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Radolfshausen Brotmuseum Ebergötzen eröffnet Ausstellung
Die Region Radolfshausen Brotmuseum Ebergötzen eröffnet Ausstellung
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00:21 28.03.2018
Ausstellungseröffnung in Ebergötzen Wilhelm Bruinjes, Agnieszka Steuerwald, Lorne Liesenfeld und Wilhelm Gerhardy. Quelle: Pförtner
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Ebergötzen

Die Ausstellung zeigt Fotografien vom Leiter des Projekts, Lorne Liesenfeld und von Tadeusz Rolke, Chris Niedenthal, Maciej Skawinski und Armand Urbaniak. Das Brot gilt ihnen als Symbol einer gemeinsamen kulturellen Identität. Die Ausstellung umfasst 30 Schwarzweißfotografien, die in Bäckereien in der Ukraine, Tschechien, Polen, Deutschland und Frankreich entstanden sind. Sie entstanden in den Jahren 2004 und 2005.

Traditionelles Bäckerhandwerk

Die Bilder richten den Fokus auf das traditionelle Bäckerhandwerk in Europa. In den Räumen des Brotmuseums werden die Fotos an den Wänden von Tischen ergänzt, auf dem Brote aus den fünf Ländern liegen, die einen langen Weg aus ihren Herkunftsländern hinter sich haben, die sie repräsentieren. Der Besucher soll beim Gang durch die Räumlichkeiten des Museums eine Reise durch die Backstuben Europas – von der Ukraine ausgehend bis Frankreich – nachvollziehen. Es gibt außerdem Spiele zum Thema Brot zum Beispiel ein Puzzle, bei dem der Spieler Bilder zu Namen von Brot-Spezialitäten ordnen muss.

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Die Fotografen haben sich einen Bäcker in einem Ort ihrer Wahl ausgesucht. Es sollten kleine Betriebe sein, in denen der Bäcker persönlich für die Qualität seiner Backwaren steht. Die Fotos haben dokumentarischen Charakter.„Die Bilder zeigen ungeschminkt die Realität“, sagt Wilhelm Gerhardy, der Vorsitzende des Brotmuseums. „Die vielbeschworenen gemeinsamen kulturellen Werte Europas werden uns auf eine Weise dargeboten, die uns Europäer verbindet und einbezieht“, so Gerhardy.

Brot verbindet

Ein solcher Beitrag könne in einer Zeit, in der Europa von vielen in Frage gestellt wird, nicht hoch genug eingeschätzt werden. „Brot ist etwas, was uns alle in Europa verbindet. „Jeder von uns fängt den Tag mit Brot oder Brötchen an“, sagt Agnieszka Steuerwald vom Brotmuseum. „Egal, aus welchem Land man kommt, welche Sprache man spricht oder welcher Religion man angehört. Diese Ausstellung unterstreicht die Idee dieses Hauses, wie keine andere“. Für Steuerwald ist die Ausstellung „ein Beweis dafür, dass Brot verbindet“.

Eine Begeisterung für das alte Handwerk des Backens soll sich auf den Fotos zeigen, fährt Steuerwald fort. In der heutigen Zeit könne man nicht immer feststellen, ob ein Foto echt oder bearbeitet ist, ob eine Information stimmt oder einen in die Irre führt, teilt die Kuratorin des Brotmuseums mit. „Die Menschen sehnen sich nach etwas Echten, etwas Ursprünglichem“, sagt Steuerwald.

Ohne künstliche Beleuchtung

Dieses Bedürfnis sollen die Fotos ansprechen. Sie wurden ausschließlich mit fotografischen Mitteln gestaltet und nicht digital produziert: Die Fotografen bedienten sich Mittel der Komposition, Perspektive, Tiefenschärfe und Wahl des Objektivs. Weder Blitzlicht noch eine installierte Beleuchtung sollten den authentischen Charakter der Bilder schwächen. Was die Fotografen um drei Uhr morgens in einer Bäckerei, in der nur eine 60Watt-Birne hängt, vor Probleme stellt.

„Der Fotograf respektiert die Wirklichkeit, wie sie ist, er verändert nichts“, sagt Liesenfeld. Er ist Fotograf seitdem er 21 Jahre alt ist. Liesenfeld kennt sein Handwerk und weiß, wie man unter schwierigen Umständen gute Bilder macht. „Wenn ich von Fotografie rede, dann ist dass das, was wir hier zeigen“, sagt er, um sich von digitalen Bildern oder der sogenannten „digitalen Fotografie“ abzugrenzen.

35-Millimeter-Kamera und Schwarzweißfilm

„Fotografie zeigt, dass etwas tatsächlich so gewesen ist. Sie ist sichtbar gemachte Zeit und sichtbar gemachte Zeit ist Dokumentation“, erklärt der Dozent für Fotografie. Alle Bilder wurden mit einer 35-Millimeter-Kamera und dem gleichen Schwarzweißfilm hergestellt, denn jede Bäckerei sollte gleich behandelt werden und nichts vom Thema ablenken.

Von Julian Habermann

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