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Osterode Luchse breiten sich auch außerhalb des Harzes immer weiter aus
Die Region Osterode Luchse breiten sich auch außerhalb des Harzes immer weiter aus
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17:30 29.07.2019
Besonders umtriebig: Dieses Luchsmännchen streift nicht nur im Westerhöfer Wald umher, sondern auch im Hainberg östlich von Bockenem. Quelle: Nationalpark Harz/pid
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Westerhof

Die Wiederansiedlung des Luchses entwickelt sich immer mehr zu einer Erfolgsgeschichte. Knapp 20 Jahre nach der Auswilderung der ersten Luchse haben sich die Pinselohren nicht nur im Harz stark ausgebreitet. Immer mehr Luchse siedeln sich auch in Waldgebieten außerhalb des Harzes an. Das zeigen zwei neue Fotofallen-Projekte der Nationalparkverwaltung Harz.

Um weitere Daten über die Verbreitung der Luchse zu gewinnen, hatten die Experten in diesem Frühjahr in zwei Waldgebieten im westlichen Harzvorland – dem Westerhöfer Wald und dem weiter nördlich gelegenen Höhenzug Hainberg/Appelhorn – an mehreren Standorten Kameras installiert. Die Auswertung der Aufnahmen ergab, dass in diesen Wäldern nicht nur mehrere ausgewachsene Pinselohren umherstreifen, sondern dass diese sich auch erfolgreich vermehrt haben. In beiden Waldgebieten, die sich auf die Landkreise Northeim, Göttingen, Goslar und Hildesheim erstrecken, liefen Luchsweibchen mit mehreren Jungtieren vor die Kamera.

Beweis für den Luchs-Nachwuchs im Westerhöfer Wald: Diese Fotofallen-Aufnahme zeigt eine Luchsin mit zwei Jungtieren. Das zweite Jungtier ist verdeckt, so dass nur die Beine zu sehen sind. Quelle: Nationalpark Harz/pid

Dass es in beiden Untersuchungsgebieten Luchs-Nachwuchs gab, wussten die Experten bereits seit dem vergangenen Jahr. Bislang waren es jedoch immer Zufallsbeobachtungen gewesen. Mit Hilfe der Fotofallen konnten die Forscher diese Reproduktionsnachweise nun bestätigen und zudem sowohl die ausgewachsenen Tiere als auch die Jungtiere anhand der Fellzeichnung identifizieren. Für das Luchsmonitoring seien solche Reproduktionsnachweise besonders wichtig, sagt Lilli Middelhoff, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Harzes Luchsprojekts.

Größte Luchsfamilie im Westerhöfer Wald

Die größte Luchsfamilie wurde im Westerhöfer Wald nachgewiesen. Die Forscher hatten in diesem lang gestreckten Höhenzug im Grenzgebiet zwischen dem Landkreis Northeim und dem Altkreis Osterode an fünf Standorten Fotofallen aufgestellt: zwischen Marke und Lagershausen, westlich von Nienstedt, nördlich von Gittelde sowie nahe der Ortschaften Willensen und Willershausen. Die jeweils an Waldwegen installierten Kameras fotografieren dabei das vorbeilaufende Wild von beiden Seiten. Da jeder Luchs eine individuelle Fellzeichnung besitzt, lassen sich die einzelnen Tiere eindeutig voneinander unterscheiden.

Anhand der Aufnahmen konnten die Forscher im Westerhöfer Wald drei ausgewachsene Luchse identifizieren, zwei männliche Tiere und ein Weibchen. Die Luchsin führte im März und April drei Jungtiere mit sich, die 2018 geboren wurden. An den beiden südlichen Kamerastandorten lief außerdem ein weiterer junger Luchs vor die Kameras. Ob dieser ebenfalls zu der Luchsfamilie gehört, sei allerdings unklar, da das Jungtier nie gemeinsam mit der Luchsin nachgewiesen worden sei, sagt Middelhoff.

Ursprünglich 24 Luchse ausgewildert

Während die Luchsin mit ihrem Nachwuchs nur im nördlichen Bereich des Westerhöfer Waldes fotografiert wurde, waren die beiden Luchsmännchen an sämtlichen Kamerastandorten unterwegs. Einer der beiden Kuder war besonders umtriebig: Dieses Luchsmännchen streifte nicht nur durch den gesamten Westerhöfer Wald, sondern tauchte auch auf Aufnahmen aus dem östlich von Bockenem gelegenen zweiten Untersuchungsgebiet Hainberg/Apeldorn auf.

Hier war das Fotomonitoring vor allem deshalb besonders spannend, weil ein Zipfel dieses Waldgebietes auf der anderen Seite der Autobahn 7 liegt. Insgesamt ließen sich anhand der Aufnahmen zwei männliche Luchse sowie ein Weibchen mit zwei Jungtieren nachweisen. Da alle drei ausgewachsenen Luchse sowohl westlich als auch östlich der A 7 fotografiert wurden, müssen sie es also irgendwie geschafft haben, die gefährliche Straße zu überqueren. Luchsexpertin Lilli Middelhoff vermutet, dass sie die Grünbrücke benutzt haben, die zwischen Baddeckenstedt und Bockenem errichtet wurde. Dass Luchse diese Grünbrücke nutzen, sei auch durch Aufnahmen der dort installierten Kameras dokumentiert.

Insgesamt waren im Harz in den Jahren 2000 bis 2006 nach und nach 24 Luchse ausgewildert worden. Die Forscher schließen aus früheren Fotofallen-Aktionen, dass dort inzwischen etwa 90 Luchse leben.

Von Heidi Niemann

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