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Osterode Prozess um abgefangene Marihuana-Pakete
Die Region Osterode Prozess um abgefangene Marihuana-Pakete
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17:00 15.08.2019
55 Kilogramm Marihuana konnten die Ermittler auf dem Weg in den Südharz abfangen. Quelle: dpa
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Göttingen

Die Polizei hatte die Pakete kurz vor der Zustellung abgefangen, das Rauschgift sichergestellt, die Pakete mit Streusalz und Papiertaschentüchern aufgefüllt und diese dann Anfang März an die angegebene Adresse im Bad Lauterberger Ortsteil Barbis (Kreis Göttingen) ausgeliefert. Dort wurden sie von zwei Männern in Empfang genommen. Beide Männer - ein 38-jähriger Italiener und ein 31-jähriger Albaner – wurden kurz darauf festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. In dem Prozess müssen sie sich wegen unerlaubter Einfuhr sowie Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verantworten.

Die Rauschgiftermittler der Polizei waren durch einen Hinweis der italienischen Behörden auf die Drogensendung aufmerksam geworden. Aus der Mitteilung ging hervor, dass in Rom zwei Pakete aufgegeben worden seien, in denen sich vermutlich etwa 50 Kilogramm Kokain befänden, berichtete der Polizist. Die Pakete sollten an eine Adresse in Bad Lauterberg geliefert werden.

Straßenverkaufswert von 480 000 Euro

Die Polizei kontaktierte daraufhin das Logistikunternehmen, das mit der Auslieferung beauftragt war. Dabei stellte sich heraus, dass es bereits allerhöchste Eisenbahn war: Das Fahrzeug mit den betreffenden Paketen war schon unterwegs in Richtung Südharz. Der Kurierfahrer erhielt die telefonische Anweisung, die Pakete nicht bei der angegebenen Adresse in Barbis, sondern bei der Polizei in Osterode abzuliefern. In der Zwischenzeit hatten die Fahnder beim Amtsgericht einen Beschlagnahmebeschluss erwirkt. Sie öffneten die Pakete und fischten zehn Einzelpäckchen heraus. Anders als vermutet, befand sich darin kein Kokain, sondern Marihuana mit einem geschätzten Straßenverkaufswert von 480 000 Euro.

Parallel dazu hatten die Fahnder auch die Empfängeradresse in Barbis observiert und dort zwei Fahrzeuge gesichtet. Die Insassen hätten sich zeitweilig in dem Gebäude aufgehalten und seien dann wieder weggefahren. Um sie im Unklaren darüber zu lassen, dass die erwartete Rauschgiftlieferung abgefangen war, füllten die Ermittler die Pakete wieder auf und ersetzten den Kurierfahrer durch einen Polizisten. Der erste Zustellversuch scheiterte allerdings, da niemand in dem Haus anwesend war. Daraufhin hinterließ der Fahrer eine Benachrichtigung, dass man niemanden angetroffen habe und ein neuer Zustelltermin telefonisch vereinbart werden könnte. Am folgenden Tag meldete sich dann ein Anrufer bei dem Logistikunternehmen und machte einen neuen Termin aus.

Spezialkräfte der Polizei observieren Wohnhaus in Barbis

Am Tag der Auslieferung observierten wiederum Spezialkräfte der Polizei das Wohnhaus in Barbis. Wie schon bei der früheren Observation tauchte auch diesmal wieder ein Mercedes-Geländewagen auf. Der Fahrer habe eine Person aussteigen lassen und sich dann entfernt, berichtete der Ermittler. Zum Zeitpunkt der Zustellung seien zwei Personen in dem Gebäude anwesend gewesen und hätten die Pakete in Empfang genommen.

Die Fahnder griffen zunächst noch nicht ein, sondern warteten noch eine Weile ab. „Wir wollten herausbekommen, wer der Drahtzieher ist“, sagte der Beamte. Die Einsatzkräfte beobachteten dann, wie die Männer mehrfach das Haus verließen, umherliefen und telefonierten. Sowohl die deutschen als auch die italienischen Ermittler hatten Telefonüberwachungen laufen. Von den italienischen Behörden sei dann die Mitteilung gekommen, dass eine abgehörte Kontaktperson in Italien angerufen und darüber informiert worden war, dass in den zugestellten Paketen „nicht das drin war, was drin sein sollte“, berichtete der Ermittler. Daraufhin habe man sich in Barbis zum Zugriff entschlossen und die beiden jetzigen Angeklagten festgenommen.

Drei Mobiltelefone sichergestellt

Bei den anschließenden Durchsuchungsmaßnahmen in Barbis stellten die Fahnder drei Mobiltelefone sicher. Das Handy, mit dem die abgehörten Telefongespräche zu der Kontaktperson in Italien geführt wurden, befand sich allerdings nicht darunter. Dieses Handy habe sich „mit dem Geländewagen bewegt“, das die Observationskräfte mehrfach in Barbis gesichtet hatten, berichtete der Polizist in seiner Zeugenvernehmung. Die Fahnder hätten das betreffende Mobiltelefon nicht gefunden, nach dem Zugriff der Polizei sei es nicht mehr aktiv gewesen. Die Telefongespräche seien in albanischer Sprache geführt worden.

Von Heidi Niemann

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