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Osterode Kevin Kühnert: Kinder stärker in Entscheidungen einbinden
Die Region Osterode Kevin Kühnert: Kinder stärker in Entscheidungen einbinden
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17:48 05.07.2018
Der Bundesvorsitzende der Jusos, Kevin Kühnert (stehend), bei der Diskussionsveranstaltung zum Thema, wie man Kinder und Jugendliche besser in Entscheidungsprozesse in den Kommunen einbeziehen kann. Quelle: Herma Niemann
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Teilhabe sei der feste Wille, jedem dauerhaft die Möglichkeit zu geben, sich zu beteiligen, erklärte der Bundesvorsitzende der Jusos, Kevin Kühnert, bei einer Diskussionsveranstaltung am Mittwochabend. Die SPD-Jugendorganisation (Jusos) Herzberg/Hattorf hatten Kühnert dazu eingeladen. Schwerpunktthema war die Jugendarbeit und vor allem die stärkere Einbindung von Kindern und Jugendlichen in Entscheidungsprozesse in den Kommunen.

Kinder und Jugendliche seien eine spezielle Gruppe, die zwar dieselben Rechte wie andere Menschen auch hätten, aufgrund von Gesetzen aber nicht die Möglichkeiten haben, aktiv Einfluss zu nehmen, erläuterte Kühnert. Und das, obwohl jedes Thema in den Kommunen nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Kinder betreffe. „Die Anliegen und Interessen der Kinder fallen meistens hinten runter“, sagte Kühnert. „Deshalb brauchen wir andere Strukturen.“

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Kinder- und Jugendparlament

Wegen des Alters und natürlich auch wegen ihrer Körpergröße hätten Kinder automatisch einen anderen Blickwinkel auf bestimmte Dinge. In seinem Bezirk Tempelhof-Schöneberg in Berlin gebe es zum Beispiel ein auf ein Jahr gewähltes Kinder- und Jugendparlament. Die Mitglieder des Parlaments werden von Anfang an mit in die kommunalpolitische Struktur eingebunden, angefangen bei der Antragstellung bis hin zur Teilnahme an Ausschusssitzungen, was neue Herausforderungen aufgrund von Sprachbarrieren zum Beispiel bei Bauprojekten schaffe. Regelmäßige Schulungen sollen die Erwachsenen dabei in kindgerechter Sprache üben. „Ob Spielplätze, Parkanlagen oder der Bau von Radwegen – nichts ist schlimmer, als viel Geld für etwas aufzugeben, was hinterher an den Wünschen der eigentlichen Nutzer vorbeigeht“, betonte Kühnert.

Kevin Kühnert auf Twitter

Hauptamtlich für Kinder- und Jugendbelange

In Berlin sei es inzwischen so, dass in jedem Bezirk eine hauptamtliche Stelle für Kinder- und Jugendbelange geschaffen werden muss, die auch finanziert wird. „Das sollte es einem auch wert sein. Verwaltungsangestellte der Kommunen arbeiten ja auch nicht umsonst.“ Wie das im Einzelnen ausgeführt werde, sei unterschiedlich. Das könne zum Beispiel eine Stelle innerhalb der Verwaltung sein oder auch ein externes Büro, das über einen freien Träger und vielleicht auch zusätzliche Fördermittel finanziert werden kann.

Werbung gegen Populismus

„Wir sind stolz, nach nur dreieinhalb Monaten unseres Bestehens schon einen Bundesvorsitzenden bei uns zu Gast zu haben“, sagte Steffen Fuhse, Vorsitzender der Jusos Herzberg/Hattorf, die sich gerade für einen Jugendbeirat in Herzberg stark machen. „Wenn man es ernst meint mit der Stärkung des ländlichen Raums, dann muss man den Jugendlichen auch Perspektiven vor Ort schaffen und sich für deren Belange einsetzen.“ Zudem sei das auch die beste Werbung gegen Populismus.

Von Michael Brakemeier