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Radolfshausen Schlüpfzeit bei Haubentauchern am Seeburger See
Die Region Radolfshausen Schlüpfzeit bei Haubentauchern am Seeburger See
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05:00 24.07.2019
Die Haubentaucher am Seeburger See haben Nachwuchs. Neugierig schauen die beiden Küken aus dem Gefieder des Elternteils, das noch ein drittes Ei ausbrütet. Quelle: Ziche
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Seeburg

Die Brutzeit der Haubentaucher am Seeburger See hat die finale Phase erreicht. Bis zu 45 Nachwuchsvögel werden erwartet. Die ersten Küken sind bereits geschlüpft. Aber auch andere Vögel sind derzeit rund um den See aktiv.

„Bei den Haubentauchern ist es am Sonntagnachmittag losgegangen, dass die ersten Küken geschlüpft sind“, sagt Ulrich Jung, der das Naturinformationszentrum am Seeburger See betreut. 40 bis 45 Eier würden in diesem Jahr ausgebrütet, etwa zwölf Nachwuchstaucher seien bis Dienstagmittag schon geschlüpft.

Im Gegensatz zu anderen Vögeln suchen sich die Haubentaucher keine versteckten Plätze zum Brüten. Sie bauen ihre Nester auf den Blättern von See- und Teichrosen. Das ist besonders für Beobachter interessant. So berichtet auch Jürgen Ziche, der die Vögel fotografiert hat, von zwei geschlüpften Haubentaucherjungen. Obwohl ein Ei noch nicht ausgebrütet sei, würden die Eltern schwer arbeiten. Und das vor einem großen Publikum am See. Das Nest sei fünf bis sechs Meter vom Isang-Steg entfernt, ergänzt Jung. „Es stehen immer Fotografen dort.“ In den vergangenen 28 Tagen seien die ersten Beobachter bereits ab fünf Uhr morgens am See erschienen.

„Das ertragen die Haubentaucher problemlos.“ Jung hat vom Bootsverleih aus einen idealen Blick. Und so weiß er auch, dass in einem anderen Nest direkt an einem der alten Haltepfosten die Zeichen auf einem baldigen Schlüpfen stehen. „Sie bauen das Nest noch höher. Das deutet darauf hin, dass es in nächster Zeit passiert.“

Zweite Brut bei den Enten

Auch die Enten befinden sich in der Brutphase, berichtet Jung. Für sie sei es in diesem Jahr bereits das zweite Mal. Die erste Brut habe Mitte Mai die Eier verlassen. Auch die ersten Haubentaucher scheinen sich auf eine weitere Brut vorzubereiten. „Sie befinden sich wieder im Liebesspiel“, sagt er und verweist auf die markante Schütteltechnik, die sie dabei zeigen. Durch das milde Klima würden sie einen zweiten Anlauf wagen. Doch der sei auch mit Risiken verbunden. „Die Frage ist, wie viele durchkommen, denn die Teich- und Seerosen entwickeln sich im Lauf des Jahres zurück.“ In den 28 Tagen der Brutzeit seien sie damit beschäftigt, dass Nest zu stabilisieren.

Die viel größere Gefahr droht dem Gelege der Haubentaucher jedoch von anderer Seite. „Sie lassen sich von Blässhühnern, aber auch von Möwen, von ihren Nestern vertreiben“, erzählt Jung. „Dann passiert Grausames.“ Die Blässhühner würden die Eier kaputt hacken. Die Vögel seien überhaupt sehr aggressiv ihren Nachbarn gegenüber und machen auch vor größeren Tieren nicht halt. Das würden zum Beispiel die Gänse zu spüren bekommen. „Sie stören sie so lange, bis diese ihre Brut im Stich lassen.“ Auch bei den Gänsen würden sie das Gelege zerhacken, um dann das Nest zu übernehmen. Allerdings bleiben sie nur ein bis zwei Tage im für sie riesengroßen Nest. Für den eigenen Nachwuchs würden sie die fremden Heimstätten aber nicht nutzen. „Für ihre Brut bauen sie eigene Nester“, so Jung.

Fliegende Tagesgäste

Während sich diese Vögel häuslich am See niedergelassen haben, seien nach Jungs Angaben einige größere Vogelgruppen in diesen Tagen zu Besuch am Seeburger See. Er erzählt von rund 650 Möwen, darunter 250 Jungtiere. Die Nahrungssuche falle ihnen leicht, weil die Äcker gerade bearbeitet werden. „Sei fliegen zum Teil sogar direkt hinter den Treckern her und picken Insekten und Würmer aus der lockeren Erde.“ Wenn die Feldarbeiten beendet seien, würden sie weiterziehen. Auch Stare zählen zu den Besuchern. Sie sammeln sich in großen Schwärmen und nehmen abends gegen 21 Uhr im Schilf und den umliegenden Bäumen ihre Ruheplätze ein. Nach einigen Tagen der Futteraufnahme würden sie dann weiter nach Westen ziehen.

Freizeitangebote rund um den Seeburger See

Das Freibad am Seeburger See steht bei Besuchern an warmen Tagen hoch im Kurs. „Wir sind mit kaltem Wetter in die Saison gestartet“, erzählt Pächter Ulrich Jung. In der Anfangszeit habe es allerdings nur ein warmes Wochenende mit guten Besucherzahlen gegeben. Dafür sei die Badeanstalt an warmen Ferientagen aber gut gefüllt. Auch Feriengäste würden das Angebot nutzen. „Die Wasserqualität ist als ausgezeichnet ausgewiesen“, erzählt Jung. Von Blaualgen, die in den vergangenen Jahren aufgetreten waren, gebe es momentan keine Spur. Junge Besucher können im Kleinkinderbecken oder am Wasserberg mit Rutsche das kühle Nass genießen. Wer nicht schwimmen will, kann sich mit einem Ruder- oder Tretboot auf dem See fortbewegen. Für Menschen mit Handicap stehen Paraboote zur Verfügung, die mittels Armkraft angetrieben werden. Viele Gäste erkunden den See zu Fuß. „Der Rundweg ist gut besucht“, sagt Jung. Kinder können dann noch einen Zwischenstopp zum Toben auf dem Spielplatz mit dem großen Piratenschiff einlegen.

Von Rüdiger Franke

Bei den Haubentauchern am Seeburger See hat sich Nachwuchs eingestellt. Zwei Junge sind bereits geschlüpft. Ein Ei ist noch nicht ausgebrütet.

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