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Radolfshausen Schlussläufer spendet Motivation
Die Region Radolfshausen Schlussläufer spendet Motivation
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16:00 02.01.2018
Horst Schröder (2.v.r.) motiviert und gibt Tipps. Quelle: Bänsch
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Bernshausen/Lenglern

„Komme ich ins Ziel, weiß der Veranstalter, dass kein anderer Läufer auf der Strecke ist“, berichtet Schröder, der vor zwölf Jahren mit dem Fußballspielen aufhörte und als Läufer aktiv wurde. Nach einer Herzmuskelentzündung startet er seit vier Jahren beim Lauf am Seeburger See und beim Sparkassenlauf in Duderstadt als Schlussläufer, im ersten Jahr sei er mit einem Fahrrad in dieser Funktion am See unterwegs gewesen.

Dienst für Teilnahme am Silvesterlauf getauscht

„Ich habe meinen Dienst extra getauscht, um auch dieses Jahr wieder in Bernshausen dabei sein zu können“, erläutert der Freizeitsportler aus Lenglern, der bei der Justizvollzugsanstalt in Rosdorf arbeitet und auch schon vier Marathonläufe absolviert hat. „Ich laufe von Anfang an mit dem Letzten, stelle mich auf dessen Tempo ein und gucke wie es ihm geht“, beschreibt der gebürtige Göttinger seine Aufgabe.

„Wenn Teilnehmer gehen, dann gehe ich natürlich auch“, erklärt Schröder und ergänzt: „Ich sage ihnen dann, dass es nicht so schlimm ist und sie sich nicht unter Druck setzen lassen, nichts übertreiben und keinen falschen Ehrgeiz entwickeln sollten, schließlich sind sie keine Hochleistungssportler“. Die Läufer würden die Ratschläge in aller Regel „dankbar annehmen“.

Deute sich an, dass ein Teilnehmer die Herausforderung nicht bewältigen könne, nehme er Kontakt zum Veranstalter auf. „Im vorletzten Jahr haben wir einen Teilnehmer zur Hälfte nach fünf Kilometern herausgenommen, der sich überschätzt hat und die zehn Kilometer nicht geschafft hätte“, nennt Schröder ein Beispiel.

Am zurückliegenden Silvestertag habe er zusammen mit seinem Bruder Jens eine junge Teilnehmerin des Zehn-Kilometer-Laufs nach dreieinhalb Kilometern „aufgegabelt“, der ein „bisschen schlecht gewesen“ sei und die sie bis zum Ziel-Durchlauf nach fünf Kilometern begleitet hätten. Dort sei sie aus dem Lauf ausgestiegen. Anschließend seien sie wie zuvor wieder in der Nähe eines 74-jährigen Läufers gewesen. Für diesen Athleten habe das Motto „Dabei sein ist alles“ gegolten.

Während des Fünf-Kilometer-Laufs begleitete das Duo aus Lenglern einen elfjährigen Jungen, der zusammen mit seinen Eltern nach Bernshausen gekommen und das erste Mal dabei war. „Wir haben ihm Atemübungen gezeigt, wie er auftreten soll und ihm gut zugeredet“, sagt Schröder.

So wie bei früheren Teilnahmen hätten er und sein Bruder sich kurz vor dem Ziel etwas zurückfallen lassen. Der jeweils letztplatzierte Athlet, der traditionell besonders starken Beifall erhalte, bewältigte die verbleibenden Meter alleine.

Den Helfern an der Strecke habe Schröder während der letzten Runde gesagt, dass sie abbauen, den Verkehr bald wieder freigeben und sich Richtung Ziel begeben könnten. Damit es zu keinen Irritationen komme, habe Moderator Frank Neumann den Zuschauern das Schlussläufer-Duo vorgestellt.

Saisonabschluss am Seeburger See

Der Lauf in Seeburg sei auch in diesem Jahr wieder ein gelungener Saisonabschluss gewesen. „Die Atmosphäre rund um den See ist schön, man sieht viele Athleten aus der Region wieder, mit denen man das ganze Jahr über läuft“, erklärt Schröder, der selbst bei diesem Wettbewerb bis 2012 als regulärer Teilnehmer am Start war und seit 2010 bis auf ein Jahr bei den Läufen um den Südniedersachsen-Cup dabei ist. Ausnahme sei der Lauf in Duderstadt, der seit dem vergangenen Jahr auch zu den Cup-Läufen gehöre.

Durch seine Tätigkeit als Schlussläufer hätten sich auch Bekanntschaften zu anderen Läufern ergeben. Schröder denkt dabei an ein „Schlusslicht“ der vergangenen beiden Jahre aus Karlsruhe, das ihm zwischenzeitlich via WhatsApp von seiner ersten Marathonteilnahme berichtet habe. Als Schlussläufer sei Schröder auch bei den Deutschen Waldlaufmeisterschaften der Justiz am Start gewesen, die im vergangenen Jahr von der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Nikolausberg ausgerichtet worden sei.

Die größte sportliche Herausforderung dieses Jahres sei für ihn die Teilnahme am Berlin-Marathon, bei der er mit weiteren Mitgliedern der „Lenglerner Laufjungs“ starten möchte. Schröder will die Strecke zusammen mit Rainer Hiller laufen. „Wenn wir es unter fünf Stunden schaffen, sind wir gut“, betont er.

Von Axel Artmann

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