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Osterode Landkreis Göttingen hat gravierende Bedenken bei Sanierung Sösetalsperre
Die Region Osterode Landkreis Göttingen hat gravierende Bedenken bei Sanierung Sösetalsperre
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16:00 26.02.2019
Die Vorsperre an der Söse ist sanierungsbedürftig. Quelle: Thomas Klügler
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Göttingen/Osterode

Die Vorsperre der Sösetalsperre und eine Brücke der Bundesstraße 498 in Osterode müssen saniert werden, um einen sicheren Talsperrenbetrieb zu gewährleisten. Die Kreisverwaltung Göttingen hat nun aber erhebliche Einwände gegen die geplante Umfahrung auf der sogenannten Berme, einem Absatz in der Böschung der Talsperre, während der Bauarbeiten vorgebracht.

Im Wasserschutzgebiet

Der Landkreis begründet sein Nein zu den Planungen der Harzwasserwerke (HWW) mit dem Status der Talsperre als Wasserschutzgebiet. Das machte die Erste Kreisrätin Christel Wemheuer (Grüne) am Montag im Wirtschaftsausschuss des Kreistages deutlich. Sie übte dabei auch scharfe Kritik am bisherigen Planfeststellungsverfahren. „Die Umleitungsstrecke ist aus wasserrechtlicher Sicht nicht zu akzeptieren.“ Das Gelände befinde sich im Wasserschutzgebiet Zone 1. In der Stellungnahme des Fachbereichs Umwelt nennt die Planungen „unter rechtlichen Aspekten nicht zulassungsfähig“.

SPD und CDU wollen Baustellenumfahrung

Bereits am Freitag hatte sich die CDU für die Berme-Umfahrung ausgesprochen. Sie unterstütze den „Vorschlag des Planfeststellungsverfahrens, mit dem Bau der Berme-Umfahrung, die Vollsperrung auf ein Minimum zu verringern“, erklärte die wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU-Kreistagsfraktion, Susanne Mackensen-Eder. Die beiden Fraktionen von SPD und CDU im Osteroder Stadtrat hatten sich bereits 2018 dafür eingesetzt, dass eine Umfahrung der Baustelle eingerichtet wird.

Die Problematik um das Wasserschutzgebiet war bei diesen Überlegungen bislang nicht so deutlich hervorgetreten. Die Befürchtungen der Stadt Osterode, dass ohne die Umfahrung die touristischen Betriebe in Riefensbeek-Kammschlacken bedroht würden, teilt auch der zuständige Fachbereich der Kreisverwaltung.

Verwunderung bei der SPD Osterode

Die SPD-Fraktion im Osteroder Stadtrat reagierte auf Wemheuers Äußerungen mit Verwunderung. Der Fraktionsvorsitzende Jörg Hüddersen wies darauf hin, dass es sich bei der geplanten Berme-Umfahrung um ein rund 500 Meter langes Teilstück einer mehr als fünf Kilometer langen Strecke entlang der Sösetalsperre handele. „Während es auf der Strecke neben der Hauptsperre überhaupt keine Wasserschutzmaßnahmen gibt, stellt der Landkreis nun für eine temporäre Umleitung unüberwindbare Hürden auf.“ Diese stünden in keinem Verhältnis zur restlichen Strecke und zwinge die Bewohner und Gäste von Riefensbeek-Kamschlacken für viele Jahre zu langen Umwegen über den Oberharz, so Hüddersen. Vom Landkreis hätte die SPD-Fraktion erwartet, dass er das berechtigte Anliegen der Riefensbeeker nach einer akzeptablen Erreichbarkeit ihres Ortes unterstützt und nach pragmatischen Lösungen sucht. Sich hier unter Hinweis auf die Wasserschutzklasse auf eine Maximalposition zurückzuziehen, sei der SPD-Fraktion im Rat deutlich zu einfach.

Das Thema der Generalüberholung der Sösetalvorsperre steht auf der Tagesordnung des Kreistages. Die Sitzung beginnt am Mittwoch, 27. Februar, um 15 Uhr im Ratssaal des Neuen Rathauses in Göttingen. Weitere Themen sind unter anderem: der Beitritt des Landkreises Holzminden zum ZVSN, ein Antrag zur Stärkung der Kreiswohnbau, der Kulturentwicklungsplan für den Landkreis Göttingen und weitere Anträge der Fraktionen.

Von Martin Baumgartner und Michael Brakemeier

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