Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Radolfshausen Milchbank als Blickfang in Ebergötzen
Die Region Radolfshausen Milchbank als Blickfang in Ebergötzen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 25.04.2019
Helga Deutsch und Bürgermeister Detlef Jurgeleit präsentieren die neue Milchbank samt alter Kannen in Ebergötzen. Quelle: Franke
Ebergötzen

„Ich habe das in anderen Orten gesehen und fand es eine schöne Idee“, sagt Verwaltungsvertreterin Hilturd Bartus-Deutsch. Deshalb unterbreitete sie den Vorschlag, auch in Ebergötzen eine solche Bank aufzustellen. Rentner Fritz Andree, der sich ehrenamtlich im Dorf viel engagiere, habe dann die Intiative ergriffen und die Sammelstelle gebaut. Sie steht an der Ecke Bergstraße / Am Klingsberg, auf der Route zwischen Brotmuseum und Wilhelm-Busch-Mühle.

Abgabe bis 6.30 Uhr

„Wir sind morgens in den Stall gegangen und haben gemolken“, erzählt Helga Deutsch. Damals habe nahezu jeder im Dorf Milchkühe gehalten. Heute gebe es keine mehr in Ebergötzen. Die frisch gemolkene Milch und die vom Abend davor sei in 20-Liter-Kannen zur jeweiligen Milchbank gebracht worden. „Um 6.30 Uhr mussten die Kannen dort stehen“, so Deutsch weiter.

Abtransport auf dem Hänger

Ein Bauer sei mit seinem kleinen Schlepper durch das Dorf gefahren und habe an den Milchbänken die Kannen auf den Hänger geladen. „Damit ist er nach Landolfshausen zur Molkerei gefahren“, erzählt Deutsch. Die Kannen seien nummeriert gewesen. „Unsere hatte erst die Nummer 192 und später die 1070. Anhand der Nummern konnte die Molkerei die Liefermenge zuordnen. „Am Monatsende bekamen wir immer eine Abrechnung.“

Butter und Käse

Noch am Vormittag brachte der Bauer die Kannen wieder zur Milchbank. Dabei brachte er auch je nach Bestellung Butter, Käse, Sahne und Schmand mit und legte die Milchprodukte ebenfalls darauf ab. Die Leute holten dann ihre Kannen und die bestellten Lebensmittel ab. Zu Hause wurden die Kannen gründlich ausgewaschen, damit sie am nächsten Morgen wieder einsatzbereit waren. Aber auch Molke habe der Bauer manchmal mitgebracht. „Die haben wir den Schweinen in die Tröge geschüttet“, sagt Deutsch. „Die mochten das.“

Die neue Milchbank in Ebergötzen Quelle: Rüdiger Franke

Hygiene-Vorschriften

Dieser Lieferzyklus wäre in der heutigen Zeit wegen der verschärften Hygiene-Vorschriften überhaupt nicht mehr möglich, so die Seniorin. Schon Anfang der 1970er-Jahre änderte sich daran etwas. „Ab da kam ein Kühlwagen und pumpte die Milch direkt vor Ort aus den Kannen ab.

Treffpunkt für junge Leute

Im heutigen Gemeindeteil Holzerode hätten keine Milchbänke gestanden, erzählt Gemeindebürgermeister Detlef Jurgeleit (SPD). Holzerode habe stattdessen einen Melkstand gehabt. Er weiß aber noch, dass abends die jungen Leute auf den Milchbänken gesessen hatten.

Alte Kannen gesucht

Vier Kannen stehen schon auf der neuen Milchbank in Ebergötzen. „Wir nehmen aber gern noch weitere Milchkannen an, um sie dazuzustellen“, ruft der Bürgermeister die Einwohner auf, ebenfalls ihre alten Kannen zur Verfügung zu stellen.

Von Rüdiger Franke

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die CDU im Landkreis Göttingen startet in ihren Europawahlkampf. Zu einer Auftaktveranstaltung in Seulingen wird der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus, erwartet.

23.04.2019

Die ersten Osterfeuer sind am Sonnabend entzündet worden – am Sonntag ging es in die zweite Runde. Bei schönem Wetter war mancherorts der Besucheransturm zu groß für die Biervorräte.

22.04.2019

„Seelantis – die versunkene Burg“ – rund um den Seeburger See soll das Wandertheaterstück aufgeführt werden. Bis zum Aufführungstermin im Spätsommer gibt es noch reichlich Arbeit.

20.04.2019