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Osterode Starke Ausbreitung: Jäger im Landkreis Göttingen nehmen Waschbären ins Visier
Die Region Osterode Starke Ausbreitung: Jäger im Landkreis Göttingen nehmen Waschbären ins Visier
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09:19 13.02.2020
Waschbären breiten sich stark aus in Deutschland. Quelle: dpa
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Göttingen

Für den Landkreis Göttingen weist der Landesjagdbericht „Wild und Jagd 2018/2019“ der Landesjägerschaft Niedersachsen eine Waschbärstrecke von 2463 erlegten Tieren aus, laut Karl Schumann, Vorsitzender der Jägerschaft Osterode, ein deutliches Indiz für eine große Population im Berichtsgebiet. Der Landkreis Göttingen führt damit die Liste der Jagdstrecken in Niedersachsen deutlich an, gefolgt vom Landkreis Northeim mit 1700 und Landkreis Lüchow-Dannenberg mit 1530 erlegten Tieren.

Laut EU-Verordnung wird der Waschbär als invasive gebietsfremde Art eingestuft, die die Biodiversität, die Vielfalt der Lebensräume, Arten und Gene gefährdet. Die geschickten Jäger, die sich durch eine einzigartige Wahrnehmung des Tastsinns über die Vorderpfoten auszeichnen, zudem durch ein ausgeprägtes Lern- und Erinnerungsvermögen, machen als versierte Kletterer vor nichts halt: Baumbrütende Tiere, Singvögel, Niederwild und deren Gelege, Fledermäuse, Jungtiere sowie Greifvogelnester plündern sie und verursachen zudem wirtschaftlichen Schaden an Nutzpflanzen. Auch im urbanen Raum genießen sie ihr Leben in vollen Zügen.

Jagdschein reicht nicht

„Die Jagd mit der Lebendfalle und der Waffe ist unerlässlich, um die Ziele der EU-Verordnung in unserer Region erfolgreich zu erreichen und der unkontrollierten Verbreitung der Art mit vielen nachteiligen Folgen für die Ökosysteme und die biologische Vielfalt entgegenzuwirken“, so Schumann.

Waschbären sind nicht niedlich“, sagt Friedhart Knolle vom BUND-Regionalverband Westharz und Sprecher des Nationalparks und tritt der landläufigen Meinung entgegen. Er sieht ebenso wie Schumann dringenden Handlungsbedarf. Es werde bei der hohen Reproduktionsrate nicht gelingen, die Art wieder loszuwerden, aber die Bestände zu regulieren, das müsse erreicht werden. Da für die Fangjagd der Jagdschein allein nicht ausreicht, bietet die Jägerschaft Osterode regelmäßig Kurse an, bei denen die Sachkunde für die Fangjagd erworben werden kann.

Lesen Sie auch: Ungebetene Gäste: Waschbären in der Region

Kommentar

Große Strecke, große Population

von Michael Paetzold

Ihre Vorzüge genossen schon die Trapper in der nordamerikanischen Wildnis, denn die typischen Waschbärmützen sind nicht nur kleidsam, sondern halten bei ärgster Kälte Kopf und Ohren warm. Derartige Fellmützen, das mag makaber klingen, fertigt der Kürschner bei uns auch heute noch, und sie sind begehrt. Der Waschbär selbst dagegen weniger.

Das Thema Waschbären bewegt Jäger und Umweltschützer gleichermaßen, denn die so putzig daherkommenden Kleinbären (Nyctereutes procyonides), die dokumentiert erstmals im Jahr 1934 am Edersee in Hessen ausgewildert wurden, sind mit großer Fruchtbarkeit gesegnet. Sie vermehren sich rasant und sorgen für immensen Schaden in der Natur. Deshalb werden sie bejagt, durch Abschuss und mit Lebendfallen.

Michael Paetzold Quelle: Michael Paetzold

Von Michael Paetzold

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