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Osterode Luzia Nolte aus Fuhrbach ist Älteste im Ort
Die Region Osterode Luzia Nolte aus Fuhrbach ist Älteste im Ort
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07:58 04.09.2019
Luzia Nolte feiert heute ihren 100. Geburtstag. Quelle: Foto:_Hartwig
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Fuhrbach

Am Mittwoch, 4. September, feiert Luzia Nolte ihren Geburtstag. Sie ist 100 Jahre alt geworden – so etwas hat Fuhrbach noch nicht erlebt. Zu ihrem Ehrentag hat sie 50 liebe Menschen eingeladen, die sie im Laufe ihres Lebens kennengelernt hat.

Luzia Nolte hat als ältestes von drei Geschwistern am 4. September 1919 das Licht der Welt erblickt. Später bekamen ihre Eltern Josef und Therese Ohse zwei weitere Kinder – Brüder, für die Luzia Nolte in den folgenden Jahren da sein musste.

Verpflichtungen in jungen Jahren

„In der Schule war alles normal“, erinnert sie sich. Nach der Schulzeit allerdings gab es weitere Aufgaben für Luzia, weil die Mutter schwer erkrankte. Sie musste jetzt dafür sorgen, dass es mit ihrer Familie, den jüngeren Brüdern, voranging. Ihre Aufgabe war es, für die Wäsche, die Einkäufe und den Haushalt zu sorgen. Vater Josef war selten daheim: als Stuckateur hatte er viel in der Fremde zu tun. Luzia übernahm schon in jungen Jahren quasi die Mutterrolle.

Zwei weitere Verpflichtungen warteten auf Luzia. Die warmen Monate über arbeitete sie in der Landwirtschaft, bestellte die Felder, pflanzte Gemüse und kümmerte sich um die Kühe. All diese familiären Verpflichtungen verhinderten es, dass Luzia einen Beruf erlernen konnte. „Es waren armselige Zeiten“, sagt sie rückblickend.

Wurden die Monate kühler und ging es in Richtung Winter, konnte Luzia ihrer eigentlichen Leidenschaft nachgehen: Sie nähte. Ihren Platz dafür hatte sie im St.-Laurentius-Stift in Duderstadt. Es war tatsächlich ihre Leidenschaft, denn, wie Luzia Nolte sagt: „Hätte ich die Gelegenheit gehabt, wäre ich Schneiderin geworden.“ Später, sagt sie lächelnd, sei sie eine private Schneiderin ohne Ausbildung gewesen. So erinnert sie sich beispielsweise, wie sie aus den noch brauchbaren Teilen großer Männerhemden kleine Hemden für Kinder genäht habe. „Im Nähen“, sagt Luzia Nolte, „hatte ich Können und Ahnung.“

Ihren Mann Hubert Nolte hat Luzia im Jahr 1944 geheiratet, gemeinsam haben sie drei Kinder: Brigitta, Hubert und Wolfgang. Hubert trat in den Krieg ein und kam erst vier Jahre nach Eheschließung, 1948, zurück. Er war Steinsetzer im Straßenbau und hat viel im Harz gearbeitet. „Ich war ganze Wochen alleine, die Wochenenden war er dann bei mir.“

Auch in diesen Jahren musste Luzia Nolte den Haushalt und die Landwirtschaft allein bewältigen. Jetzt standen ihr allerdings ihre Kinder zur Seite. Aber eine weitere Last kam hinzu: Bei Kanalbauarbeiten vor ihrem Haus wurde deutlich, dass ihr Heim baufällig war und eine Sanierung sich nicht lohnen würde. „So entschloss ich mich im Alter von 50 Jahren dazu, das Haus abreißen und neu errichten zu lassen. Hatte ich eine Wahl?“

Mit 50 Jahren ein neues Haus gebaut

Aber wie sollte ein neues Haus bezahlt werden? Der Mann war in der Fremde und nicht vor Ort. Sodann verkaufte Luzia Nolte ihre Kühe und organisierte sich Putzarbeiten. Und nicht ohne Stolz sagt sie heute: „Mit über 50 Jahren fing ich an, ein Haus zu bauen und es abzubezahlen. Zu einigen Menschen die ich über meine Putzarbeiten kennengelernt habe, habe ich heute noch Kontakt.“ Luzia Noltes Mann Hubert starb 2001 im Alter von 85 Jahren. Mit ihrem Sohn Wolfgang war sie nun ganz allein im Haus, bis ihr Enkel Christian 2012 das Haus übernnahm. Jetzt hat sie ihre eigene Wohnung im Haus, Enkel Christian lebt mit seiner Familie im Obergeschoss.

Wünsche für de Zukunft überlässt sie dem Herrgott

Gibt es Zeiten der Langeweile? Luzia Nolte lacht und sagt „Seit Christian mit seiner Familie im Haus lebt, ist wieder Leben da. Bekomme ich wirklich Langeweile, gehe ich raus und sehe, wie die Kinder spielen und pflege den Kontakt zur Nachbarschaft.“ Sie kauft ein im Dorfladen und bekommt zu bestimmten Zeiten Besuch von der Caritas. Luzia Nolte hat sich so eingerichtet, dass sie selbstständig leben kann. – Und wie sehen die Wünsche für die Zukunft aus? „Das“, sagt Luzia Nolte, „überlasse ich dem Herrgott.“

Von Markus Hartwig

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