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Seeburg Neues Baugebiet kommt nach langem Warten
Die Region Radolfshausen Seeburg Neues Baugebiet kommt nach langem Warten
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10:00 23.04.2019
Freuen sich, dass sich das neue Baugebiet nun endlich umsetzen lässt: Seeburgs Bürgermeister Martin Bereszynski (l.) und sein Stellvertreter Bernd Knöchelmann mit dem Plan für das neue Baugebiet. Quelle: Eichner-Ramm
Seeburg

Sie hatten schon fast nicht mehr daran geglaubt. Doch jetzt steht dem lange gewünschten Neubaugebiet in Seeburg nichts mehr im Wege. Die Kirche hat das Grundstück an die Gemeinde verkauft.

Das neue Baugebiet am nördlichen Ortsrand von Seeburg und angrenzend an das bestehende Baugebiet Steinberg-Nord wird 23 Bauplätze haben, kündigen Gemeindebürgermeister Martin Bereszynski und sein Stellvertreter Bernd Knöchelmann (beide CDU) an. Sorge, dass es nicht genügend Interessenten geben könnte, machen sie sich nicht. „Wir bekommen viele Anfragen nach Bauplätzen“, sagt Bereszynski, „seit mehr als zwei Jahren führt die Gemeinde eine Liste von Interessierten.“ Etwa 38 Namen stünden darauf, „mehr als Plätze zur Verfügung stehen.“ Rund 40 Prozent der Anfragen kämen aus der Gemeinde mit den Ortsteilen Seeburg und Bernshausen, ergänzt Knöchelmann.

Kein Baugebiet ohne Grundstück

Der Wunsch nach einem Baugebiet habe die Gemeindepolitiker schon in den vorigen Wahlperioden beschäftigt, erinnert sich Knöchelmann. Nach ursprünglichen Bedenken der Opposition habe der Gemeinderat schließlich mehrheitlich das Vorhaben auf den Weg gebracht. Allerdings galt es zunächst die Grundstücksfrage zu klären, denn der künftige Baugrund gehörte einst zur Pfarre von Seeburg und befand sich im Eigentum der Kirche, erklärt der Bürgermeister. Was folgte, waren langwierige Verhandlungen mit den Vertretern des Bistums.

„Bis Spätherbst 2018 sah es nicht so aus, als wenn wir uns einigen könnten“, erinnert sich Bereszynski. Lange Zeit hätten die Verhandlungspartner der Kirche das Gelände nur im Erbbaurecht zur Verfügung stellen wollen und hätte damit „die Hand drauf gehabt“, erklärt Bereszynski. „Wir hätten uns darauf vielleicht sogar eingelassen“, sagen der Bürgermeister und sein Stellvertreter. Nicht aber auf den ursprünglichen Wunsch der Kirche, wonach die Gemeinde Seeburg die Erschließung des Baugebietes übernehmen sollte.

„Unterschiedliche Auffassungen“

Aufgrund der „unterschiedlichen Auffassungen“ seien die Verhandlungen kurz davor gewesen, zu scheitern, erinnern sich Bereszynski und Knöchelmann. Die „schwierigen Verhandlungen“ hätten dann aber doch noch zu einem positiven Ergebnis geführt werden können, da zwischenzeitlich die Gesprächspartner beim Bistum wechselten.

Klausel mit Sozialkriterien

Am Ende dann die Einigung: Die Gemeinde Seeburg hat das Gelände „Vor dem Kohlenberge“ von der Kirche gekauft und kümmere sich um die Erschließung. Der Kaufvertrag beinhalte eine Klausel, wonach die Grundstücke anhand von Sozialkriterien vergeben werden sollen, sagen Bürgermeister und Stellvertreter. Familien würden demnach gegenüber Singles bevorzugt. Auch sollen zunächst einmal Interessierte aus Seeburg und Bernshausen ersten Zugriff auf die Grundstücke haben, dann Einwohner der Samtgemeinde Radolfshausen sowie des Untereichsfeldes und dann erst Auswärtige.

Der Kaufvertrag für das rund 19700 Quadratmeter große Gelände mit einer bebaubaren Fläche von 14700 Quadratmetern wurde nach Angaben von Bereszynski Ende Januar unterzeichnet, der Kaufpreis Ende März gezahlt, und mit dem formellen Eintrag ins Grundbuch rechnet der Gemeindebürgermeister im Mai. Bis dahin werde potenziellen Bauherren ihr Wunschgrundstück „per Handschlag“ reserviert, offizielle Kaufverträge dann im Juni geschlossen. Die Planung des Baugebietes liege ja schon lange vor und sei auch vom Gemeinderat und dem Landkreis längst genehmigt, erläutert Knöchelmann.

Möglicher Zeitplan

Die Ausschreibungen für die Erschließung soll Anfang Juni, die Submission Endel Juli und die Vergabe bis Ende August erfolgen, nennt Bereszynski einen großen Zeitplan. Damit könnte Mitte September Baubeginn und die Erschließung Ende des Frühjahrs 2019 abgeschlossen sein. Die Bebauung der Grundstücke wäre dann „im späten Frühjahr“ möglich.

Bereszynski und Knöchelmann sind optimistisch, „dass das Baugebiet in drei bis fünf Jahren komplett bebaut ist“. Die Gemeinde selbst nimmt für die Umsetzung des neuen Baugebietes rund 1,1 Millionen Euro in die Hand. „Das ist eines der größten Projekte in der Region“, sagt Bereszynski und hält es für „sehr unwahrscheinlich, dass so etwas noch einmal möglich wäre“. Denn heute gebe es vom Landkreis keine Genehmigungen mehr für Neubaugebiete mit mehr als 5000 Quadratmetern zu bebauender Fläche, begründet Knöchelmann.

Gemeinde vermarktet die 23 Grundstücke

Die 23 Grundstücke am Hang oberhalb der Kreisstraße 106 werden zwischen 500 und 700 Quadratmeter groß sein und inklusive Erschließung etwa 110 Euro pro Quadratmeter kosten – je nach Lage. Die Erschließung des neuen Baugebietes erfolgt in Verlängerung der Straßen Klappenhof und Pfarrer-Heinrich-Nolte-Straße und einen kleinen Stichweg.

Von Britta Eichner-Ramm

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