Landwirtschaftsmuseum Waake: Pachtvertrag für Steinscheune geschlossen
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Radolfshausen Landwirtschaftsmuseum Waake: Pachtvertrag für historische Steinscheune geschlossen
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Landwirtschaftsmuseum Waake: Pachtvertrag für Steinscheune geschlossen

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11:00 23.07.2020
Der Pachtvertrages für den neuen Standort des Landwirtschaftsmuseums Waake in der historischen Steinscheune wurde im Freien auf dem Gut Wangenheim unterzeichnet.
Der Pachtvertrages für den neuen Standort des Landwirtschaftsmuseums Waake in der historischen Steinscheune wurde im Freien auf dem Gut Wangenheim unterzeichnet. Quelle: r
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Waake

Seit gut zwei Jahren arbeitet der Heimatverein Waake-Bösinghausen intensiv an der Erhaltung seines Landwirtschaftsmuseums an einem neuen Standort auf dem Gutshof in Waake. Nachdem die Finanzierung bereits im Mai endgültig gesichert war, konnte Dieter Kulle, Vorsitzender des Heimatvereins Waake-Bösinghausen, jetzt einen weiteren Schritt in die Realisierung verkünden: „Wir haben einen langfristigen Pachtvertrag unterzeichnet.“

Das Museum muss wegen geplanter Mietwohnungen am bisherigen Standort auf dem Gut Wangenheim umgesiedelt werden. Als neue Heimat wurde die historische Steinscheune auf dem Gut auserkoren. Doch die muss vorher für die neue Nutzung umgebaut werden. Der Vorstand des Heimatvereins verhandelte deshalb mit dem Eigentümer Winno von Wangenheim über einen Pachtvertrag. Jetzt konnte Kulle einen Erfolg melden. Ein langfristiger Pachtvertrag über die Nutzung einer großen Steinscheune als Landwirtschaftsmuseum sei abgeschlossen.

Idealer Standort

„Der Verein ist darüber sehr froh, dass die Ausstellung in diese große, circa 150 Jahre alte, denk­mal­geschützte Steinscheune umziehen kann“, erklärt Kulle. „Diese Scheune ist – allein von der ursprüng­lichen Nutzung her – ideal für ein Landwirt­schaftsmuseum geeignet.“ Das Gebäude werde hierfür vom Verein saniert und umgebaut. Das imposante Baudenkmal, direkt am Ortsein­gang an der ehema­ligen Bundesstraße 27 gelegen, könne durch diese Umnutzung langfristig gesichert werden. „Unser Motto lautet: Eine besondere Sammlung in einem besonderen Gebäude – das ist etwas ganz Besonderes“, so Kulle.

Der Pachtvertrag hat eine feste Laufzeit von 25 Jahren mit Verlängerungsoption. Aufgrund der erheblichen Investitionen des Vereins in der Stein­scheune zahlt der Heimatverein für diese Zeit nur eine symbolische Pacht in Höhe von monatlich einem Euro. Kulle bedankte sich anlässlich der Vertragsunterzeichnung bei von Wangenheim für das entgegengebrachte Vertrauen, das für eine derart langfristige Bindung erforderlich sei. „Der Verein wird dieses Vertrauen rechtfertigen“, betont Kulle, und erklärte, dies auch an zukünftige Verantwortungsträger weitergeben zu wollen. Ein guter Vertrag sei wichtig, aber am besten sei es, wenn man den Vertrag abheften und niemals herausholen müsse. Beraten in der Vertragsgestaltung und während der Gespräche wurde der Heimatverein von Rechtsanwalt Hasso Werk, Partner in der Kanzlei Dr. Bodenburg, Zilian und Werk in Göttingen. Auch Bürgermeister Johann-Karl Vietor (CDU) habe den Verein auf dem bisherigen Weg in vielfältiger Weise unterstützt.

Warten auf Baugenehmigung

Aktuell wartet der Verein auf die Baugenehmigung für die Sanierung und den Umbau der Scheune, über die beim Landkreis Göttingen entschieden wird. Wenn es nach den Verantwortlichen in Waake geht, sollen bereits im August die ersten Bauarbeiten beginnen. Das Projekt Umzug hat in den vergangenen Monaten richtig an Fahrt aufgenommen. Denn erst im Mai konnte der Vereinsvorstand berichten, dass die Finanzierung dieses Projektes dank zahlreicher Förderer und Spender gesichert ist. Die Aussage gelte auch weiterhin, obwohl es nun noch etwas teurer wird, so Kulle. „Wir haben uns entschieden, die alten Gewölbekeller unter der Scheune in den Umbau einzubeziehen.“

„Es liegt noch viel Arbeit vor uns“, sagt Kulle. „Das Projekt ist eine große Heraus­forderung, aber auch eine Chance. Sowohl für den Verein als auch für unser Dorf.“ Wann das neue Museum eröffnet werden kann, stehe zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest. Auf jeden Fall soll das Museum im Jahr 2022 fertig sein. Denn in dem Jahr feiert Waake sein 1000-jähriges Bestehen.

Der Heimatverein Waake-Bösinghausen trifft sich am Donnerstag, 23. Juli, um 19 Uhr zur Jahreshauptversammlung im Gemeindehaus in Waake. Die Versammlung findet aufgrund der Corona-Pandemie unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln statt. Sie richtet sich wegen der dadurch nur begrenzten maximalen Besucherzahl dieses Jahr nur an Mitglieder des Heimatvereins.

Finanzierung gesichert

Der Umzug des Landwirtschaftsmuseums in Waake an seinen neuen Standort inklusive des Umbaus der Steinscheuneund der Ausstattung des Museums wird den Heimatverein Waake-Bösinghausen rund 400 000 Euro kosten. Die Finanzierung sei gesichert, konnte der Vorstand des Vereins im Mai bekanntgeben. In dem Monat kam die Zusage für eine Förderung von 200 000 Euro aus dem EU-Programm „Tourismus“. Bereits vorher waren EU-Mittel aus den Programmen „Kulturerbe“ und „Leader“ von zusammen 76 000 Euro sicher. Darüber hinaus hatten die Gemeinde Waake (50 000 Euro), die niedersächsische Sparkassenstiftung und die Sparkasse Göttingen (zusammen 20 000 Euro), die VGH und die Calenberg-Grubenhagensche Landschaft (zusammen 20 000 Euro) und die niedersächsische Bingo-Umweltstiftung (20 000 Euro) einen Betrag von insgesamt 110 000 Euro verbindlich zugesagt. Darüber hinaus haben fast 50 Spender eine Summe 18 000 Euro für den Erhalt des Museums gespendet.

Den Autor erreichen Sie per E-Mail an r.franke@eichsfelder-tageblatt.de beziehungsweise unter Telefon 05527/9499751.

Von Rüdiger Franke

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