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Radolfshausen Umweltausschuss mehrheitlich gegen Messstation und Sauerstoffzufuhr über Aue
Die Region Radolfshausen Umweltausschuss mehrheitlich gegen Messstation und Sauerstoffzufuhr über Aue
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00:26 18.05.2018
Vorschläge, dem Seeburger See zu helfen, werden derzeit in den Gremien des Kreistages diskutiert. Quelle: Rüdiger Franke
Göttingen / Seeburg

„Wir schlagen eine ständige Messstation für Temperatur und den Sauerstoffgehalt des Wassers vor“, erklärte Rieke Wolter, die die Gruppe im Umweltausschuss vertritt. Ein zweiter Teil des Antrages sei, dass bei sehr heißer Witterung ein Teil des Wasser nicht durch den Seeanger fließe, weil dort eine starke Erwärmung und Sauerstoffzehrung stattfinde. Stattdessen soll das Wasser über den Altarm der Aue in den See geleitet werden. „Hiermit wollen wir erreichen, dass mehr kaltes und sauerstoffhaltiges Wasser am See ankommt.“ Als weiterer Punkt stehe in dem Antrag, dass eine Sauerstoffanreicherung bei großer Hitze und wenig Sauerstoff im Wasser stattfinden soll. Dies soll über eine Pumpe am Wehr erfolgen.

Bei den Auswirkungen angesetzt

Für diese Maßnahmen setzt sich seit Jahren auch der Verein Adele (Auge des Eichsfeldes – Lebendiger Seeburger See) ein. Die Erste Kreisrätin Christel Wemheuer habe nach Angaben von Wille erklärt, dass der Verein angeboten habe, die Umsetzung mit 10 000 Euro zu unterstützen. Doch die Kreisverwaltung sah den Vorschlag bereits im vergangenen Jahr als nicht sinnvoll an. „Eine solche technische Anlage verhindert nicht die grundlegenden Prozesse, sondern setzt bei deren Auswirkungen an“, hatte Kreissprecher Ulrich Lottmann im September 2017 erläutert. „Deshalb bestehen aus fachlicher Sicht erhebliche Zweifel, ob eine solche Anlage Abhilfe schaffen kann.“

Untersuchungsergebnisse abwarten

Bevor Maßnahmen am See umgesetzt werden, wolle die große Mehrheit und die Verwaltung noch Untersuchungsergebnisse abwarten, die erst Ende des Jahres vorliegen sollen, kritisierte die Gruppe Linke / Piraten / Partei. Dies sei aus ihrer Sicht unverständlich, weil die Fakten schon bekannt seien. „Es gibt klare Aussagen seitens der Verwaltung, dass die Ergebnisse weiter geprüft werden sollen“, sagte Wille.

Seeburger See Quelle: Rüdiger Franke

Grundlegendes Problem

Das Problem für den Seeburger See werde grundsätzlich immer bestehen bleiben, erklärte Wille und bezog sich auf einen Expertenvortrag. Die Sedimente, vor allem der Phospor, seien sehr gehaltreich. „Wenn es wärmer wird, wird auch der Phosphor aktiv.“ Dieser habe in den vergangenen Jahren mehrfach zur Bildung von Blaualgen geführt, was zum Teil auch ein Badeverbot nach sich zog.

Unangenehme Gerüche

Im vergangenen Jahr habe es im Sommer noch ein weiteres Problem gegeben, erzählte der Vorsitzende. Durch mehrere Tage anhaltende Regenfälle habe sich das Wasser im Seeanger gestaut. Der Zersetzungsprozess abgestorbener Pflanzen im Seeanger habe dann zu weiterer Sauerstoffzehrung geführt. Das stehende Wasser habe sich erwärmt, was die Bildung von Faulgas gefördert hätte, hatte Ludwig Pape vom Verein Adele damals erläutert. Die Folge waren äußerst unangenehme Gerüche, die bis zum Ort Seeburg herüberzogen.

Verlandung verlangsamen

„Es gibt Überlegungen, das Wasser schneller abzulassen. „Das bedeutet aber im Gegenzug, dass mehr Sedimente in den See kommen“, sagte Wille. Der See sei einmal deutlich tiefer gewesen als seine jetzige durchschnittliche Tiefe von zwei bis drei Metern. Experten seien sich sicher, dass es den See irgendwann nicht gebe, so der Ausschuss-Vorsitzende weiter. Der Prozess der Verlandung lasse sich höchstens verlangsamen. Dazu sollen Maßnahmen beitragen, die im Zusammenhang mit der Flurbereinigung beschlossen wurden. Wemheuer habe erklärt, dass drei der vier geplanten Maßnahmen bereits umgesetzt seien.

Entscheidung im Kreistag

Wie so oft in den letzten Monaten sei ihr Vorschlag „von einer ganz großen Koalition aus SPD / CDU / Grünen / FWG und Verwaltung“ abgelehnt worden, teilte die Gruppe Linke / Piraten / Partei mit. Am Donnerstag, 17. Mai, berät nun der nicht öffentliche Kreisausschuss über den Antrag. Zum Abschluss der Beschlussfolge soll der Kreistag in seiner Sitzung am 20. Juni eine Entscheidung fällen.

Gute Badewasserqualität

Zum Start der Badesaison sind die Wasserwerte im Seeburger See nach dem ersten Test durch das Niedersächsische Landesgesundheitsamt als sehr gut beurteilt worden. Das Amt testet in regelmäßigen Abständen die Wasserqualität von niedersächsischen Badeseen und informiert darüber im Badegewässer-Atlas Niedersachsen.

Von Rüdiger Franke

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