Hinweise auf ein Fremdverschulden wurden laut Polizei nicht gefunden.

25.07.2019
Osterode Warnung vor Betrügern in Osterode - Falsche Polizisten am Telefon

Falsche Polizeibeamte haben am Mittwoch Bürger im Stadtgebiet Osterode angerufen und versucht, Informationen über im Haus oder der Wohnung aufbewahrte Wertsachen oder auch Tresore zu erlangen.

24.07.2019