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Osterode Neue Erkenntnisse zu Massengräbern im ehemaligem KZ-Außenlager Ellrich
Die Region Osterode Neue Erkenntnisse zu Massengräbern im ehemaligem KZ-Außenlager Ellrich
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09:20 06.06.2019
Konzentrationslager Mittelbau-Dora: Ellrich-Juliushütte war ein ehemaliges Außenlager des Lagers. Quelle: Jens-Ulrich Koch/dpa-Zentralbild
Walkenried

Neue Erkenntnisse zu Massengräbern auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Ellrich-Juliushütte werden am Donnerstag (11.00 Uhr) vorgestellt. Es handele sich um einen über Jahrzehnte vernachlässigten Ort, der nach 1945 von der deutsch-deutschen Grenze durchschnitten wurde, sagte der Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Jens-Christian Wagner

Während es in Deutschland weitgehend vergessen sei, gelte Ellrich in Frankreich als eines der grauenhaftesten Konzentrationslager der Nationalsozialisten, in das viele französische Widerstandskämpfer deportiert wurden. Mehr als 4000 Menschen starben in den Jahren 1944 und 1945 in dem Lager an den Folgen von Hunger, Misshandlungen und Zwangsarbeit.

Das Anfang Mai 1944 gegründete Lager Ellrich-Juliushütte war nach Angaben der Stiftung Gedenkstätten mit einer durchschnittlichen Belegungsstärke von 8000 männlichen Häftlingen das größte Außenlager des KZ Mittelbau-Dora. Seit 2010 erinnern auf dem ehemaligen Lagergelände Informationstafeln an das Geschehen in den Jahren 1944/45.

Außengelände soll neu gestaltet werden

Vertreter der niedersächsischen Gemeinde Walkenried sowie der thüringischen Stadt Ellrich wollen bei einer Ortsbegehung auch zur künftigen Gestaltung des Geländes Auskunft geben. Dazu hat sich eine Arbeitsgruppe unter anderem mit Vertretern der Gedenkstättenstiftungen beider Länder gegründet.

Räumung des Lagers Mittelbau-Dora

Ellrich-Juliushütte gehörte zum Konzentrationslager Mittelbau-Dora bei Nordhausen. Am 4. April 1945 wurde es von den Nationalsozialisten geräumt. 40 000 Häftlinge wurden in oftmals offenen Bahnwaggons oder zu Fuß durch Nordwestdeutschland geschickt. Am 4. und 5. April verließen vier große Transporte den Bahnhof des Mittelbau-Hauptlagers Dora. Den letzten davon hat die Historikerin Regine Heubaum in einem Aufsatz ausführlich beschrieben: Er fuhr am Abend des 5. April ab und bestand aus etwa 50 Güterwaggons, in denen sich jeweils rund 80 Häftlinge drängten. Der Zug erreichte am nächsten Morgen den Ellricher Bahnhof, wo zwei Waggons mit schwerkranken Häftlingen aus dem Außenlager Ellrich-Juliushütte angekoppelt wurden. In den Waggons lagen 29 Tote.

Mehr zur „Todeszone Harz“ lesen Sie hier.

Von dpa / mib / bar / GT

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