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Radolfshausen Ehrenamtlicher Einsatz in Ebergötzen: „50er“ lösen „34er“ ab
Die Region Radolfshausen Ehrenamtlicher Einsatz in Ebergötzen: „50er“ lösen „34er“ ab
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00:23 10.06.2019
Willi Behre (l.) baut mit Udo Wollborn 120 Meter Zaun am Brotmuseum in Ebergötzen. Quelle: Rüdiger Franke
Ebergötzen

Willi Behre ist 78 Jahre alt. Gemeinsam mit Udo Wollborn, einem Mitarbeiter des Brotmuseums in Ebergötzen, hat Behre rund 120 Meter Zaun auf dem Gelände des Museums aufgebaut. „Ohne ehrenamtliches Engagement wäre vieles nicht möglich“, sagt der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde. Um bauliche Dinge haben sich in der Gemeinde in der Vergangenheit die „34er“ gekümmert. Sie nannten sich so, weil viele Mitglieder rund um das Jahr 1934 geboren wurden. „Bei uns waren eigentlich alle Gewerke vertreten“, erzählt Behre.

Engagierte Rentner im Einsatz für die Gemeinde

„Die 34er haben viel für uns getan“, sagt auch Wilhelm Bruinjes, Geschäftsführer des Brotmuseums. Das Engagement habe bereits begonnen, als die Mühle vor 20 Jahren von Mollenfelde nach Ebergötzen umgezogen sei. Doch mittlerweile ist Willi Behre, geboren 1940, das letzte aktive Mitglied der 34er. Und da will Wilfried Fraatz für „Nachwuchs“ sorgen. „Ich bin selbst am 1. April in Rente gegangen“, erzählt er. Politisch hat er sich lange im Gemeinderat engagiert, ist aktuell Ratsvorsitzender des Samtgemeinderates.

„Ich habe mir gesagt, jetzt habe ich Zeit“, erklärt Fraatz sein Bestreben, die 50er ins Leben zu rufen. Und so startete er einen Aufruf an die Ebergötzer, die in den 1950er-Jahren geboren wurden und wie er als Rentner jetzt Zeit aufbringen können. „Wenn man heute in den Gemeinden schaut, wie wenig Geld zur Verfügung steht, ist zusätzliche Hilfe dringend erforderlich.“

Zehn Leute haben sich bislang auf seinen Aufruf bei ihm gemeldet, weitere hätten über Dritte ihr Interesse bekundet. „Ich bin überrascht, wie gut die Resonanz ist“, sagt der Initiator. Und es seien nicht nur Rentner, sondern auch junge Leute, die ihn angesprochen hätten. Auch in der neuen Gruppe seien viele Berufsgruppen bereits vertreten, unter anderem vom Bauzeichner über Mechaniker bis zu Elektronikern.

Weitere Berufsgruppen erwünscht

Fraatz selbst hat fast 40 Jahre lang als Medizintechniker in der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) gearbeitet, war zuständig für die lebenserhaltende Technik. Darüber hinaus hat er auch bei acht Besuchen in Afrika Aufbauhilfe geleistet. Das bislang vertretene Spektrum an Berufen können durchaus noch breiter werden, sagt Fraatz. „Wir haben zum Beispiel leider noch keinen Maurer oder Zimmermann dabei.“

Wilfried Fraatz möchte die 50er in Ebergötzen gründen. Die Brücke soll das erste Projekt werden. Quelle: Rüdiger Franke

Die ersten Projektideen stehen ebenfalls bereits. „Mir fällt da als erstes die alte Brücke in der Nähe der Wilhelm-Busch-Mühle ein“, sagt Fraatz. Die müsse dringend saniert werden. „Darüber hinaus wollen wir ein bienenfreundliches Dorf werden.“ Dafür seien auch bereits einige Ecken ausgesucht worden. Aber es gebe auch mehrere marode Zäune in Ebergötzen, zum Beispiel am Kindergarten und an der Wilhelm-Busch-Mühle. Auch neue Bänke seien ein Thema. „Es gibt viele Dinge, die wir erledigen können.“

Und auch ein Fahrzeug stehe zur Verfügung, berichtet Fraatz. „Ich habe einen alten Trecker restauriert, einen alten MAN.“ Dadurch bestehe auch die Möglichkeit zum Transport, „zum Beispiel, wenn wir Holz machen müssen“. So sei die Gruppe unabhängig von einer Fahrzeugverfügbarkeit seitens der Gemeinde.

„Nach den Sommerferien will ich dann alle Interessenten zusammentrommeln“, erzählt Fraatz. „Die Arbeit schweißt zusammen, auch im dörflichen Leben.“

Ehrenamtliche Mitstreiter gesucht

„Es gibt immer etwas zu bauen, zu reparieren und zu erneuern“, sagt Wilfried Fraatz. Interessenten, die sich mit den 50ern in Ebergötzen engagieren wollen, melden sich bei Wilfried Fraatz unter Telefon 05507 / 455, mobil unter 0172 / 5615845 beziehungsweise per Mail unter wfraatz@gwdg.de

Von Rüdiger Franke

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