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Radolfshausen Landwirtschaftsmuseum Waake soll in Steinscheune umziehen
Die Region Radolfshausen Landwirtschaftsmuseum Waake soll in Steinscheune umziehen
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01:05 19.01.2019
Heimatverein Waake-Bösinghausen informiert über Konzept des neuen Landwirtschaftsmuseums. Quelle: Foto: Franke
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Waake

Gutshof-Besitzer Winno von Wangenheim hatte nach der Übernahme des Hofes erklärt, den ehemaligen Kuhstall, in dem das Museum derzeit noch angesiedelt ist, anders nutzen zu wollen. Das Landwirtschaftsmuseum benötigt also einen neuen Standort. „Wir haben verschiedene Varianten angeschaut und mit unserem Architekten Gregor Bringmann durchgesprochen“, erklärte Dieter Kulle, Vorsitzender des Heimatvereins (HV). Die Entscheidung fiel auf die Steinscheune, die direkt an der ehemaligen Bundesstraße steht. „Unser Schild steht dort ja schon“, sagte Kulle. „Das Museum zieht also zum Schild. Und der Umzug in die Steinscheune kollidiert am wenigsten mit den Plänen von Herrn von Wangenheim.“

Andere Varianten nicht möglich

Eine andere Möglichkeit sei der ehemalige Pferdestall auf dem Gutshof gewesen. „Dagegen sprachen die ebenso hohen Kosten, die Ansiedlung auf zwei Etagen und hohe Brandschutzanforderungen“, sagte Kulle. Eine weitere Alternative auf dem Hof sei die Ruine, also der ehemalige Schafstall gewesen. Doch dafür habe Bringmann etwa dreimal so hohe Kosten errechnet. Lange diskutiert worden sei auch eine Variante außerhalb des Gutshofes, eine neue Halle neben dem Dorfgemeinschaftshaus. „Die Kosten bewegen sich in der gleichen Größenordnung“, nannte Kulle eines der Gegenargumente. „Und die Gemeinde präferiert keinen Neubau und der Heimatverein könnte es nicht.“

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430 Quadratmeter

Bei einem Neubau würden auch die Fördermöglichkeiten wegfallen, die für den Umbau der Steinscheune positiv aussehen. Bringmann habe die Kosten auf 350 000 Euro geschätzt, so Kulle. Hinzu kämen rund 10 000 Euro für die Zwischenlagerung, den Umzug und die Beschilderung. Die Steinscheune habe eine Fläche von rund 430 Quadratmetern. Sie habe zwei Tore und eine Fahrspur in der Mitte. „Daneben gibt es auf beiden Seiten einen Höhenversatz von etwa 1,20 Metern“, sagte Kulle. Das sei zwar für eine Scheune gut zum Entladen der Wagen, aber auf den ersten Blick nicht für ein Museum.

Einrichtung

Architekt Bringmann widersprach. Die Wagenspur biete die Möglichkeit einen Empfang einzurichten und dann über Treppenstufen auf einen Steg zu gelangen, der zu beiden Seiten führe. Barrierefreiheit werde über eine Hebeanlage erreicht. Die Schmiede, die Bauernküche und das Bauernschlafzimmer will Bringmann in eigenen Räumen ansiedeln, auf deren Deckenfläche weitere Exponate ausgestellt werden könnten. In der Halle gebe es einen Flaschenzug, der es ermögliche, auch große Geräte auf die Ausstellungsflächen zu heben. Das Dach der Scheune sei an einer Seite allerdings noch sehr licht- und damit auch wasserdurchlässig, nannte Kulle einen weiteren Kostenfaktor.

Fördermöglichkeiten

„Die gute Nachricht ist, der größte Teil der Kosten kann durch öffentliche Fördermittel finanziert werden“, verkündete Kulle. Das Land Niedersachsen habe diese Programme in einer Richtlinie über die Gewährung von Zuwendung zur integrierten ländlichen Entwicklung (ZILE). „Für uns in Frage kommen die Programme Kulturerbe (Denkmalpflege) und Tourismus sowie das Leader-Programm der Leader-Region Göttinger Land“, erläuterte der HV-Vorsitzende. Damit könnten 258 000 Euro finanziert werden. „Damit bliebe für uns ein Rest von 102 000 Euro, der über öffentliche Institutionen kofinanziert werden muss“, sagte Kulle. Allerdings habe die Gemeinde Waake schon einen Zuschuss von bis zu 50 000 Euro beschlossen.

Spendenaufruf

Darüber hinaus hat der Heimatverein auch einen Spendenaufruf gestartet, über den schon fast 3500 Euro zusammengekommen sind, wie Kulle berichtete. „Diese privat gespendeten Gelder können wir aber nicht für die Kofinanzierung der Fördermittel nutzen.“ Trotzdem benötige der Verein auch über die Förderung hinaus noch Gelder. Das Spendenkonto lautet IBAN DE73 2605 0001 0129 0054 68.

Von Rüdiger Franke

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