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Radolfshausen Carmen Schneegans baut Süßkartoffeln in Seulingen an
Die Region Radolfshausen Carmen Schneegans baut Süßkartoffeln in Seulingen an
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14:51 24.09.2019
Seltenes Gemüse: Carmen Schneegans baut Süßkartoffeln an. Quelle: Peter Krüger-Lenz
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Seulingen

Rötlich leuchten die Süßkartoffeln in einer grünen Kiste, die im Gewächshaus steht. Der Erdboden hier ist dicht mit grünen Blättern bedeckt. Einige Blüten sind zu sehen. Sie erinnern an Ackerwinden. Kein Wunder, denn die Süßkartoffel ist kein Nachtschattengewächs wie die Kartoffel. Sie zählt zu den Windengewächsen und ist wie Möhren und Rote Beete beispielsweise eine Speicherwurzel, erklärt Schneegans. Sie speichert in den verdickten Wurzeln Reserven.

Tod bei unter fünf Grad Celsius

Anfang Mai brachte die 29-Jährige die Stecklinge in den Boden, zuerst im Gewächshaus, Mitte Mai dann auf der Freifläche. Ein Jungpflanzenlieferant aus Münster habe sie kostenlos zur Verfügung gestellt, weil sie sie für ihre Meisterarbeit brauchte. 300 Quadratmeter Freifläche und 100 Quadratmeter im Gewächshaus bestückte sie mit 330 Trieben. Weil die Süßkartoffel laut Schneegans eine „sehr lange Kulturzeit von mindestens drei Monaten hat“, ist sie derzeit noch mit der Ernte befasst. Maschinen, wie sie bei der Kartoffelernte eingesetzt werden, funktionierten bei Süßkartoffeln nur bedingt, sagt sie. Von Hand muss sie nachlesen.

Eigentlich sei der Anbau von Süßkartoffeln „eine ganz einfache Sache“, erklärt Schneegans. Sie habe die Setzlinge gepflanzt, zweimal Unkraut gejätet, „dann wachsen sie“. Sie habe keine Krankheiten und auch keine Schädlinge festgestellt. Dünger habe sie auch nicht hinzugefügt. Die Pflanzen mögen es sehr warm, an mehreren Tagen hintereinander sei es um die 40 Grad Celsius warm gewesen, für die Süßkartoffel kein Problem. Sinkt die Temperatur allerdings unter fünf Grad, gehen die Pflanzen ein.

Mäusenester unter den Knollen

Die Freifläche hat die junge Frau bereits abgeerntet. 130 Kilogramm Knollen seien zusammengekommen, „marktfertig“, sagt Schneegans. Beschädigte Süßkartoffeln hat sie aussortiert. Einige hat sie mit der Grabegabel erwischt, andere wurden von Mäusen angegangen. „Die scheinen Süßkartoffeln ganz besonders zu mögen.“ Sie höhlten sie aus und bauten sogar ihre Nester unter den Knollen. Bis zu 40 Prozent der Ernte hätten die Nager vertilgt, schätzt Schneegans.

Draußen wuchsen die Knollen übrigens deutlich besser als im Gewächshaus, obwohl draußen überhaupt nicht, drinnen dagegen regelmäßig bewässert wurden. Dies erklärt sich Schneegans damit, dass die Außenpflanzen wegen des Wassermangels verstärkt Reserven in den Wurzeln anlegten. Auch der Warm-Kalt-Wechsel zwischen Tag und Nacht könnte den Wuchs befördert haben. Auf 940 Gramm habe es ihre größte Süßkartoffel gebracht.

Schalenlose Süßkartoffeln

Zwischen 50 und 60 Kilogramm hat Schneegans auf den Wochenmärkten in der Region und im Hofladen in Seulingen bereits verkauft. 4,50 Euro kostet ein Kilogramm – der gleiche Preis wie die Importware, die meist aus den USA eingeführt wird. Auf einen Unterschied zu ihren heimischen Süßkartoffeln macht Schneegans aufmerksam. Sie müssen nicht geschält werden. Im Ausland würde die Ware sieben bis zehn Tage bei einer Temperatur von 30 Grad Celsius gelagert. Das befördere die Schalenbildung. Acht Monate seien die Süßkartoffeln dann haltbar. Die Seulinger Ernte lässt sich immerhin vier Wochen lagern.

In diesem Jahr diente der Versuch mit den Süßkartoffeln der Meisterarbeit. Doch auch im kommenden Jahr kann sich Schneegans einen Süßkartoffel-Anbau vorstellen. Dann vielleicht sogar mit 2000 Stecklingen.

Knolle auf den Tisch

Die Süßkartoffel gehört nicht unbedingt zum Speiseplan der deutschen Küche. Auf jeden Fall ist sie noch nicht lange im Fokus von Köchen und Essern. Die angehende Gemüsegärtnermeisterin Carmen Schneegans empfiehlt die Zubereitung in er Pfanne oder im Ofen. „Erst bei großer Hitze entfaltet sich der Zucker in er Knolle.“ Chips hat sie bereits gefertigt und Stäbchen wie Pommes Frites. Auch lasen sie sich kochen. Allerdings müssen sie weitaus kürzer als ihre Namensvettern, die Kartoffeln, im Wasser bleiben. Nach fünf bis zehn Minuten sind sie fertig für die Mahlzeit. Schneegans hatte für ihre Abschlussarbeit auch andere Ideen. So hätte sie sich auch vorstellen können, eine neue Verpackung für Gurken zu entwickeln, die wegen der Feuchtigkeit vom obligatorischen Waschen in Plastik verpackt würden. Und warum fiel die Entscheidung dann für die Süßkartoffel? Schneegans: „Weil ich den Geschmack gut finde.“

Von Peter Krüger-Lenz

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