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Landolfshausen Produktion im Käsehof Landolfshausen geht weiter
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19:58 10.04.2019
Die Produktion auf dem Käsehof in Landolfshausen ist - mit einiger Verspätung - nun wieder angelaufen. Quelle: Markus Riese
Landolfshausen

Der Käsehof in Landolfshausen kann endlich wieder in der eigenen Käserei Schafs- und Ziegenkäse herstellen. Am Dienstag und Mittwoch sind die ersten Chargen produziert worden.

Nachdem Teile des Hofes im August vergangenen Jahres einem Brand zum Opfer gefallen waren, mussten die Betreiber der Käserei immer wieder improvisieren. Dabei haben sich die Hofbesitzer Eberhard Prunzel-Ulrich und seine Frau Heide zu keiner Zeit unterkriegen lassen. Nur ein einziges Mal haben sie Milch wegschütten müssen – am Tag darauf ging es bereits weiter. Zunächst wich Käserin Franziska Huhn nach Lutterhausen zu Bettina Hucke aus, dann durfte sie eine mobile Käserei und einen ausrangierten Schlachtraum auf dem Hof von Landwirt Marcel Krämer in Landolfshausen nutzen. Anfang Februar kam sie vorläufig bei Franz Fahlbusch in Bodensee unter.

Endlich wieder auf dem eigenen Hof: Nach monatelanger Improvisation wird nun wieder direkt auf dem Käsehof Landolfshausen produziert.

Neuer Kessel mit modernem Rührwerk

„Dass das so gut geklappt hat, ist vor allem Franzi zu verdanken“, lobt Hofnachfolgerin Tina von Roedern den Einsatz der Käserin, die am Mittwoch den neuen Kessel mit dem modernen Rührwerk in Betrieb nehmen konnte. Tags zuvor hatte eine Kollegin den ersten Schafskäse hergestellt; den ersten Ziegenkäse hat Huhn selbst angesetzt und den Kessel mit 400 Litern Ziegenmilch befüllt. Bis zu 60 Kilogramm Käse können daraus gewonnen werden.

„Die Inbetriebnahme der neuen Produktion hat sich um etwa zehn Wochen verzögert“, erklärt Huhn. Der Einbau einer Fußbodenheizung unterhalb der Bodenfliesen habe eine ganz neue Heizungsanlage nötig gemacht; diese wiederum habe einen neuen Schornstein erfordert. Fertig ist längst noch nicht alles; der Reiferaum für Schnittkäse ist zum Beispiel noch nicht fertig.

Viel Unterstützung in der Not

Huhn hat viel zu tun an diesem Mittwochmorgen, sie muss viele Arbeitsschritte gleichzeitig im Kopf haben – trotzdem wirkt sie entspannt und erleichtert: „Es ist schön, wieder auf dem Hof zu sein“, sagt sie – und schiebt hinterher, wie dankbar sie allen Unterstützern ist, die in der Not geholfen haben. Explizit nennt sie hier auch die vielen Spender, und selbst die Behörden. „Veterinäramt und EU-Zulassung waren kooperativ, das hat uns sehr geholfen“, betont Huhn.

Tina von Roedern, die zusammen mit ihrem Mann Jan den Hof 2020 übernehmen möchte, hilft Huhn an diesem Tag in der Käserei aus. Sie schneidet Knoblauch, hilft beim Ansetzen von Kräutermischungen, assistiert später beim Abschöpfen des Käses aus dem Kessel.

15 000 Euro hat allein der 500-Liter-Bottich gekostet, 20 000 Euro die neue Kühltechnik, die mit Wärmerückgewinnung arbeitet. Die Gesamtinvestitionen für die neue Käserei schätzt von Roedern auf bis zu 90000 Euro. Schon ein Satz Käseformen schlägt dabei mit 1500 Euro zu Buche. Wie sinnvoll diese Anschaffung ist, zeigt sich schnell: Zwölf Behälter kann Huhn damit gleichzeitig befüllen und später auch wenden, was während des Herstellungsprozesses insgesamt drei Mal nötig ist. Das spart viel Zeit.

Einen Teil der Kosten deckt die Versicherung, auch Spendengelder werden sorgfältig und transparent eingesetzt. Den Rest steuern von Roederns selbst bei.

Weitere Ideen für die Zukunft

Ein paar Details sind noch zu verbessern im Produktionsablauf – an manchen Stellen hakt es noch. Kein Wunder: Der Kessel ist erst am Freitag installiert und am Sonnabend nur einmal getestet worden. Dafür scheint alles sogar schon erstaunlich gut zu funktionieren. Und das motiviert Huhn zusätzlich: „Es gibt einige Ideen, die sich hier verwirklichen lassen“, verrät sie. So plane sie, aus dem bei der Käseherstellung entstehenden Abfallprodukt Molke Ricotta zu machen. „Aber nicht heute“, lacht sie leicht gestresst, aber offensichtlich glücklich. In den vergangenen Monaten hatte sie Tausende von Litern Milch der 60 Ziegen und 40 Schafe ständig in Kannen und Eimern von A nach B bewegen müssen – das hat auch körperlich Spuren hinterlassen. Doch diese Tortur hat nun ein Ende.

Von Markus Riese

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