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Osterode Leergut wird langsam knapp
Die Region Osterode Leergut wird langsam knapp
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17:45 08.08.2019
Wenn mehr Leergut eingekauft als wieder zurückgegeben wird, kann es für Abfüller schon mal knapp werden. Quelle: dpa
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Osterode

In den Sommermonaten decken sich die Menschen alljährlich mit Getränken ein: Kisten mit Mineralwasser- und Saft-Flaschen stehen in Kellern und Abstellräumen. Wenn mehr eingekauft als an Leergut wieder zurückgegeben wird, könne es für Abfüller schon mal knapp werden, sagt Barbara Peinemann von der Grafenquelle GmbH in Förste. „Aber bisher konnten wir immer alles abfüllen.“ Deren Kunden sind etwa Supermärkte, die an heißen Tagen mehr Getränke an Endverbraucher verkaufen.

„Das kommt in den Sommermonaten immer mal vor“, erläutert Peinemann. Dafür werde das Unternehmen im Herbst – wenn die Verbraucher wieder vermehrt leere Flaschen abgeben – fast schon mit Leergut überhäuft. „Es ist ein Kreislauf“, bemerkt sie. Die Grafenquelle füllt ausschließlich in Glasflaschen ab und nicht in Plastikflaschen. „Glas ist wieder mehr geworden“, die Verbraucher kaufen es wieder häufiger, berichtet Peinemann.

Leergut wird schleppend zurückgegeben

Das bestätigt Jennifer Cohrs vom Edeka-Markt Jaksch in Gieboldehausen. Und auch, dass Leergut momentan schleppend zurückgegeben werde. „Manche Lieferanten haben echte Probleme“, genug Pfandflaschen zurückzubekommen – egal ob aus Glas oder aus wiederverwendbaren PET-Flaschen. Einige Kunden würden gleich sechs oder mehr Träger mit Getränkeflaschen kaufen.

Ähnliches berichtet Uta Jessulat vom Getränkegroßhandel Jessulat in Herzberg: Im Sommer beliefere das Unternehmen Firmen, die auf einen Schlag bis zu fünf Paletten mit Wasserkisten ordern. „Das schießen wir dann erst mal vor.“ Der schleppende Rücklauf an Leergut führt dazu, dass manche Abfüller nicht mehr alle Sorten anbieten: „Die günstigere Schiene wird dann nicht mehr abgefüllt“, verdeutlicht sie. Das sei ein Problem in ganz Deutschland.

Mehrwegflaschen aus Flaschenpool

Ein logischer Schluss ist, mehr Glasflaschen herzustellen. Uta Jessulat habe jedoch von einem Abfüller erfahren, dass dieser auch Grünglasflaschen ordern muss, obwohl er weißes Glas benötigt. Viele Getränkeabfüller bekommen die Mehrwegflaschen aus einem gemeinsamen Flaschenpool: Grafenquelle von der Genossenschaft Deutscher Brunnen, Beckers Bester vom Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie.

Dass generell zu wenig Flaschen im Pool seien, sagt Anna-Lena Brasche von der Beckers Bester GmbH aus Nörten-Hardenberg. Trotzdem würde es helfen, wenn Leergut schnell und vor allem einheitlich zurückgegeben wird: Rund zehn Prozent der Flaschen in den Kästen sei Fremdleergut aus Plastik oder von anderen Herstellern. Das Fruchtsaft-Unternehmen füllt pro Stunde 16000 Flaschen ab. Da sei das Leergut, das auf dem Hof lagere, schnell verbraucht, sagt sie.

Von Kjell Sonnemann

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