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Osterode Theaternatur-Festival startet in 5. Spielzeit
Die Region Osterode Theaternatur-Festival startet in 5. Spielzeit
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07:00 03.06.2019
Das Festival wird auch in diesem Jahr maßgeblich von Förderern und Sponsoren getragen. Förderzusagen überbrachten Hauptsponsor Frank Uhlenhaut (Harz Energie) und Kulturstaatssekretär Dr. Gunnar Schellenberger (rechts) an Festivalleiter Janek Liebtruth (Mitte). Quelle: FRANK DRECHSLER
Benneckenstein

Die politische Wende in der DDR vor 30 Jahren ist in diesem Jahr zentrales Thema beim Theaternatur-Festival in Benneckenstein vom 9. bis 25. August. Auf der Waldbühne wird sich alles um das wohl größte Jubiläum der deutschen Geschichte nach 1945 drehen. Darüber informieren die Veranstalter des Vereins Kulturrevier Harz im Rahmen einer Pressekonferenz.

Trennung und Zusammenkunft, Klischee und Erfahrungswert, Vorurteil und Neuentdeckung: 30 Jahre nach der Wiedervereinigung sei es an der Zeit, aufzuräumen, aufzuarbeiten und den letzten Schritt der Annäherung zu vollziehen. „Geplant ist eine thematisch aufeinander aufbauende Doppelspielzeit für die Jahre 2019 und 2020. Die erste Phase wird 2019 unter dem Titel „GRENZEN:LOS!“ die Unterschiede west- und ostdeutscher Lebensweisen zum Gegenstand der kreativen Untersuchung machen. Im Jahr 2020 stehen unter dem Motto „ENDSTATION:EINHEIT?“ die vereinenden Aspekte im Mittelpunkt, betonte der künstlerische Leiter und Vereinsvorsitzende Janek Liebetruth zur Vorstellung des Sommerspielplans.

Eigenproduktionen, Lesungen und Filmvorführungen

Die Besucher erwartet im August eine Mischung aus Eigenproduktionen und handverlesenen Gastspielen. Dazu kommen Lesungen und Filmvorführungen. Insgesamt stehen mehr als 30 Einzelveranstaltungen auf dem erstmalig 17-tägigen Festivalprogramm. Die Spannweite umfasst sämtliche Genres, aber auch thematisch Perspektiven jenseits wie diesseits des ehemaligen Grenzwalls. Das gemeinsame über-, wie miteinander Lachen, Weinen sowie Hinterfragen werde im Mittelpunkt stehen. Die Waldbühne sei als Veranstaltungsort dafür geradezu prädestiniert, da das direkte Einzugsgebiet hier bis vor gut einer Generation durch einen Grenzwall getrennt gewesen sei, so Liebetruth weiter.

Getragen wird das Festival wie gewohnt von Eigenproduktionen. In diesem Jahr sind das „Die Legende von Paul und Paula“ und „Die Legende von Sorge und Elend“. Die Inszenierung von „Paul und Paula“ greift die Erzählung von Film und Roman gleichermaßen auf und lässt das „schönste Liebespaar des Ostens“ erwachen. Die zweite Eigenproduktion, „Legende von Sorge und Elend“, ist ein von Sören Hornung geschriebenes Kammerstück in drei Akten. Es spielt im Jahr 2015. Zwei Frauen und zwei Herren. Eine Familie. Eltern und deren Kinder. Der Vater war einst Grenzer, die Mutter überzeugte Kommunistin. Die Familienharmonie gerät an ihre Grenzen, als die Kinder plötzlich anfangen, Fragen zu jener Zeit zu stellen. Die Eltern weichen Antworten aus, sträuben sich.

Herumtragen von Schuld

Es geht um das Auseinandersetzen mit ehemals zwei verschiedenen Systemen, der Vergangenheitsbewältigung und dem jahrelangen Herumtragen von Schuld. Mit beiden Stücken soll versucht werden, gleich auf mehrere

Fragen Antworten zu finden. Waren die einstigen Nachbarn über Jahrzehnte hinweg Bürger zweier grundverschiedener Länder? Bedeutet dies etwas für das Heute? Und ist die Endstation Einheit in ein grenzenloses Zusammenleben 30 Jahre nach der Grenzöffnung gemündet? Wo liegen die Unterschiede in Erinnerungen, Weltsichten, Hoffnungen und Befürchtungen? Diese Fragen sollen thematisch umgesetzt werden. Damit will das Festival Theaternatur 2019 und 2020 Denkanstöße geben.

Weitere Infos zum Programm

Von HK

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