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Radolfshausen 1339 Unterschriften für altes Bootshaus am Seeburger See
Die Region Radolfshausen 1339 Unterschriften für altes Bootshaus am Seeburger See
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13:27 17.01.2019
Das Bootshaus am Seeburger See fügt sich neben dem Graf Isang harmonisch ins Gesamtbild ein, wie Seulingens Ortsheimatpfleger Johannes Turi dokumentiert hat. Quelle: Foto: r
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Seeburg

„Seit 30 Jahren bin ich häufiger Gast in Seeburg und freue mich immer auf den See und sein unverwechselbares Umfeld, zu dem ganz besonders das Reed gedeckte alte Bootshaus gehört“, schrieb zum Beispiel Matthias Lahme aus Neuss als Kommentar der Online-Petition. Insgesamt 187 der 1339 Unterzeichner hinterließen zusätzlich zu ihrem Namen auch einen Kommentar.

Mehrheit aus der Umgebung

Die überwiegende Mehrheit der Unterzeichner stammt aus dem Einzugsgebiet des Sees. 1038 Unterschriften kommen von Einwohnern des Landkreises Göttingen, 56 beziehungsweise 52 aus den angrenzenden Landkreisen Northeim und Eichsfeld. „Wir haben zwar nicht unser vorgegebenes Ziel erreicht“, sagt Initiator Mario Schneemann aus Obernfeld, „aber wir haben trotzdem ein Ziel erreicht.“ Als Vorgabe waren 2400 Unterschriften angegeben, doch mit Blick auf die kurze Zeit mit den Feiertagen und der Urlaubs- und Ferienzeit sei er zufrieden mit der Stimmenanzahl. „Die Resonanz war nicht schlecht“, sagt Schneemann, „allein wenn man die Kommentare liest.“

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Unterschriften gesammelt

Gesammelt wurden die Unterschriften auf der Online-Plattform openpetition.de unter dem Aufruf „Erhalt altes Bootshaus am Seeburger See“. Auch lagen Listen in Restaurants und Bäckereien sowie Angelshops rund um den See aus. Darüber hinaus sammelte Schneemann mit Helfern auch persönlich wie zum Beispiel beim Silvesterlauf am Seeburger See.

Übergabe an Landkreis geplant

Jetzt sollen die Unterschriften an den Landkreis übergeben werden. „Ich werde zunächst einen Brief verfassen“, sagt Schneemann. „Wir wollen die Listen übergeben und ein konstruktives Gespräch beantragen, um Lösungen zu finden.“ Dabei wolle er seine Argumente vortragen und auch einige Kommentare vorstellen, um die Gemütslage der Unterzeichner aufzuzeigen. Wichtig sei ihm, dass der Dialog auf fairer Basis ablaufe.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“

Schneemann und seine Mitstreiter agieren nach dem Motto „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Es gebe immer Mittel und Wege, um Vorgaben außer Kraft zu setzen, ist er sich sicher. Der Abriss des Bootshauses war vor 13 Jahren eine Auflage für die Zustimmung zum Bau des Naturinformationszentrums mit integriertem neuen Bootshaus. „Ich weiß aber, dass die Ausgangssituation eher schlecht ist“, sagt Schneemann. Nachdem der Abriss wegen der Umsiedlung von Fledermäusen im Herbst 2018 noch einmal verschoben wurde, hatte Umweltdezernentin Christel Wemheuer (Grüne) erklärt, dass es aus Sicht des Landkreises keinen Spielraum und keine rechtlichen Möglichkeiten mehr gebe.

Denkmal oder nicht?

Manche Unterzeichner wie Jens Abrill aus Göttingen sehen eine Möglichkeit im Erhalt des Bootshauses als Kulturdenkmal. „Nach Paragraf 3 Absatz 2 des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes sind Baudenkmale bauliche Anlagen, Teile baulicher Anlagen, Gruppen baulicher Anlagen, Grün- oder Friedhofsanlagen, an deren Erhaltung wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen oder städtebaulichen Bedeutung ein öffentliches Interesse besteht. Pflanzen, Frei- und Wasserflächen in der Umgebung sowie Zubehör eines Baudenkmals, wenn sie mit diesem eine Einheit von Denkmalwert bilden“, erläutert Kim Kappes vom Landesamt für Denkmalpflege Niedersachsen. „Um den Denkmalwert beschreiben zu können, sollte nach aktueller Rechtsprechung zumindest eine geschichtliche Begründung für das Bootshaus Grundlage sein. Dazu müsste das Objekt einen Auszug einer kulturgeschichtlichen Epoche dokumentieren.“ Es gebe Bootshäuser, die zu Denkmälern ernannt wurden, aber das seien jeweils Einzelfallbetrachtungen gewesen.

Von Rüdiger Franke

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