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Osterode Brandstifter aus Neuhof soll Feuerwehrmann sein: Kreisfeuerwehrverband spricht von Einzelfall
Die Region Osterode Brandstifter aus Neuhof soll Feuerwehrmann sein: Kreisfeuerwehrverband spricht von Einzelfall
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13:11 24.12.2019
Mitte Dezember hatte es in Neuhof erneut gebrannt. Strohballen fingen Feuer. Quelle: R / Dennis Klinke / Feuerwehr Bad Sachsa
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Göttingen

Feuerwehrleute und Sanitäter genießen in Deutschland höchstes Vertrauen. Das betont Martin Willing, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Göttingen, in einer aktuellen Stellungnahme. Anlass ist die Festnahme des mutmaßlichen Feuerteufels, der für die Brandserie in Neuhof verantwortlich sein könnte, die Polizei, Feuerwehren und Anwohner drei Monate lang in Atem gehalten hat.

Bei dem Tatverdächtigen soll es sich um einen Feuerwehrmann handeln. Er befindet sich nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft.

Der Schock in der Feuerwehr sitze nach Bekanntgabe der Umstände tief, man sei erschüttert, schreibt Willing in der Stellungnahme für den Kreisfeuerwehrverband. Er betont, dass es sich – sofern sich die Vorwürfe bestätigen – um eine Ausnahme und einen „absoluten Einzelfall“ handele.

Kreisfeuerwehrverband distanziert sich

Um das gute Ansehen und das Vertrauen, das Feuerwehrleute und Sanitäter laut Ranking der Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung (GfK) in Deutschland genießen, aufrechtzuerhalten, würde sich der Kreisfeuerwehrverband von einem solchen Einzelfall distanzieren und die Taten, sollten sie dem Tatverdächtigen zweifelsfrei nachgewiesen werden, aufs Schärfste verurteilen.

Feuerwehrleute, die solche Taten begehen, würden die Werte, Normen und Ziele eines jeden Feuerwehrmannes „mit Füßen treten“ und ein absolutes Fehlverhalten an den Tag legen. Bei mehr als 24.000 Freiwilligen Feuerwehren, 800 Werkfeuerwehren und 100 Berufsfeuerwehren gebe es in Deutschland rund 1,2 Millionen aktive Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen.

Ein Dutzend Fälle pro Jahr

„Schwarze Schafe sind leider nicht völlig auszuschließen“, bedauert Willing in seiner Stellungnahme. Er betont abschließend: Jährlich würden in Deutschland etwa ein Dutzend Fälle bekannt, bei denen ein Feuerwehrmann Brände gelegt habe. Das entspreche etwa 0,3 Promille aller Brandstiftungen beziehungsweise einem Verhältnis von 1 zu 3.000.

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Von HK

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