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Radolfshausen Samtgemeinde Radolfshausen will digitale Ausstattung verbessern
Die Region Radolfshausen Samtgemeinde Radolfshausen will digitale Ausstattung verbessern
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22:03 28.06.2019
Über die Ausstattung der Grundschulen, hier Ebergötzen, hat der Rat der Samtgemeinde Radolfshausen diskutiert. Quelle: Wölk
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Ebergötzen

Eine verbesserte Arbeitsausstattung im Lehrerzimmer der Grundschulen haben die Mitglieder des Rates der Samtgemeinde Radolfshausen mit einer Stimme Mehrheit beschlossen. Für die Verwendung der Finanzmittel für den „Digitalpakt Schule“ sollen die Schulleiterinnen ein pädagogisch begründetes Ausstattungskonzept formulieren. Beide Punkte sind intensiv diskutiert worden.

Antrag mit zwei Punkten

Die Gruppe SPDBündnis 90/Die Grünen hatte den Antrag gestellt mit zwei Unterpunkten gestellt. Der Rat begrüße ausdrücklich eine verbesserte Arbeitsausstattung in den Lehrerzimmern der drei Grundschulen in Ebergötzen, Seulingen und Waake. Mindeststandard sollte ein IT-gestützter Arbeitsplatz mit PC und Internetanschluss an allen drei Schulen in gleichwertiger Ausstattung sein. Erforderliche Finanzmittel seien gegebenenfalls im Haushalt der Samtgemeinde vorzusehen. Auch die Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung seien einzuhalten.

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Digitalpakt Schule

Im zweiten Punkt sollten die von Bund und Land in Kürze zur Verfügung stehenden Finanzmittel für den „Digitalpakt Schule“ möglichst unverzüglich beantragt werden. Dazu sollten die Leiterinnen der Grundschulen ein pädagogisch begründetes Ausstattungskonzept formulieren. Die Verwaltung werde gebeten, die Schulen in technischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Hinsicht zu beraten.

Moderne Schule

„Ich denke, dass durch beide Anträge deutlich wird, dass wir eine moderne Schule wollen“, sagte die Gruppen-Vorsitzende Edeltraud Wucherpfennig einige Tage zuvor im Schulausschuss, und „dass wir Technologie nicht aus unseren Schulen fernhalten wollen.“ Begrüßt wurde der Antrag von den Leiterinnen der drei Grundschulen. Hanka Rode (Wilhelm-Busch-Schule Ebergötzen) berichtete, dass sie ein altes privates Gerät bereitgestellt habe. „Die Kollegen brauchen das Gerät für die Arbeit“, sagte sie. Manche pädagogische Angebote gebe es nur noch online. Auch an der Matheolympiade könne man nur noch online teilnehmen. „Wir haben jetzt einen PC für die Kollegen dank einer Spende eines Bürgers der Samtgemeinde.“ Der Rechner der Leiterin könne aus Datenschutzgründen nicht genutzt werden. Im Schulausschuss wurde der Antrag einstimmig (im zweiten Punkt mit einer Enthaltung) befürwortet.

Kritik: ein „Luftantrag“

Im Rat kam Kritik vonseiten der CDU. Einerseits stelle die SPD ihren eigenen Bürgermeister mit dem ersten Punkt an den Pranger, erklärte Johann-Karl Vietor. Andererseits könnten die Schulleiterinnen das im zweiten Punkt geforderte Ausstattungskonzept gar nicht leisten. Außerdem sei überhaupt noch nicht klar, was mit dem Geld umgesetzt werden könne. Er bezeichnete den Antrag als „Luftantrag“.

Im Erlass vorgesehen

„Das Konzept von den Schulleiterinnen ist im Erlass vorgesehen“, konterte Wucherpfennig. Jede Schule habe eine andere Ausrichtung. „Deshalb muss die Schule sagen, was sie will.“ Die Summen würden schon feststehen. Jede Schule erhalte 30 000 Euro pauschal plus einen Extrabetrag für jeden Schüler. Insgesamt gebe es 127 000 Euro für die Samtgemeinde aus dem Digitalpakt. Am Ende wurde der Antrag mit einer Stimme Mehrheit angenommen.

Von Rüdiger Franke

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