Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Osterode Explosion in der Fußgängerzone
Die Region Osterode Explosion in der Fußgängerzone
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 27.02.2017
Quelle: r
Anzeige
Herzberg

Eine Explosion hat sich am späten Mittwochabend in der Herzberger Fußgängerzone im Bereich des Sparkassen-Gebäudes ereignet. Unbekannte Täter haben dort laut Polizei eine Art Rohrbombe gezündet. Durch die Wucht der umherfliegenden Teile und Splitter wurden drei Fensterscheiben an umliegenden Gebäuden und die Tür des Hauses beschädigt, das gegenüber der Explosionsstelle steht. Menschen wurden nicht verletzt. Der Schaden wird auf rund 5 000 Euro geschätzt.

Die Polizei hat strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen. Ein staatsschutzrelevanter oder terroristischer Hintergrund wird ausgeschlossen. Die Polizei geht nicht von einer gezielten oder gar gegen Menschen gerichteten Aktion aus, sagte Polizeisprecher Frank Grube. Es werde wegen Sachbeschädigung ermittelt. Gleichwohl sei eine Gefährdung von Menschen durch die Explosion nicht auszuschließen. „Bei der Wucht der Detonation kann es als wahrscheinlich angesehen werden, dass Personen hätten zu Schaden kommen können.“

Anzeige

Sprengsatz mit „Polen-Böllern“

Die Polizei nimmt an, dass der Sprengsatz mit sogenannten „Polen-Böllern“ versehen war. Er hat demnach aus einem Rohr bestanden, in das die Feuerwerkskörper gesteckt waren. Bei der Detonation seien Metallstücke in einem Radius von rund 18 Metern umhergeschleudert worden. Gegen 21.43 Uhr hatte ein Zeuge nach einem lauten Knall drei junge männliche Personen vom Ort des Geschehens in Richtung des Juessees weglaufen sehen. Er alarmierte über den Notruf die Polizei. Die weggelaufenen Personen wurden nicht gefunden.

Eine Mitarbeiterin des Betriebs, der sein Büro in dem Gebäude hat, dessen Tür und Fenster bei der Explosion beschädigt wurden, schilderte unserer Zeitung, wie sie die Schäden am nächsten Morgen entdeckt hat. Als sie das Büro betrat, stellte sie fest, dass auch die rückwärtige Scheibe des Zimmers von einem nicht ganz fingerlangen Metallstück getroffen worden war. Das Projektil hatte also eine solche Wucht, dass es die Scheibe zur Straßenfront durchschlug, quer durch den Raum flog und dann gegen die hintere Scheibe prallte. Dort, neben einer Telefonanlage, habe das Metallteil gelegen.

Von Martin Baumgartner