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Radolfshausen Fast 150 Wanderer genießen die Gemeinschaft in Ebergötzen und Hilkerode
Die Region Radolfshausen Fast 150 Wanderer genießen die Gemeinschaft in Ebergötzen und Hilkerode
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00:22 11.04.2019
Start zur Wanderung der Samtgemeinde Radolfshausen am Sporthaus des TSV Ebergötzen. Quelle: Eichner-Ramm
Ebergötzen/Hilkerode

Die Sonne strahlte, die Temperaturen waren genau richtig und die Menschen, die am Sonntagvormittag an den Treffpunkten in Ebergötzen und in Hilkerode zusammenkamen, waren durchweg gut gelaunt. Jeweils etwa 70 Teilnehmer folgten den Einladungen des TSV Ebergötzen als Ausrichter der jährlichen Samtgemeindewanderung und des Heimat- und Verkehrsvereins (HVV) Hilkerode als Organisator des Frühlings-Familienwandertages.

Fast 150 Teilnehmer haben an den beiden Wander-Veranstaltungen teilgenommen. Hier eine fotografische Auswahl an Eindrücken.

Wilfried Schmidt, Wanderführer und seit 2006 ehrenamtlicher Wanderwegewart der Samtgemeinde Radolfshausen, hat den Überblick über das etwa 170 Kilometer lange Wegenetz der Samtgemeinde. In Teilen stellte Schmidt sie für die Wanderveranstaltung am Sonntag zu unterschiedlich langen Streckenvarianten zusammen. Markierungen wiesen den Teilnehmern den Weg, damit sich keiner verläuft.

„Im Zweifel kehrt man wieder um“

Verlaufen? Das kann begeisterten Wanderern wie Irma Beltz, Doris Godau, Inge Fraatz und Egon Goldmann eher nicht passieren, wie sich aus der Plauderei vor dem Start schließen ließ. Die Seeburger gehen oft und am liebsten auch gemeinsam wandern und sind dabei vorwiegend rund um den Seeburger See unterwegs. Die meisten Wege kennt die Gruppe. Falls nicht, werde der Beschilderung gefolgt. „Im Zweifel kehrt man wieder um.“ Am Sonntag war das nicht nötig. Am Ende fanden alle Teilnehmer wieder zum Sporthaus des TSV Ebergötzen zu Kaffee, Kuchen und Gegrilltem zurück.

Wolfgang Elend aus Ebergötzen ist mit seinen 81 Jahren leidenschaftlicher Wanderer und gerne an der frischen Luft. Quelle: Eichner-Ramm

Unter ihnen war auch der 81-Jährige Wolfgang Elend aus Ebergötzen. Er sei Hobby-Wanderer und „gerne an der frischen Luft“, sagte er. Bei Urlauben sei er bereits im Chiemgau von Hütte zu Hütte gewandert, war im Allgäu in den Bergen unterwegs und habe auch den Rennsteig und den Harzer Hexenstieg erwandert, berichtete er. Schon von Kindesbeinen an wandere er, erzählte Wilhelm Isermann aus Ebergötzen. An der Samtgemeindewanderung nehme er fast jedes Mal teil – „ein bisschen aus Heimatverbundenheit, und um mich zu bewegen“, sagte der 65-Jährige.

Ein Osterhase am Wegesrand

Unterwegs erwartete die Wanderer aus Radolfshausen unter anderem der herausgeputzte Osterhase, der als geschnitzter Baumstumpf am Wegesrand die Blicke der Wanderer vom Weg abschweifen ließ. Die Wanderer auf der vom Wegewart vorbereiteten 6,5 Kilometer langen Route bogen kurz vor Bösinghausen in Richtung Weißwassertal ab, während die Wanderer der Neun-Kilometer-Tour noch weiter liefen und dann am Hördelbrunnen vorbei auf die mittellange Route stießen.

Im Wald bei Ebergötzen steht dieser Osterhase. Quelle: Schmidt

Nicht nur der Osterhase war als Sehenswürdigkeit entlang der Wanderstrecken markiert worden. Auch auf den Jungfernstein, auf einen Felsbrocken, der an 100 Jahre Forstamt Radolfshausen erinnert, oder einen in den Sansdsteinfelsen gehauene Indianerkopf wurden die Wanderer hingewiesen.

Beim Wandern Gleichgesinnte treffen

„Die Gemeinschaft mit anderen“ nannte die 82 Jahre alte Beltz als einen Grund für ihre Wander-Leidenschaft. Ähnlich formulierten es die 68-jährige Godau und der 75-jährige Goldmann. „Ich gehe fast jeden Tag raus“, meinte auch die 77-jährige Fraatz. Sie wandere „schon ewig“, sagte sie, „schon damals, als ich noch im Kindergarten gearbeitet habe und wir mit den Kindern viel gewandert sind“. Fraatz lege eigenen Angaben zufolge bei ihren regelmäßigen Touren etwa sechs Kilometer auf Schusters Rappen zurück. Goldmann macht das Wandern so viel Spaß, dass er bereits 14-mal am Brockenaufstieg teilgenommen habe, berichtete er von seinen Wandererfahrungen. Dabei habe er sogar einen früheren Bekannten von der Bundeswehr nach 45 Jahren wiedergetroffen. Man treffe beim Wandern immer wieder Gleichgesinnte, mit denen man ins Gespräch komme, versicherten die Seeburger unisono.

Brockenaufstieg nichts für Anfänger

Im Gegensatz zu den Runden um den Seeburger See oder den Etappen der Frühjahrswanderung der Samtgemeinde am Sonntag müsse man für den Brockenaufstieg trainieren. Das sei nichts für Anfänger, betonten Goldmann und Godau. Die 68-Jährige selbst habe schon zweimal beim Brockenaufstieg mitgemacht.

Das sind die richtigen Schuhe für eine Wanderung. Quelle: Eichner-Ramm

Worauf müssen Wander-Anfänger achten? Die Routiniers waren sich einig. Die ersten Touren sollten nicht zu lang sein, rät Goldmann: „Fünf bis zehn Kilometer sind ein guter Einstieg. Dann kann man sich ja steigern.“ Seine Begleiterinnen am Sonntag sagten, es sei hilfreich, wenn man jemanden habe, der einen antreibe und motiviere.

Ganz wichtig: gutes, eingelaufenes Schuhwerk

Ebenfalls wichtig sei gutes Schuhwerk und bequeme Kleidung. Das sagten die erfahrenen Wanderer, die sich ebenfalls am Sonntag von Hilkerode hinaus in die Natur aufmachten. Nicht nur Peter Dittmer und Werner Veltrup vom HVV-Vorstand hatten das richtige Schuhwerk an. Idealerweise sollte der Anfänger Wanderschuhe, wenigstens aber „gutes und festes Schuhwerk“ tragen, empfahl der 42-jährige Hilkeröder Christian Preitz. Wichtig ist, dass die Schuhe gut eingelaufen sind.

Die Neu-Hilkeröder Familie Rauchert vor dem Start zum Familienwandertag. Quelle: Eichner-Ramm

Wie wichtig das ist, erfuhr Dennis Rauchert bei seiner ersten Wanderung im Herbst vorigen Jahres. Der 42-jährige Hamburger war gerade erst mit seiner Familie aus der Großstadt nach Hilkerode gezogen und nahm damals mit seiner Frau Evelyn an der Herbsttour teil. „Das waren elf Kilometer“, erinnerte sich der Neu-Hilkeröder. Er sei „mit Bänkerschuhen herumgelaufen“ und habe am Abend Blasen an den Füßen gehabt. Diesmal wusste er es besser und freute sich schon auf die Wanderung mit vielen anderen Hilkerödern. Raucherts loben den Zusammenhalt im Ort. Auch für Preitz macht, wie er betonte, die Gesellschaft und das Miteinander den Reiz der HVV-Familienwandertage aus.

Eichsfelder Frühstück zur ersten Rast

Dazu trägt vermutlich auch das Eichsfelder Frühstück bei, das den Aussagen von Dittmer als Hilkeröder Spezialität gelte. Serviert wurde das deftige Mahl bei der ersten Rast, Abschluss des Familienwandertages war am Grillplatz Hummelborn. Die Teilnehmer beim Familienwandertag in Hilkerode – vom Kleinkind bis zum Senior – mussten nicht eigens etwas zu trinken mitnehmen, wie es Wanderer sonst tun sollten. Denn der HVV hatte sich um Verpflegung gekümmert. Jeder bekam einen „Verzehrzettel“ für die Getränke mit auf den Weg und sollte diesen am Ende bezahlen. Erwünscht war zudem ein freiwilliger Obolus für die Sanierung der Grillhütte am Hummelborn, erklärte Dittmer. Die war im vergangenen Jahr von Sturm Friederike zerstört worden. Am Sonntag konnten die Wander-Teilnehmer sehen, was die Mitglieder des HVV bereits für den Wiederaufbau geleistet haben.

Abschluss an der Grillhütte Hummelborn

Der gemeinsame Abschluss an der Grillhütte bei Hilkerode nach einigen Kilometern durch die heimische Landschaft war am Ende einmal mehr ein gelungenes Beispiel dafür, warum Wandern in Gesellschaft fast allen Beteiligten Spaß und Freude bereitet. „Man kann sich unterhalten und hat Spaß“, sagte zum Beispiel Carsten Rust, und ein älterer Mitwanderer sagte, beim Wandern bekomme man die heimische Natur mal wieder zu sehen. Und so war der Sonntag sowohl für die Hilkeröder als auch die Radolfshäuser ein gelungener Tag, bei dem die Wanderer nicht nur die Sonne, sondern auch die Gesellschaft Gleichgesinnter genossen haben.

Tipps für Wander-Anfänger

Tipps für Wanderanfänger:

Als Quelle für die Tipps für Wander-Anfänger dient der Wander-Blog von Hans-Joachim Schneider: anders-wandern.de.

Kurze Strecken mit wenig Steigung wählen (sechs bis acht Kilometer Länge) und gemütlich gehen.

Markierte Wanderwege nutzen, dann bedarf es zunächst keiner Wanderkarte. Gegebenenfalls Wander-Apps mit Kartenmaterial aufs Smartphone laden.

Anfänger benötigen nicht gleich die komplette Outdoor-Funktionsausrüstung. Zunächst tun es ein paar Wanderschuhe (das können auch eingelaufene Sneaker sein) und ein paar Wandersocken, bequeme, legere Kleidung sowie einen Regenschutz beziehungsweise Kleidung zum Wechseln.

In einen leichten Rucksack gehören etwas zu Trinken und ein klein wenig zu Essen.

Wandervereine in der Region (Auswahl):

Wanderfreunde Hettensen: Der Verein bietet unter anderem eigene Wanderwege rund um die Ortschaft. Internet: wanderfreunde-hettensen.net und Facebook: https://www.facebook.com/pg/Wanderfreunde-Hettensen-1984-eV-202653859829803/posts/

Harzclub: Der Verein kümmert sich um ein umfangreiches Wegenetz im Harz, organisiert Wanderveranstaltungen, betreibt vier Wanderheime mit Übernachtungsmöglichkeiten und bildet Wanderführer aus. Internet: harzclub.de/wandern 

Deutscher Alpenverein Sektion Göttingen: Die Sektion Göttingen des Deutschen Alpenvereins hat zusammen mit dem Forstamt der Stadt Göttingen ein Wanderwegekonzept für den Göttinger Wald erarbeitet. Unter dem Stichwort „Göttingen wanderbar“ wurden unterschiedliche Routen markiert. Internet: davgoettingen.de/angebote/wanderbar

Werratalverein 1883: der Verein agiert länderübergreifend in Hessen, Thüringen und Niedersachsen – und so verlaufen auch einige interessante Wanderwege mit ihrer speziellen Geschichte entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, dem Grünen Band. Der Verein bietet geführte Wanderungen an und markiert die Wege. Es gibt unter anderem einen Zweigverein in Hann. Münden. Internet: werratalverein1883.de 

Gemeinschaftserlebnis im zehnten Jahr

Sieben Vereine bereiten „Wandern mit andern“ 2019 vor

Zum nunmehr zehnten Mal wollen die Verantwortlichen des Kreissportbundes für ein Gemeinschaftserlebnis sorgen: „Wandern mit andern“ heißt es vom 28. April an.

Die Veranstaltungsreihe des Kreissportbundes Göttingen-Osterode hat über die Jahre eine große Fangemeinde gewonnen. Bei den sechs Veranstaltungen im vergangenen Jahr waren mehr als 3300 Menschen auf Schusters Rappen unterwegs. Schirmherr und Landrat Bernhard Reuter (SPD) hofft für 2019 auf eine ähnlich große Zahl. Er empfiehlt, die Gelegenheit zu nutzen, um „die einzigartige Landschaft unserer Region und die vielen unterschiedlichen Dörfer kennenzulernen“.

Jeder kann mitmachen

Mitglieder des VfR Langenhagen bereiten "Wandern mit andern" in Langenhagen vor. Als einer von sieben Austragungsorten, startet das Event hier am 19. Mai. Quelle: Markus Hartwig

Bei „Wandern mit andern“ kann jeder mitmachen – eine Mitgliedschaft im Sportverein ist nicht nötig. Die drei teilnahmestärksten Wandergruppen jeder Wanderung erhalten einen Verzehrgutschein. Und wer bei allen Wanderungen mitmacht und das in einem Wanderpass dokumentiert, nimmt an der Verlosung von Sonderpreisen teil.

Sieben Sportvereine haben sieben Wanderungen für die Monate von April bis September ausgearbeitet. Mit dabei sind der TSV Bremke/Ischenrode, der VfR Langenhagen, der SV Fortuna Werxhausen, der TSV Hammenstedt, der SV Rot-Weiß Harste und der WSV Südharz. Neu in diesem Jahr ist, dass es eine grenzüberschreitende Tour ins thüringische Beuren geben wird. Der SV Concordia Beuren ist von den Verantwortlichen des Kreissportbundes als neuer Partner gefunden worden.

Bereits im Januar des Vorjahres beworben

„Bereits im Januar des Vorjahres haben wir uns um die Ausrichtung der Veranstaltung beworben und schließlich den Zuschlag bekommen“, erläutert Aloys Hillebrand, der mit seinen Mitstreitern beim VfR Langenhagen für die Ausrichtung der „Wandern mit andern“-Veranstaltung am 19. Mai in Langenhagen verantwortlich ist.

Man wolle die Teilnehmer auch auf Sehenswürdigkeiten der Region aufmerksam machen, die auf den drei unterschiedlichen Routen passiert werden, kündigt Hillebrand an. An der Birkenallee mit Assisi-Kapelle und der Grabstätte von Heinz Sielmann ist beispielsweise ein Infostand der Heinz-Sielmann-Stiftung geplant. Auch das Grenzlandmuseum Teistungen ist Teil der vom VfB Langenhagen ausgearbeiteten Touren.

Auftakt am 28. April gestaltet der TSV Bremke/Ischenrode

Den Auftakt von „Wandern mit andern“ gestaltet am 28. April der TSV Bremke/Ischenrode mit dem Hurkutstein, dem Jägerstein und dem Waldschlösschen als Sehenswürdigkeiten. Der SV Rot-Weiß Harste führt die Teilnehmer am 16. Juni über leichte Hügel und den Westberg sowie den Bach Harste. Die Touren des SV Concordia Beuren eröffnet den Wanderern am 30. Juni Ausblicke auf die Obereichsfelder Landschaft.

Die Stephanshütte und das Zisterzienser-Kloster sind die Highlights der vom WSV Südharz für den 25. August ausgearbeiteten Touren. Die Strecken des TSV Hammenstedt führen am 8. September durch die nahe hügelige Umgebung der Ortschaft im Landkreis Northeim. Und schließlich können sich Wanderer darauf freuen, beim SV Fortuna Werxhausen am 29. September auf geschichtsträchtigem Gebiet unterwegs zu sein. Werxhausen zählt nämlich zu den ältesten Dörfern des Untereichsfelds.

Brockenaufstieg im Mai

Eine weitere größere Wander-Veranstaltung ist der Brockenaufstieg. Zum 18. Mal geht es am 25. und 26. Mai auf den Brocken. Start ist am Uni-Nordcampus. In diesem Jahr gibt es eine neue Streckenführung. Die Classic-Tour geht über 87 Kilometer in zwei Tagen zum Brocken, die Gipfel-Tour ist 38 Kilometer lang und ist ab Startpunkt Bad lauterberg in einem Tag zu bewältigen. Weitere Informationen und Anmeldung unter brockenaufstieg.de oder telefonisch unter 05 51 / 37 64 44.

Die Autorin erreichen Sie per E-Mail an b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de oder unter Telefon 05527/9499712.

Von Britta Eichner-Ramm

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