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Radolfshausen Nur ein Geldautomat – in Seeburg oder Seulingen
Die Region Radolfshausen Nur ein Geldautomat – in Seeburg oder Seulingen
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17:52 21.12.2017
Andreas Wucherpfennig (links) übergibt Uwe Hacke eine Unterschriftenliste zum Erhalt der Sparkassenfiliale in Seulingen. Quelle: Rüdiger Franke
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Seulingen

Der Vorstand der Sparkasse Duderstadt hatte Ende Oktober mitgeteilt, im Frühjahr mehrere Filialen schließen zu wollen, darunter auch Seeburg und Seulingen. In beiden Gemeinden wurden Unterschriftenaktionen gestartet. Am Mittwochabend stellte sich Hacke im Seulinger Bürgerhaus den Fragen von Ratsmitgliedern und Zuhörern. Dabei überreichte der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Wucherpfennig die Liste mit 354 Unterschriften von Seulinger Einwohnern, die sich für den Verbleib der Filiale aussprachen. Aus der Nachbargemeinde war Sigrid Geschke angereist, um die Seeburger Liste über den gewünschten Verbleib von Geldautomat und Kontoauszugsdrucker an Hacke weiterzugeben.

„Die Sparkasse Duderstadt hat seit 2001 keine Veränderungen vorgenommen“, erklärte Hacke. Damals habe es noch keine Finanzkrise und keine Niedrigzinsen gegeben. Auch das Internet sei noch nicht so stark in das Leben der Menschen eingebunden gewesen. „Die Digitalisierung ist derzeit das Thema, das uns am meisten interessiert“, sagte der Duderstädter Sparkassenchef. Kunden würden in der Zukunft erwarten, dass Banken länger persönlich für sie da seien. Auch Videoberatungen und Gespräche per Skype würden dann verstärkt gefordert. Auf der anderen Seite sei den Banken ihr Rohstoff abhanden gekommen, der sie am Leben erhalte – der Zins. Wenn das Finanzinstitut nicht auf die Entwicklungen am Markt reagiere, verpasse es den Anschluss so Hacke.

Filialen seit längerem defizitär

Die Filialen, die geschlossen werden, seien nach seinen Angaben nicht mehr zeitgemäß und entsprächen auch nicht mehr den Sicherheitsanforderungen. Die Ein-Person-Filialen seien seit längerem defizitär. „Für die Filiale in Seulingen fallen im Jahr 76 000 Euro Personal- und Verwaltungskosten an“, rechnete Hacke vor. Genutzt werde sie von 230 Personen. Den Kosten von 330 Euro pro Person stünden Erträge von 160 Euro pro Person gegenüber. Die kleinen Filialen seien deshalb bereits quersubventioniert worden. Es sei auch über eine stufenweise Reduzierung nachgedacht worden. Das reiche aber nicht, denn die Filiale in Seeburg sei zum Beispiel nur vier Stunden pro Woche geöffnet worden. Hacke sprach dabei das Verhalten der Kunden an, die in der Geldversorgung gern die Infrastruktur nutzen, bei Finanzierungen und der Altersversorge aber auf günstige Angebote im Internet zurückgriffen.

Eine ähnliche Rechnung wie für die Filialen gelte für den Bankbus, der seit fast zehn Jahren im Einsatz sei, berichtete Hacke. Dieser wiege, wenn er vernünftig betrieben werde, mehr als 3,5 Tonnen. Dadurch hätten viele junge Angestellte nicht die Erlaubnis, diesen zu fahren. Die Einstellung des Busbetriebes sei ebenfalls eine betriebswirtschaftliche Entscheidung gewesen. Die Kosten pro Jahr beliefen sich mit Abschreibungen, Betriebs- und Personalkosten auf 80 000 Euro pro Jahr. Der Bus halte an 16 Standorten und werde von 200 Personen meist einmal im Monat genutzt. Außerdem hätten in jüngster Zeit die Reparaturen zugenommen.

Bargeld-Bringservice

Zur Geldversorgung werde die Sparkasse einen Bargeld-Bringservice einrichten, erklärte Hacke. Wenn die Auslieferung zu viel werde, könne das Geld auch per Post verschickt werden. Außerdem gebe es die Möglichkeit des Telefonbankings. Auch die Beratung solle in Zukunft nicht eingeschränkt werden. „Wir werden noch mehr Kunden zu Hause besuchen.“ Darüber hinaus sei die Bank bestrebt einen Geldautomaten in der Samtgemeinde Radolfshausen aufzustellen. „Wir haben zwei Standorte im Auge – in Seeburg und in Seulingen“, sagte er. Allerdings wolle er keinen Wettstreit der Orte provozieren. Am Standort müsse zum einen die Machbarkeit gegeben sein und es müsse finanzierbar sein. Außer der guten Erreichbarkeit von der Bundesstraße seien auch Sicherheitsaspekte ein wichtiges Kriterium. So sei es zum Beispiel nicht denkbar, einen Automaten direkt am Seeburger See aufzustellen.

Hacke sagte, dass die Unterschriften ihn schon beeindruckten, aber an der Entscheidung könne das nichts ändern. Ihm sei auch bewusst, dass es die Menschen treffe, „die uns jahrelang die Treue gehalten haben und die Sparkasse zu dem gemacht haben, was sie heute ist“. Allerdings müsse das Institut diesen Schritt gehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Von Rüdiger Franke

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