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Osterode Prozess in Herzberg: Dachs mit Gülle ertränkt
Die Region Osterode Prozess in Herzberg: Dachs mit Gülle ertränkt
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18:00 26.11.2019
Ein Dachs soll in Herzberg brutal ertränkt worden sein. Quelle: dpa
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Herzberg/Göttingen

Weil sie einen Dachs mit Gülle ertränkt haben sollen, müssen sich demnächst drei Angeschuldigte aus einem Ortsteil von Herzberg vor dem Amtsgericht Herzberg verantworten. Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat einen 68 Jahre alten Mann sowie eine 37 Jahre alte Frau wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angeklagt. Ein mitangeklagter 77-Jähriger soll dazu Beihilfe geleistet haben.

Laut Anklage sollen die beiden Hauptbeschuldigten im März dieses Jahres auf einem Acker aus ihrem Gülletankwagen Gülle in die Gänge eines Dachsbaus geleitet und die Ausgänge mit Erde zugeschüttet haben. Dadurch sei ein Dachs, der sich in dem Bau befand, langsam und qualvoll in der Gülle ertrunken.

Der 68-Jährige und die 37-Jährige hätten das Ertrinken des Dachses beabsichtigt und dessen Qualen zumindest billigend in Kauf genommen. Der 77-Jährige habe den Angeschuldigten mit einer Schaufel dabei geholfen, die Ausgänge des Dachsbaus mit Erde zu verschließen und sie bei dem Vorhaben unterstützt, in dem Bau befindliche Dachse zu ertränken.

Dachs war sichergestellt und obduziert worden

Der qualvoll verendete Dachs war damals sichergestellt und obduziert worden. Nach dem Tierschutzgesetz wird jemand, der einem Wirbeltier länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt, mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft.

Die Staatsanwaltschaft hat die beiden 68 und 37 Jahre alten Angeschuldigten außerdem wegen unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen angeklagt, weil sie beim Versuch, die Dachse zu ertränken, große Mengen Gülle in das Erdreich hätten fließen lassen. Die Abgabe derartiger Mengen Gülle ohne Verwendung zur landwirtschaftlichen Düngung sei nicht zugelassen.

Aufgrund der größeren Menge umweltgefährdender Stoffe sei eine Gefahr für Boden und Grundwasser nicht offensichtlich ausgeschlossen gewesen. Dies hätten die Angeschuldigten gewusst.

Von Heidi Niemann

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