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Radolfshausen Drei Mädchen aus Seulingen werden Jugendleiter
Die Region Radolfshausen Drei Mädchen aus Seulingen werden Jugendleiter
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08:00 24.02.2019
Nach dem theoretischen Teil müssen Marie und Anna Robitzsch sowie Lena Jagemann jetzt den praktischen Teil bestehen. Dazu laden sie Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren ein. Quelle: mei
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Seulingen

Drei Mädchen, die wissen was sie wollen: die Juleica. Das Wort steht für Jugendleitercard. Sie ist ein bundesweit einheitlicher Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit. In Seulingen haben sich Marie und Anna Robitzsch und Lena Jagemann entschieden, künftig Kinder- und Jugendarbeit zu leisten und dafür die Juleica zu erwerben. Sie sind fast am Ziel.

„Den theoretischen Teil haben wir im Dezember gemacht, jetzt kommt der praktische Teil“, erläutert die 16-jährige Lena das Prozedere. Sie hat bereits bei der Ferienbetreuung der Samtgemeinde Radolfshausen geholfen – und das hat Spaß gemacht. Aber kann sie sich denn auch durchsetzen bei den Kids? „Ich versuche es zumindest“, sagt Lena und lächelt in einer Weise, in der Selbstsicherheit mitschwingt.

Zwei Wochenenden und zusammen 30 Stunden haben sich die Mädchen für den theoretischen Teil auf dem Weg zur Juleica bereits ans Bein gebunden. Aber das sei viel zu negativ ausgedrückt, finden die Drei. „Erstens hat es Spaß gemacht. Wir waren mit anderen Mädchen in einer kleinen Gruppe zusammen. Und außerdem sind zwei Wochenenden in Ordnung. Ich habe von anderen gehört, die für die Unterrichtseinheiten eine Woche lang geschult worden sind“, sagt Anna (16). Gelernt haben sie und ihre beiden Mitstreiterinnen zum Beispiel etwas über die Entwicklung von Kindern, über ihre Grundbedürfnisse, auch rechtliche Fragen sind behandelt worden. „Wir haben Spiele – auch Aktivspiele – kennengelernt und Tipps bekommen, wie man etwas organisiert.“

Abenteuerreisen zu den Indianern und ins All

Das Organisieren kommt den Schülerinnen jetzt zugute. Denn der praktische Teil steht an. Der umfasst noch einmal 20 Stunden. Ausgedacht haben sie sich zwei themenbezogene Wochenenden, echte Angebote, zu denen Kinder im Alter von sechs- bis zehn Jahren kommen können. Einmal heißt es am Sonnabend, 9. März: Abenteuerreise zu den Indianern.

Und dann, bereits ein Wochenende später, starten die drei Mädchen mit ihren Schützlingen in die unendlichen Weiten: Abenteuerreise ins All ist der Themennachmittag überschrieben, der ebenfalls um 16 Uhr beginnt. Wer mag, kann gerne verkleidet kommen: als Indianer – oder als Weltraumreisender. Für das leibliche Wohl wird gesorgt sein, versichert Jugendreferent Rainer Uthmann vom Kinder- und Jugendbüro Ebergötzen, der die drei Mädchen während ihrer Ausbildung zum Jugendleiter begleitet. „Ich freue mich drauf. Das wird eine coole Sache“, sagt Lena im Vorfeld des Praxis-Testes.

Abenteuerreisen in Seulingen

An den SeulingerAbenteuerreisen können Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren teilnehmen. Die Reise zu den Indianern startet am Sonnabend, 9. März, um 16 Uhr und wird gegen 20.30 Uhr beendet sein. Die Reise ins Weltall beginnt am Sonnabend, 16. März, um 16 Uhr. Rückkehr zur Erde: 20.30 Uhr. Anmeldeschluss dafür ist der 11. März. Veranstaltungsort ist das Pfarrheim Seulingen, An der Kirche 6. Die Kosten belaufen sich auf jeweils 1 Euro pro Person. Anmeldungen sind möglich unter der Mailadresse leleja@live.de

Soft Skills stären: Vorbereitungen für berufliche Zukunft

Sie ist sich sicher, dass mit der Ausbildung die persönliche Eigenverantwortung gestärkt wird. „Es geht darum, zu planen, den Überblick zu behalten, konzentriert an einer Sache dran zu bleiben“, beschreibt sie die Erfordernisse. Lena sagt, dass sie später gerne studieren will. Was? „Das weiß ich noch nicht. Aber es ist gut, die Erfahrung zu haben, die wir jetzt machen. Vielleicht wird sie für einen Nebenjob nützlich sein.“ Anna will auf jeden Fall nach der Schule ein Au pair Jahr einlegen. „Da wird mir die Juleica ganz sicher helfen“, sagt sie. Marie (15) liebäugelt mit einer Ausbildung. Und ja, vielleicht wird sie einmal im Kinder- oder Jugendbereich arbeiten. Vorstellbar wäre das schon.

„Die Juleica gehört zu den sogenannten Soft Skills in einer Bewerbung“, weiß Uthmann. Heißt: Ein Arbeitgeber oder eine Uni können an dieser Qualifikation persönliche Stärken ablesen. Bei Bewerbungen könne das nur von Vorteil sein.

Ehrenamtliches Engagement

Für ihre Tätigkeit erhalten Jugendleiter kein Geld. Regional unterschiedlich gibt es Vergünstigungen, etwa den kostenlosen Eintritt ins Schwimmbad. Der Antrag auf die Juleica ist nur online möglich. Bundesweit gibt es mehr als 100000 Ehrenamtliche in der Jugendarbeit, die eine Juleica besitzen.

Von Ulrich Meinhard

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