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Osterode Wandern hat ein neues Image
Die Region Osterode Wandern hat ein neues Image
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08:11 11.07.2019
Wandern im Harz hat ein neues Image. Quelle: dpa
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Harz

Die Deutschen lieben das Wandern: Knapp 70 Prozent geben an, gerne in der Natur unterwegs zu sein. „Das sind viele, viele Millionen Menschen“, verdeutlicht Annett Drache. Zudem hat sich das Ansehen gewandelt, weg vom alten Mann mit Hut und Wanderstock: „Viele junge Leute wandern mittlerweile. Es ist in, gesund, bildet und macht glücklich“, sagt die Geschäftsführerin des Harzklubs auf Nachfrage. Das bestätigt Monika Wendt von der Touristinformation Osterode. Ungezählte Gruppen, die oft aus Wanderern verschiedenen Alters beständen, wanderten jeden Tag durch den Harz. Dem Trend entsprechend stand der jüngst zu Ende gegangene Deutsche Wandertag unter dem Motto „Treffen der Generationen!“.

„Wir haben den Eindruck, dass unter den einheimischen Wanderern eher weniger junge Leute unterwegs sind“, berichtet Bodo Probst vom Harzklub-Zweigverein Bad Grund. Allerdings gebe es unter den Gästen einige junge Tourengänger.

Nachwuchs fehlt

Den Anschein bestätigt Annett Drache und erklärt: „Die Menschen sind heute viel flexibler.“ Sie würden nicht mehr wie früher meist in ihrem angestammten Gebiet rund um den Wohnort wandern. Vor allem jüngere Wanderer wollten immer neue Regionen kennenlernen, fahren dafür auch ins Ausland. Das sei ein Grund dafür, dass den Harzklub-Zweigvereinen der Nachwuchs fehle, so die Geschäftsführerin. „Sie wollen sich nicht an einen Wanderverein binden und sich dort engagieren.“

Verständnis für junge Naturfreunde, die keine Zeit für das Vereinsleben aufbringen möchten, hat Irmgard Scholem vom Zweigverein Osterode: „Als ich so jung war, habe ich das auch nicht gemacht.“ Mitglieder seien meist älter als 50 Jahre.

Wanderwege in Schuss halten

Jedoch werden Helfer gebraucht, um etwa Wanderwege in Schuss zu halten. Oder um geführte Wanderungen anzubieten. Das macht der Zweigverein Bad Grund in dieser Saison nicht, weil die Zahl der Wanderer in den zurückliegenden Jahren geschrumpft sei, so Probst. 2020 wolle er wieder Wanderungen anbieten. Denn: „Die Tendenz im Harz geht wieder bergauf.“

Und das in allen Altersklassen. „Am Wochenende, wenn die Zeit zum Wandern da ist, kommen mir oft Eltern mit Baby und Tragekorb entgegen“, beschreibt Irmgard Scholem. Wer ohne Kind sei und eine gute Kondition habe, der wandere etwa den Hexenstieg von Osterode hinauf in Richtung Buntenbock. Für jeden gebe es den richtigen Wanderweg im Harz, findet sie, „man muss sich nur auf die Socken machen“.

Gute Vorbereitung

Allerdings, gibt Scholem einen Tipp, solle sich der Tourengänger vorbereiten. „Einige Großstädter wandern nach Schildern oder GPS, kennen aber ihr Ziel nicht“ und ständen schließlich, weil ihre Kräfte nachließen oder es dunkel werde, an einer Bushaltestelle. „Ich muss mir überlegen, was ich sehen will und was der Weg bietet“, erläutert sie und nennt versteckte Felsformationen als Beispiel oder die Harzer Teiche, auf denen „jetzt schöne gelbe Wasserlilien“ zu sehen seien.

Da ist es kein Wunder, dass Mittelgebirge wie Harz und Schwarzwald laut dem Deutschen Wanderverband zu den beliebtesten Wanderregionen zählen. Dass sich der Harzklub um 10 000 Kilometer Wanderwege kümmert, hat sicher einen Anteil an dem Erfolg. 2.300 Schilder ständen alleine an den Wegen im niedersächsischen Teil des Harzes, sagt Annett Drache. Sie weisen Wege und informieren. „Und sie haben Standortkoordinaten, falls der Rettungsdienst gerufen werden muss.“

Neben Wanderungen bieten manche der fast 90 Zweigvereine auch Mountainbike-Gruppen an oder Geocaching – Suchen in der Natur nach GPS-Koordinaten. Für ein vernünftiges Miteinander aller Freiluft-Sportler, Naturschützer und Waldeigentümer hat sich der Deutsche Wandertag nun ausgesprochen.

Von Kjell Sonnemann

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