Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Osterode Nach 130 Jahren geht eine Tradition zu Ende
Die Region Osterode Nach 130 Jahren geht eine Tradition zu Ende
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:59 22.07.2019
Beim Unterzeichnen der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zur Fusion der Sparkasse Osterode am Harz und der Stadtsparkasse Bad Sachsa (von links): Ralph Boehm, Steffen Große , Uwe Weick, Heiko Jödecke und Werner Bruchmann. Quelle: Berthold
Anzeige
Bad Sachsa

Die endgültige Zukunft der Stadtsparkasse Bad Sachsa sollte nicht still und heimlich im Amtszimmer des Allgemeinen Vertreters des Bürgermeisters vollzogen werden. „Das wäre der Situation nicht angemessen gewesen“, erklärt Uwe Weick und lud daher neben den beiden Sparkassenvorständen Heiko Jödecke und Steffen Große auch den Verwaltungsratsvorsitzenden Ralph Boehm sowie den Ratsvorsitzenden Werner Bruchmann zur offiziellen Unterzeichnung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zur Fusion des Bad Sachsaer Kreditinstitutes mit der Sparkasse Osterode am Harz ein.

Auch wenn der eigentliche Akt der Unterzeichnung durch Weick nur wenige Sekunden dauerte, nutzen alle Beteiligten noch einmal die Gelegenheit, ihre Gedanken zu dem Zusammenschluss zu äußern.

Kritische Worte zur Fusion

Bruchmann fand dabei einige kritische Worte: Er betonte, dass die Stadtsparkasse Bad Sachsa in ihren 130 Jahren stets ein wichtiger Bestandteil der Stadt gewesen sei. Die Überführung in den neuen Zweckverband rühre auch nicht daher, dass man selber Fehler begangen habe. „Die Stadtsparkasse ist dem Altar größerer Entscheidungen geopfert worden. Die Null-Zins-Politik und die Rettung südländischer Staaten hat dafür gesorgt, dass wir nicht wie früher mit Zinsen Geld verdienen können.“ Zudem sei die Regulatorik derart groß geworden, dass kleine Häuser dies nicht mehr leisten könnten. Insgesamt sei der Schritt der Fusion aber der Richtige.

Weick untermauerte dies, in dem er noch einmal an die einstimmigen Entscheidungen des Verwaltungs- und Personalrates des Kreditinstitutes aber auch des Rates der Stadt Bad Sachsa erinnerte. „Wir sind der Meinung, dass die Entscheidung richtig und gut ist – auch da sie die Zukunft des Hauses in Bad Sachsa sichert.“ Der Verwaltungschef machte keinen Hehl daraus, dass es traurig sei, dass die 130-jährige Tradition zu Ende gehe, man aber positiv in die Zukunft schaue.

„Tag der Vernunft“

Der Verwaltungsratsvorsitzende Ralph Boehm konnte die Entscheidung schnell zusammenfassen: „Es ist kein Tag der Freude, sondern ein Tag der Vernunft“, der mit der Unterzeichnung begangen werde. Auch erinnerte noch einmal daran, dass gerade die große Regulatorik seitens der Europäischen Union dafür sorge, dass kleine Kreditinstitute kaum eine Chance mehr am Markt hätten. „Es wirkt so, dass es sogar politischer Wille ist, dass eine gewisse Bereinigung stattfinden soll.“

Boehm konnte allerdings auch mehrere gute Gründe nennen, die für den Zusammenschluss mit Osterode sprechen: „Das Angebot für die Kunden vor Ort bleibt erhalten und wird in Teilen ausgebaut, die Arbeitsplätze werden bestmöglich vor Ort erhalten und auch die Gewerbesteuer im gesicherten Rahmen eine lange Zeit festgeschrieben.“

Entwicklung abwarten

Er dankte noch einmal Verwaltungs- und Personalrat für die gute Zusammenarbeit in den Gesprächen. Es sei eine tragfähige Lösung erarbeitet worden, „wie sich das entwickelt, muss man abwarten.“ Insgesamt bleibe festzustellen, dass die Stadtsparkasse Bad Sachsa nicht Geschichte sei, sondern ein Teil von dieser und das auch bleibe.

Den Rahmen der Unterzeichnung nutzten auch die beiden Sparkassenvorstände, um noch einmal ihre Sicht darzustellen. „Wir können nur dankbar sein, dass die Stadt Bad Sachsa so lange zur Selbstständigkeit der Stadtsparkasse gestanden hat.“ Jödicke zeigte sich sicher, dass die größere Einheit, die man jetzt bilde, ein richtiger Schritt sei.

Sein Vorstandskollege Steffen Große verwies darauf, dass in der Vergangenheit die Zusammenarbeit mit der Sparkasse Osterode am Harz immer gut gelaufen sei. „Wir teilen die gleichen Grundwerte“, betonte Große. Er betonte zudem, dass man dank der Fusion künftig noch ein breiteres Leistungsangebot darstellen könne.

Von Thorsten Berthold

Einen Trend zu mehr Konsum des Aufputschmittels Crystal Meth im Untereichsfeld sieht Streetworker Philipp Rösener nicht. Die Zahl seiner Klienten konsumiere unregelmäßig. Im benachbarten Thüringen indes sei die Droge weiter verbreitet.

22.07.2019

Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 ließen die Nationalsozialisten das Kindererholungsheim im Borntal bei Bad Sachsa räumen, um dort die Kinder der Verschwörer zu internieren. Zum 75. Jahrestags gab es in Bad Sachsa eine Gedenkfeier.

20.07.2019

Der Rat der Stadt Bad Sachsa hat mehrheitlich die Eckpunkte und Rahmenbedingungen für die weitere Führung von Fusionsgesprächen mit der Stadt Bad Lauterberg und der Gemeinde Walkenried beschlossen. Die Gespräche sind aber vorerst ausgesetzt.

16.07.2019