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Radolfshausen Positives Gutachten für neue Glocken
Die Region Radolfshausen Positives Gutachten für neue Glocken
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20:59 19.01.2018
Glockensachverständiger Andreas Philipp (links) prüft die Martinsglocke.
Glockensachverständiger Andreas Philipp (links) prüft die Martinsglocke. Quelle: Foto: R/Robitzsch
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Seulingen / Karlsruhe

Der Guss der Seulinger Glocken ist gelungen. Glockensachverständiger Andreas Philipp hat die drei neuen Bronzeglocken bei Firma Bachert in Karlsruhe geprüft und für gut befunden, teilt Siegbert Jagemann, Mitglied des Kirchenvorstands und der Glockengruppe mit.

Sechs der zwölf Mitglieder der Seulinger Glockengruppe fuhren in Begleitung des Sachverständigen zur Abnahme der gegossenen Bronzeglocken nach Karlsruhe. Außer Jagemann machten sich Kirchenvorstandsmitglied Godehard Kopp, Pfarrgemeinderatsmitglied Rudolf Wucherpfennig, Walter Bode, Olaf Rotzsch und Ulrich Ralf auf den Weg nach Baden-Württemberg. Es sei ein bewegender Moment gewesen, als sie die Glocken sahen, berichtet Jagemann. Immerhin sollen sie in den kommenden sechs bis acht Jahrhunderten im Turm der Seulinger Kirche St. Johannes der Täufer bei fröhlichen und auch traurigen Anlässen erklingen. 2012 habe es den Bericht über den schlechten Zustand der aktuellen Glocken gegeben. Zwei Jahre später sei entschieden worden, mit dem Projekt zu beginnen, da es für spätere Generationen immer schwieriger werde, ein solches Projekt umzusetzen.

Bevor die Auftraggeber von der Firma Bachert zur Abnahme eingeladen wurden, habe ein Glockengießer bereits eine Vorprüfung vorgenommen. Beim Abnahmetermin war dann Andreas Philipp an der Reihe. Er habe die Glocken zunächst einer Sichtprüfung unterzogen, berichtet Robitzsch. Dabei habe er darauf geachtet, ob es zum Beispiel Beschädigungen gebe.

Nach der optischen stand die klangliche Prüfung auf dem Programm. Dazu habe der Sachverständige die Glocken mit einem Klöppel angeschlagen, wie Robitzsch erzählt. Auch hatte dieser verschiedene Stimmgabeln dabei. Bei der Prüfung suche er unter anderem Antworten auf folgende Fragen: Wie ist der Klang? Passen die Klänge der drei Glocken zusammen? Der Klang werde von der Form und vom Material bestimmt, erklärt Robitzsch. „Es darf deshalb auch gewisse Abweichungen geben.“ Am Ende sei deshalb aber auch der Klang jeder Glocke einzigartig. Zum Abschluss der Prüfungen habe der Sachverständige erklärt, der Guss sei gelungen und die Glocken seien zum Einbau zu empfehlen. Die Seulinger würden dazu auch noch ein schriftliches Gutachten bekommen.

Während Robitzsch und Wucherpfennig dem Sachverständigen bei seinen Prüfungen zusahen, trafen sich Jagemann und Kopp mit Firmenchef Christian Bachert zu einer Besprechung. „Wir haben den weiteren Ablauf durchgesprochen“, berichtet Jagemann. Unter anderem sei dabei auch die Lieferung noch ein Thema gewesen und natürlich die Abrechnung. „Die Glocken wurden gewogen“, sagt Jagemann. Anhand des Gewichts werde nun die Abrechnung erfolgen. Die Bronze dafür hatten sie sich bereits im vergangenen Jahr zum Tagesfestpreis gesichert. Darüber hinaus gebe es noch zahlreiche weitere Dinge, die berücksichtigt werden müssten, wie zum Beispiel die Versicherung der Glocken.

Für den Einbau der neuen Glocken haben sich die Seulinger die Dienste von Firma Senger aus Geismar im thüringischen Eichsfeld gesichert. „Das Handwerksunternehmen ist uns aus dem Obereichsfeld empfohlen worden“, erklärt Jagemann. Dort hatten sich die Seulinger unter anderem mit Pfarrer Günter Christoph Haase in Verbindung gesetzt, der in seiner früheren Gemeinde St. Cosmas und Damian in Geisleden in mehreren Kirchen die Glocken erneuert hatte.

Die Firma Senger habe gute Erfahrungen mit dem Glockenstuhlbau gemacht, sagt Jagemann. „Im Obereichsfeld sind sie da schon weiter als wir.“ Im niedersächsischen Teil seien in der jüngeren Vergangenheit nur 2011 in Duderstadt zwei neue Glocken in St. Cyriakus eingebaut worden. In Gieboldehausen habe es noch eine kleine Betglocke gegeben, doch nirgendwo sei eine ganze Glockengruppe eingebaut worden. Der Einbau sei in der heutigen Zeit mit viel Hightech verbunden. Auch benötige das Unternehmen zum Beispiel eine Verschiebebahn.

„Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Jagemann. Nach der positiven Auskunft könnten die Mitglieder der Glockengruppe nun den Weihetag weiter planen. Der ist auf Donnerstag, 10. Mai, terminiert, also auf den Himmelfahrtstag. Am Sonnabend, 23. Juni, sollen die drei neuen Glocken dann zum ersten Mal läuten.

Von Rüdiger Franke