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Radolfshausen Landwirtschaftsmuseum Waake: Auf der Suche nach der besten Lösung
Die Region Radolfshausen Landwirtschaftsmuseum Waake: Auf der Suche nach der besten Lösung
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00:23 11.02.2019
Willi Hartmann schaut mit seiner Frau Monika Fotos vom alten Pferdestall des Gutshofes von Wangenheim an. Quelle: Eichner-Ramm
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Waake

Willi Hartmann ist Begründer der inzwischen auf eine stattliche Sammlung landwirtschaftlicher Exponate und Zeugnisse früheren bäuerlichen Lebens. Seit 2002 hat der heute 86-Jährige vieles auf den etwa 420 Quadratmetern des Kuhstalls des Gutshofes von Wangenheim zusammengetragen, von der komplett ausgestatteten Bauernküche über eine Waschmaschinen-Sammlung bis hin zu Kutschen und landwirtschaftlichen Großgeräten. Sogar ein original Plumpsklo und eine funktionierende Dorfschmiede können die Besucher bewundern. Es sind vorwiegend Schüler- und Seniorengruppen, die die Sammlung nach Voranmeldung besuchen. Durchschnittlich etwa 500 Besucher seien es pro Jahr, schätzt Hartmann.

Projektgruppe prüft Vor- und Nachteile der Alternativen

Jetzt, da für die vielen, vielen Exponate neue Räumlichkeiten benötigt werden, sind Heimatverein Waake-Bösinghausen, dem Ortsheimatpfleger Hartmann angehört, und Gemeinde Waake auf der Suche nach einer Lösung. Verschiedene Vorschläge standen dabei im Raum. Es habe sich eine „sehr engagierte Projektgruppe“ gebildet, sagt der Vorsitzende des Heimatvereins, Dieter Kulle. Auch Willi Hartmann sei von Anfang an in die Diskussionen eingebunden. Doch der mag sich nicht so recht mit dem inzwischen von Verein und auch der Gemeinde favorisierten Standort in der alten Steinscheune an der ehemaligen Bundesstraße anfreunden.

Hartmann für Hallenneubau oder Pferdestall

Der 86-jährige Hartmann hält entweder einen einfachen Hallenneubau im Bereich der Tennisplätze am Dorfgemeinschaftshaus oder aber einen Umzug in den früheren Pferdestall auf dem Gutsgelände für die bessere Lösung und glaubt, diese Alternativen seien nicht ausreichend geprüft worden. Dem widersprechen allerdings sowohl Kulle im Namen des Vereins, als auch Gemeindebürgermeister Johann-Karl Vietor.

„Besondere Sammlung an besonderem Ort“

„Wir haben uns intensiv mit den Argumenten auseinandergesetzt“, so der Bürgermeister. Immerhin erkenne jeder die Verdienste Hartmanns um das Landwirtschaftsmuseum an. Das versichert auch Kulle. „Es seien sehr wohl alle Optionen abgewogen worden“, sagt er und hofft, Hartmann davon zu überzeugen, dass es um die Zukunft des Museums gehe. Und die sehe die Mehrheit der Projektgruppe eben in der Steinscheune. „Eine besondere Sammlung in einem besonderen Gebäude“ – das sei ein Alleinstellungsmerkmal, wird betont.

Neben dem Dorfgemeinschaftshaus und der Feuerwehr wäre Platz für einen Museumsneubau in einfacher Hallenkonstruktion, sagt Willi Hartmann. Quelle: Eichner-Ramm

Einen Neubau in Nachbarschaft zum Dorfgemeinschaftshaus scheide zum einen aus, weil es dafür keinerlei Fördermittel gäbe, zum anderen aber auch, weil der Gemeinderat ein weiteres zu unterhaltendes Gebäude ablehne und sich daher klar hinter das Konzept des Heimatvereins für die Steinscheune stelle, erläutert Vietor. Die Gemeinde will das Projekt mit bis zu 50000 Euro unterstützen.

Pferdestall auf dem Gutshof

Hartmann hält alternativ den früheren Pferdestall auf dem Gutshof für gut geeignet und meint, dass dort ein entsprechender Umbau machbar wäre, sieht sogar die Chance, später einmal nach Norden anzubauen. Allerdings spächen die Kosten und Auflagen zum Brandschutz gegen den Standort Pferdestall, argumentiert der Heimatverein in den Unterlagen für die Förderanträge, die für den Umzug des Landwirtschaftsmuseums Waake gestellt werden sollen. Nach intensiver Diskussion möglicher Standort-Alternativen und nach Abwägung aller Vor- und Nachteile sei die Entscheidung für die Steinscheune gefallen.

„Argumente nicht vom Tisch gewischt“

„Wir haben die Argumente Hartmanns nicht vom Tisch gewischt“, versichert der Vorsitzende des Heimatvereins. Kulle und Vietor wundern sich daher über Hartmanns jetzige Kritik, zumal dieser doch von Anfang an eingebunden gewesen sei und signalisiert habe, einen Umzug des Landwirtschaftsmuseums mitzutragen. Immerhin gehe es um die Zukunft desselben.

Steinscheune an der alten B27. Hier soll das Landwirtschaftsmuseum einen neuen Standort finden. Quelle: Eichner-Ramm

„Wir waren nicht immer einer Meinung – aber als wir am Ende gesehen haben, dass andere Alternativen nicht billiger zu haben sind, waren wir uns am Ende alle einig: die Steinscheune soll es werden“, so Kulle. Was das Einwerben von Förder- und Spendengelder zur Finanzierung angeht, hat der Heimatverein das erarbeitete Konzept auf den Weg gebracht. Die Steinscheune werde von der Mehrheit der Projektgruppe als zukunftsfähiger Standort für das Landwirtschaftsmuseum gesehen, betont auch der Gemeindebürgermeister.

„Nicht die Vielzahl an Exponaten ist entscheidend, sondern die Art der Darstellung“, wird argumentiert. Nun hoffen die Beteiligten, dass sie Willi Hartmann vom angestoßenen Konzept in der Steinscheune überzeugen. Denn dieses sehe durchaus Lösungsmöglichkeiten für die von Hartmann angeführten Kritikpunkte vor.

Die Autorin erreichen Sie unter b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de oder lokales@eichsfelder-tageblatt.de.

Von Britta Eichner-Ramm

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