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Osterode Harzer Nationalpark bietet fast 1000 Veranstaltungen
Die Region Osterode Harzer Nationalpark bietet fast 1000 Veranstaltungen
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18:03 07.01.2019
Der Nationalpark Harz von der Magdeburger Hütte bei Altenau in Niedersachsen gesehen. Quelle: dpa
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St. Andreasberg

Das Naturerlebnis-Programm 2019 des Nationalparks Harz steht ab sofort auf der Nationalpark-Webseite online zur Verfügung. Demnächst ist es auch in Druckform erhältlich. Auch in diesem Jahr können die Gäste wieder an fast 1000 Terminen und Veranstaltungen teilnehmen. Für Naturbegeisterte gibt es im Nationalpark Harz zusammen mit Nationalpark-Rangern, Förstern und den Mitarbeitern der Nationalparkhäuser zu allen Jahreszeiten viel zu entdecken. Fledermaus-Exkursionen, Tierspurensuche oder ein Naturerlebnis für die ganze Familie – thematisch ist für jeden etwas dabei. Das Naturerlebnis-Programm reicht von geführten Wanderungen über themenbezogene Erlebnistouren bis hin zu besonderen Events wie der Kunstausstellung „Natur – Mensch“.

Auch in diesem Jahr hat der Nationalpark einen inhaltlichen Schwerpunkt auf das Thema „Der Nationalparkwald auf dem Weg zur Wildnis“ gelegt, denn mit dem fortschreitenden Waldwandel mehren sich die Fragen der Besucher dazu. Im Vorwort schreibt Andreas Pusch Leiter des Nationalparks Harz: „Ausgedehnte Wälder im Wandel zur Wildnis, bizarre Felsen, jahrtausendealte Moore, ursprüngliche Bachläufe und der majestätische Brocken mit seiner Höhe von 1.141 Metern. All dies macht die ‚sagenumwobene Bergwildnis’ des Nationalparks Harz aus.“

97 Prozent der Nationalparkfläche sind mit Wald bedeckt

Er ist einer der größten deutschen Waldnationalparke und war der erste länderübergreifende Nationalpark Deutschlands. 97 Prozent der Nationalparkfläche sind mit Wald bedeckt. Und mit nahezu 25.000 Hektar Fläche nimmt er rund 10 Prozent der Gesamtfläche des Harzes ein, erläutert Pusch. Weiter schreibt er: „Unsere Besucherinnen und Besucher stellen uns aktuell viele Fragen zum Zustand des Waldes. Scheinbar abgestorbene Waldbereiche im Nationalpark sind zunächst ein befremdlicher Anblick. Aber auch wenn hier viele tote Bäume zu sehen sind, ist dieser Wald so lebendig und dynamisch wie selten zuvor.“

Getreu dem Nationalpark-Motto „Natur Natur sein lassen“ darf sich die Natur in großen Teilen des Nationalparks Harz frei entfalten. So haben Besucher die seltene Gelegenheit, den Waldwandel vom ehemaligen Nutzwald hin zur neuen Wildnis in all seinen Facetten zu beobachten. Auffälligster Beweis für den Übergang vom Menschen geprägter Fichtenforste zum wilden Naturwald sind die grauen Silhouetten abgestorbener Fichten. Im Nationalparkgebiet ragen sie aktuell an vielen Stellen in den Himmel oder liegen teilweise wild übereinander am Boden. Im Gegensatz zum Wirtschaftswald werden diese Stämme in der Nationalpark-Kernzone nicht für die menschliche Nutzung entnommen, sondern dürfen der Natur als Fundament für eine neue Waldgeneration dienen.

Stehendes und liegendes Totholz ist eine wichtige Grundlage für die Artenvielfalt, erfährt der Leser im Programmheft. Schätzungsweise 20 bis 30 Prozent der im Wald lebenden Arten sind darauf angewiesen. Es ist zum Beispiel wichtige Nahrungsquelle für viele Pilze, Insekten und Mikroorganismen. Zwischen den liegen gebliebenen Stämmen finden z.B. Amphibien, Reptilien und Säugetiere wie Wildkatze oder Luchs Unterschlupf. Aber auch eine neue Generation von Bäumen kann hier geschützt vor hungrigen Tieren besser gedeihen. Die Sämlinge der Fichte wachsen gern direkt auf den morschen Stämmen. Je nach Höhenlage schlagen zudem auch wieder verschiedene Laubbäume Wurzeln. Stehendes Totholz bietet vielen seltenen Tieren Nahrung und Unterkunft. So finden beispielsweise Fledermäuse, Spechte oder der winzige Sperlingskauz hier Quartier und Nahrung.

Borkenkäfer dürfen der Natur im Nationalpark beim Wandel helfen

Nach Kahlschlägen durch Bergbau und die Reparationshiebe nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Fichten als schnell wachsende Holzlieferanten im Harz flächendeckend angepflanzt. Von Natur aus würden sie hier erst oberhalb von 700 Höhenmetern wachsen. Wärme, Trockenheit, Stürme und Luftverschmutzung setzen den Fichten aktuell zu. Das macht sie anfällig für den Buchdrucker – einen Borkenkäfer, dessen Larven unter der Rinde fressen. Bei sehr warmer Witterung kann sich der Buchdrucker in reinen, gleichaltrigen Fichtenbeständen massenhaft vermehren und bringt die Bäume zum Absterben.

In großen Teilen des Nationalparks Harz werden Borkenkäfer trotzdem nicht bekämpft. Sie dürfen der Natur dabei helfen, aus ehemals bewirtschafteten Forsten wieder natürliche, wilde Wälder mit einer Vielfalt an Strukturen entstehen zu lassen. Nur an der Nationalparkgrenze werden Maßnahmen ergriffen, um angrenzende Wirtschaftswälder zu schützen. Dort, wo natürlicherweise Laubwald wachsen würde, werden im Nationalpark Buchen gepflanzt.

In besonders stark frequentierten Bereichen an Straßen und entlang der Schienen der Harzer Schmalspurbahnen werden auch in der Kernzone Bäume gefällt. Dies geschieht aus Verkehrssicherungsgründen und sieht kurzzeitig leider nicht immer schön aus. Aber innerhalb weniger Jahre wachsen zwischen den Stämmen junge Bäume nach. Wegen der großen Bedeutung von Totholz für die Artenvielfalt werden die gefällten Bäume nicht entfernt. Die über Jahrzehnte langsam vermodernden Totholzstämme bieten Nahrung, Unterschlupf und Dünger für die Artenvielfalt im neuen wilden Wald. Teilweise werden die Bäume auf halber Höhe abgeschnitten, damit auch stehendes Totholz im Wald verbleibt.

An verschiedenen Beispielen, wie z.B. auf dem Bruchberg entlang des Clausthaler Flutgrabens oder am Meineberg bei Ilsenburg kann man bereits sehen, wie schnell die natürliche Waldentwicklung voran schreitet. Noch vor wenigen Jahren ragten auch hier die abgestorbenen Fichten in den Himmel. Doch der scheinbar „tote“ Wald war nur ein kurzer Zwischenschritt auf dem Weg zum Naturwald. Zwischen zerfallenden Stämmen bilden nun je nach Höhenlage Laubbäume oder natürlich gewachsene junge Fichten vielfältige und strukturreiche Lebensräume für verschiedenste, zum Teil sehr seltene Arten.

Das Team vom Nationalpark lädt Naturinteressierte ein: „Nutzen Sie bei Ihrem Besuch im Nationalpark Harz die seltene Gelegenheit, der Natur bei ihrem einzigartigen Wandel zur Wildnis über die Schulter zu schauen. Wenn Sie mehr über das Thema Waldentwicklung und den Wandel zur Wildnis wissen wollen, nutzen Sie die Angebote aus diesem Naturerlebnisprogramm: Gehen Sie mit unseren Nationalpark-Rangern und Fachleuten auf Tour, erkunden Sie unsere Erlebnispfade und besuchen Sie unsere Nationalparkhäuser und Besucherzentren.“

In der Rubrik „Veranstaltungen“ auf der Nationalpark-Webseite werden in den nächsten Tagen alle Termine chronologisch geordnet eingestellt. Auch eine Auswahl nach Ort oder Veranstaltungstyp ist auf der Plattform möglich. Zur besseren Planung können die Termine zudem direkt in den Handy- oder Outlook-Kalender geladen werden. Eine Kartenübersicht macht das Finden des Veranstaltungstreffpunkts noch einfacher.

Von Martin Baumgartner

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