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Radolfshausen Dackelzucht: Plötzliches Aus nach 53 Jahren
Die Region Radolfshausen Dackelzucht: Plötzliches Aus nach 53 Jahren
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13:00 05.07.2019
Otto Rudolph muss seine Dackelzucht nach 53 Jahren aufgeben - sechs Hunde hat er allerdings behalten. Quelle: Markus Riese
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Ebergötzen

53 Jahre lang haben Irmgard und Otto Rudolph aus Ebergötzen ihre Dackelzucht an der Seeburger Straße in Ebergötzen betrieben. Jetzt mussten die beiden ihre Leidenschaft vergleichsweise kurzfristig aufgeben – weil sie das großzügige Hang-Grundstück nicht mehr nutzen dürfen, das seit jeher als Auslauf für die Hunde diente.

Mehr als 1000 Welpen in fünf Jahrzehnten

Angefangen hatte alles in den 60er-Jahren mit Dackel-Mischlingshündin „Hexe“, die das Ehepaar aus dem Tierheim geholt hatte – und die irgendwann Junge bekam. „Die haben wir für 20 Mark verkauft“, erinnert sich Irmgard Rudolph. Wenig später leistete sich das Paar einen Langhaardackel und begann mit der eigentlichen Zucht.

Otto Rudolph hat seine mehr als 50 Jahre bestehende Dackelzucht aufgeben müssen.

„Wir haben immer Hunde gehabt“, erzählt die 83-Jährige ein wenig wehmütig. Im Laufe der Jahrzehnte seien mehr als 1000 Welpen hier geboren; manchmal seien 30 Hunde gleichzeitig auf der Anlage gewesen. So viele Tiere brauchen Platz, und den konnten die Rudolphs ihnen bieten: Hinter ihrem eigenen Grundstück nutzten sie das weitläufige Hang-Areal einer Verwandten aus der Nachbarschaft.

Deren Sohn Ulrich Bennemann, selbst Patensohn von Otto Rudolph, schrieb ihm Anfang Februar dieses Jahres einen Brief, in dem er ihn unter dreimonatiger Fristsetzung aufforderte, sämtliche Zäune, Holzhütten und alle anderen Anlagen zu entfernen. „Das haben wir dann auch gemacht“, berichtet Otto Rudolph. Wie groß das Grundstück ist, weiß er gar nicht. Klar ist ihm aber: „Ich musste allein 350 Meter Zaun zurückbauen.“ Das sagt immerhin schon etwas über die Dimension des Grundstücks aus. „Dort konnte die Hunde buddeln und rumtoben“, so Otto Rudolph, der am 25. Juli 80 Jahre alt wird. Jetzt wühlen die sechs verbliebenen Hunde gelegentlich den gepflegten Rasen im idyllischen Garten auf – aber das nehmen die Rudolphs in Kauf.

Harmloser Streit eskaliert

Dem Brief vorangegangen war eine vermeintlich harmlose Auseinandersetzung über Arbeiten auf dem Hang-Grundstück. Eigentümer Bennemann erklärt: „Nach dem vorletzten Sturm war ein Baum umgestürzt, sodass wir ihn entfernen mussten“, verweist er auf die Sicherungspflicht, die er als Eigentümer habe. Ein weiterer Baum sei im Winter von einem Pilz befallen worden. Als Bennemann ihn beseitigen lassen wollte, geriet er mit Rudolph aneinander – weil die Arbeiten am Wochenende erledigt werden sollten. Das wollte Rudolph nicht, der Streit eskalierte.

Nach einigem Hin und Her entschloss sich Bennemann letztlich, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen. Die Rudolphs hatten das Grundstück über all die Jahre nutzen dürfen, weil sie sich vor Jahrzehnten mit ihren Nachbarn darauf verständigt hatten. Im Gegenzug stellte Rudolph damals seine Arbeitskraft zur Verfügung. Durch den Streit kam es nun zum plötzlichen Ende dieser Erlaubnis. „Das ist sehr traurig, weil unsere Tochter Sabine, die gleich nebenan wohnt, die Dackelzucht gern fortgeführt hätte“, sagt Irmgard Rudolph.

„Dass es mit der Dackelzucht nun zu Ende gehen musste, war so nicht angedacht, und ich habe auch nicht gewusst, dass die Tochter sie weiterführen wollte“, versichert Bennemann. Das Ganze sei einfach „unglücklich gelaufen“, aber er müsse eben „ab und zu mal auf das Grundstück“ – erst recht, weil es an das Naturschutzgebiet „Seeanger, Retlake, Suhletal“ angrenze. Auch im Hinblick darauf gebe es einiges zu beachten.

Jetzt weinen die Dackel

Den Rudolphs, die jetzt nur noch ihr eigenes Grundstück für ihr Hobby nutzen können, bleiben neben Zuspruch und Unterstützung von Nachbarn und Weggefährten vor allem viele Erinnerungen an ihre Zucht, zum Beispiel an den Landessieg bei einer Zuchtschau 1979 in Goslar oder an unzählige „V“-Auszeichnungen (steht für „vorzüglich“) – und natürlich die sechs Hunde, für die sie jetzt noch Platz haben. Mit dem Ende ihres Lebenswerkes haben sie sich abgefunden. Irmgard Rudolph hat das Aus mit dem Bau eines Schildes verarbeitet, das nun an der Zufahrtsstraße über dem eigentlichen „Dackelzucht“-Hinweisschild angebracht ist. Es verkündet das Ende des Betriebs nach 50 Jahren – und zeigt mehrere weinende Dackel.

Von Markus Riese

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