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Radolfshausen Naturfriedhof in der Samtgemeinde Radolfshausen geplant
Die Region Radolfshausen Naturfriedhof in der Samtgemeinde Radolfshausen geplant
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00:20 23.06.2018
Begräbnisstätten in der Nähe zu Bäumen sind eine Alternative zu herkömmlichen Bestattungsformen. Quelle: dpa
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Einzelheiten des Konzeptes erläuterten Winno von Wangenheim und Unterstützer Franz von Rotenhan den Mitgliedern des Bau-, Umwelt- und Feuerschutzausschusses der Samtgemeinde Radolfshausen. Angehörige sollen in den Jahren nach dem Todesfall einen neuen Organismus wachsen sehen können, erklärte von Wangenheim. Es gebe keine alten Bäume dafür einige junge Bäume, ein Großteil der Fläche liege brach, sagte von Rotenhan. Die Idee sei, aus einem ganz jungen Wald einen Naturfriedhof entstehen zu lassen. Er biete die Möglichkeit zu Urnenbestattungen am Fuß heimischer Baumarten, heißt es in dem Konzept. Eingebunden werden sollen außer Bäumen und Forstpflanzen auch Naturelemente wie Findlinge.

Samtgemeinde soll Trägerschaft übernehmen

„Wir würden uns freuen, wenn die Samtgemeinde die Trägerschaft für den Friedhof übernehmen würde“, erklärte von Rotenhan. Die Samtgemeinde wäre auch für den Erlass der Friedhofsordnung und die Beantragung und Ausweisung verantwortlich. Der Gutsbetrieb würde sich um die Projektierung kümmern, die Flächen bereitstellen und den gesamten Friedhof leiten, führen und verwalten.

Für die Gemeinde würden keine Kosten anfallen, betonte von Rotenhan. Mit Ausnahme des Aufwandes bei der Genehmigung würde der Gutsbetrieb sämtliche Pflichten und Aufgaben übernehmen. Naturfriedhöfe stünden nicht in Konkurrenz zu konventionellen Friedhöfen in der Gemeinde, erklärte er. Interessierte entscheiden sich nach seiner Ansicht nicht gegen eine konventionelle Bestattung, sondern für eine Grabstätte in der Natur. Der Unterstützer des Projektes verwies auch darauf, dass Urnen biologisch abbaubar seien und keine Schadstoffe enthielten. Für Tiere entstünde keine Gefahr, da die Urnen in ausreichender Tiefe beigesetzt würden.

Friedhof in zentraler Lage

Der angedachte Naturfriedhof solle „regional geprägt sein“, betonte von Wangenheim. Er erinnerte zugleich daran, „dass es unheimlich viele Menschen gibt, die irgendeinen Bezug zu Göttingen haben“. Für viele Konstellationen sei die Region die Mitte und zentral erreichbar. Am ganz leicht abschüssigen Gelände führe ein gut ausgebauter Weg entlang. Der Bereich ließe sich mit Wegen gut von der Seite erschließen. Die Flurstücke drumherum gehörten in weiten Teilen zum Betrieb, so dass es wenig Konfliktpotenzial gebe.

Von Axel Artmann