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Radolfshausen Neues Landwirtschaftsmuseum: So geht’s weiter
Die Region Radolfshausen Neues Landwirtschaftsmuseum: So geht’s weiter
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10:40 24.11.2019
So könnte es im neuen Landwirtschaftsmuseum in der Steinscheune auf dem Gutshof in Waake aussehen. Entschieden ist derzeit aber noch nichts. Quelle: Büro Bringmann
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Waake

Wie es vor 40 Jahren zur Gründung des Heimatvereins Waake-Bösinghausen kam und was der Verein seither gemacht hat, darum ging es am Donnerstagabend bei der Geburtstagsfeier im Gemeindesaal. Doch die gut 50 Geburtstagsgäste – unter ihnen zwei der Gründungsmitglieder des Vereins – wollten vor allem aber auch hören, wie es mit dem Projekt „Neues Landwirtschaftsmuseum“ weiter geht. Das soll in die Steinscheune an der früheren Bundesstraße in Waake ziehen, weil der frühere Museumsstandort im einstigen Kuhstall vom Gutsherrn benötigt wird.

Seit Jahresbeginn habe sich einiges getan, berichtet der Vorsitzende Dieter Kulle. Sämtliche Ausstellungsstücke der von Gründungsmitglied Willi Hartmann zusammengetragenen Sammlung seien inventarisiert, fotografiert und beschrieben worden. Außerdem hätten die Mitglieder der Projektgruppe und einiger Helfer die früheren Museumsräume komplett ausgeräumt und die Exponate auf dem Gutsgelände zwischengelagert. Die Großgeräte und Kutschen zum Beispiel stünden eng an eng und geschützt durch Planen und einen Zaun auf dem alten Reitplatz, weitere Stücke lagerten in zwei Containern.

Vertragsentwurf und Förderanträge

Vorsitzender Dieter Kulle und der zweite Vorsitzende Ralf Wehrt gaben sich beim Festabend vorsichtig optimistisch. Es gebe einen Vertragsentwurf mit Gutsbesitzer Winno von Wangenheim über die Nutzung der alten Steinscheune als künftiges Landwirtschaftsmuseum. Zudem stünden aktuell zwei Entscheidungen über Förderanträge aus. Fördermittel in Höhe von 200000 Euro erhofft sich der Verein aus dem EU-Programm Tourismus. Es werde erst im Frühjahr mit einer Entscheidung gerechnet, jedoch rechnet sich Kulle gute Chancen für das Waaker Projekt aus.

Wie aus heiterem Himmel sei dem Heimatverein kürzlich ein weiteres Förderprogramm „vor die Füße gefallen“, berichtete Kulle und meinte damit das neu vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) aufgelegte Programm, mit dem kleine Kultureinrichtungen gefördert werden sollen. „Das ist wie für uns gemacht“, so Kulle überzeugt. Der Heimatverein habe den Förderantrag im September gestellt, eine Entscheidung, ob die erhofften 50000 Euro an Zuschuss bewilligt werden, erwarten Kulle und seine Mitstreiter noch im Dezember.

Kostenschätzung und Finanzierung

Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei rund 360000 Euro, hinzu kämen etwa 50000 Euro für die Ausstattung des Museums nach aktuellen Standards. Damit beliefen sich die Gesamtkosten für das Projekt auf rund 410000 Euro, rechnete Kulle vor und machte deutlich: „Wir geben erst dann Geld aus, wenn wir es haben.“ Derzeit sei es gelungen, verbindlich zugesagte und vorhandene Mittel in Höhe von 205000 Euro einzuwerben, freute sich der Vorsitzende. Noch im Januar waren es nur 50000 Euro.

Die Gelder kämen aus zwei EU-Fördertöpfen (zusammen 76000 Euro), von der Gemeinde Waake (50000 Euro), von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Göttingen (zusammen 20000 Euro), von der VGH und der Calenberg-Grubenhagensche Landschaft (zusammen 20000 Euro), der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung (20000 Euro) sowie einer Reihe weiterer Einzelspenden und vereinseigenen Mitteln.

Ideen für die Ausgestaltung gefragt

Unterdessen hätten die Projektmitglieder in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Südniedersachsen erste Überlegungen zur Ausgestaltung des Neuen Landwirtschaftsmuseums angestellt. Erste Ideen baulicher Art hat Architekt Gregor Bringmann aufgezeigt, auf deren Basis aufgebaut werde. Ob sich die vier Gewölbekeller einbinden und nutzen lassen, sei noch offen, berichtete Kulle, denn derzeit würde ein zweiter Rettungsweg fehlen. Wie die Sammlung in der Steinscheune mit ihren 430 Quadratmetern und zwei Toren bestückt werden könnte, werde zurzeit als Ideensammlung zusammengetragen. Der Heimatverein will auf seiner Internetseite einen Grundriss für Skizzen der Waaker und ihrer Vorschläge zur Verfügung stellen.

Ein Grobkonzept der künftigen Ausstellungsbereiche wurde für den Antrag beim MWK bereits vom Landschaftsverband erstellt, sagte der Vereinsvorsitzende. Dies wären: Geschichte des Gutshofs und des Dorfes Waake, Landwirtschaftliche Großgeräte für Aussaat und Ernte, Schmiede, Transportmittel, Museumspädagogischer Bereich, Bäuerliches Wohnen sowie Gerätschaften in Haus- und Hof.

Bevor die nächsten konkreten Schritte wie die Unterzeichnung des Pachtvertrags, der Bauantrag mit Nutzungsänderungsantrag sowie Ausschreibungen für die Reparatur des Daches angegangen werden, sollen die ausstehenden Entscheidungen über die Förderanträge abgewartet werden.

40 Jahre Heimatverein

Bei der Feier zu 40 Jahre Heimatverein Waake-Bösinghausen sind zwei der einst 21 Gründungsmitglieder dabei gewesen: Willi Hartmann, der im früheren Kuhstall des Gutshofes von Wangenheim eine stattliche Sammlung landwirtschaftlicher Exponate und Zeugnisse früheren bäuerlichen Lebens zusammengetragen hatte, und Dietmar Kolbe, der heute in Magdeburg lebt. Beide erhielten eine Ehrenurkunde vom Vorsitzenden Dieter Kulle. Während der Feier im Gemeindesaal wurden Stationen aus der Vereinsgeschichte im Zeitraffer dargestellt. Manch ein Besucher erkannte sich auf den alten Fotos wieder oder erinnerte sich an besondere Ereignisse aus der Vereinsgeschichte. Dazu zählten zum Beispiel 1994 die Eröffnung des Heimatmuseums in der Alten Schule, 1980 der Wiederaufbau des Brunnens vor dem Tor oder der Bau einer Wassertretstelle 19081 in Bösinghausen. Etabliert hätten sich die jährlichen Lagerfeuerabende und die Nikolaustreffen im Advent. Gegründet wurde der Heimatverein Waake-Bösinghausen 1979. In Spitzenzeiten gehörten 145 Bürger dem Verein an. Seit einigen Jahren liegt die Zahl der Mitglieder konstant bei 130. „Das Durchschnittsalter ist hoch“, berichtete der Vorsitzende, Dieter Kulle. Bislang gelang es jedoch, Todesfälle durch Neueintritte auszugleichen.

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Die Autorin erreichen Sie per E-Mail an b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de oder unter Telefon 05527/9499712.

Der Artikel wurde korrigiert.

Von Britta Eichner-Ramm

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