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Radolfshausen Zeit mit Pferd zu verschenken
Die Region Radolfshausen Zeit mit Pferd zu verschenken
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18:06 27.11.2017
Norbert Rudolph mit seinen Pferden und Ehefrau Simone (Mitte) sowie Kara Ueckert.
Norbert Rudolph mit seinen Pferden und Ehefrau Simone (Mitte) sowie Kara Ueckert. Quelle: Foto: Bänsch
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Ebergötzen

„Verschenke zu Weihnachten Zeit mit meinem Pferd“ – unter diesem Hashtag beteiligen sich zurzeit deutschlandweit Pferdehalter an einer Aktion, die Kindern Kontakt zu Pferden ermöglichen soll. Norbert Rudolph aus Ebergötzen und einige weitere Pferdehalter im Landkreis Göttingen sind mit dabei.

Die Pferdezeit soll vor allem Kinder ansprechen, deren Familien sich sonst keinen Reitunterricht oder Urlaub auf dem Ponyhof leisten können. Wer also ein Kind kennt, dessen „Augen leuchten, wenn es ein Pferd sieht“, kann einem der teilnehmenden Pferdehalter bei Facebook einen Vorschlag schicken, welches Kind da in Frage käme.

„Ich finde die Aktion gut und habe auch schon ein Kind gefunden, das in den Weihnachtsferien zu uns auf den Hof kommt und Zeit mit den Pferden verbringen darf“, sagt Norbert Rudolph. Der Pferdehalter hat kleine und große Vierbeiner. Mit seinen kräftigen Kaltblütern rückt er Holz im Wald, nimmt an Wettbewerben teil und veranstaltet jedes Jahr den Holzrücketag in Ebergötzen mit Gleichgesinnten aus ganz Deutschland.

Holzrücke-Schnupperkurse

Um dem Eichsfelder Mädchen im Grundschulalter den Kontakt zum Pferd zu ermöglichen, steht aber erst einmal Shettlandpony-Dame Tila parat. Das vorsichtige Heranführen an Pferde ist für Rudolph dabei nichts Neues. Er weckt gern das Interesse bei Holzrücke-Schnupperkursen, wo auch Menschen teilnehmen, die „noch nie etwas mit Pferden am Hut hatten“, sagt er.

„Auf dem Pony kann das Mädchen vormittags etwas reiten, und nachmittags ist der Besuch bei den Großen geplant“, nennt Rudolph schon ein paar Programmpunkte für die Weihnachtspferdezeit. Wenn auch zu den Kaltblütern Vertrauen gefasst wurde, darf sich das Kind aussuchen, ob es auch auf so einem großen Pferd reiten oder lieber in der Kutsche mitfahren möchte.

Im ländlichen Raum, wo Pferdehalter die Tiere auf dem eigenen Hof unterbringen können und Heu und Stroh selbst machen, könnten auch Reitbeteiligungen gefunden werden, die noch bezahlbar seien. Rudolph nimmt als Hofbesitzer von seinen Reitbeteiligungen nur die Gebühren für den Versicherungsschutz. In Städten könnte eine Reitbeteiligung gleich mehr als 100 Euro im Monat kosten, wobei oft noch kein Reitunterricht enthalten sei. Ein Pferdehalter, der eine Reitbeteiligung anbietet, muss auch für den Versicherungsschutz aufkommen, erklärt er. Das Pferd brauche neben Platz und Weideland auch Futter, Pflege, Hufschmied, Tierarzt, Ausrüstung, Ausbildung und sei als Lebewesen nur bedingt für Reitunterricht einsetzbar. Die meisten Reitbeteiligungen müssten sich an diesen Grundkosten beteiligen. Dazu kämen noch die Kosten für Unterricht, Hallennutzung (falls vorhanden) und die eigene Reitkleidung.

Kostenlose Pferdezeit

Rudolph und auch die anderen Pferdebesitzer, die sich an der Pferdezeitaktion beteiligen, wissen, dass solche Kosten für einige Familien mit pferdebegeisterten Kindern schwer aufzubringen sind. Daher würde er gern die kostenlose Pferdezeit auch mehrmals im Jahr anbieten, sagt Rudolph. Planungen dazu liefen bereits.

Von Claudia Nachtwey