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Radolfshausen Sieben Jugendliche lassen sich in Ebergötzen ausbilden
Die Region Radolfshausen Sieben Jugendliche lassen sich in Ebergötzen ausbilden
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17:36 08.12.2018
Roland Elsas, leitender Sekretär des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) Göttingen, mit Teilnehmern des aktuellen Jugendleiter-Card-Lehrgangs in Ebergötzen.
Roland Elsas, leitender Sekretär des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) Göttingen, mit Teilnehmern des aktuellen Jugendleiter-Card-Lehrgangs in Ebergötzen. Quelle: Hausmann
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Ebergötzen

„Jugendliche, die sich für einen Juleica-Lehrgang entscheiden, sollten ein gewisses Maß an Wertschätzung erhalten. Sie verbringen hier ihre Freizeit, um sich für ehrenamtliche Tätigkeiten ausbilden zu lassen“, sagt Roland Elsas, leitender Sekretär des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) Göttingen. Im Rathaus Ebergötzen finden sich sieben Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren zusammen. In der Regel führten die Jugendlichen nach Angaben von Elsas bereits ehrenamtliche Tätigkeiten durch, bevor sie den Juleica-Lehrgang besuchen. Julia Behrens ist beispielsweise Teamer auf Konfi-Camps und leitet eine Tanzgruppe in Ebergötzen. „Die Juleica-Ausbildung ist ja auch ein Zertifikat, dass sich für spätere berufliche Entscheidungen gut vorzeigen lässt“, sagt die Jugendliche. Im Allgemeinen gehe es auch um Anerkennung. Diese ließen Eltern bisweilen vermissen, wenn ehrenamtlich ohne Zertifikat gearbeitet werde.

Über Meldeketten und Entwicklungspsychologie

Die Jugendleitercard (Juleica) ist ein amtlicher Ausweis, der den früheren Gruppenleiter-Grundkurs ersetzt. 50 Unterrichtseinheiten (UE) werden mit den Jugendlichen durchgegangen. Dazu gehören Themenblöcke von „Spielen“ bis zu „Entwicklungspsychologie“. „An einem Wochenende schaffen wir bis zu 30 UEs“, meint Elsas. An diesem Wochenende wurde das vergleichsweise ernste Thema „Kindesschutz“ behandelt. Dabei wird den Jugendlichen die „Meldekette“ vermittelt, also das Wissen, wer bei Fällen von Misshandlung oder Vernachlässigung der Ansprechpartner ist. Während der Seminare werden den Jugendlichen auch die verschiedenen Führungsstile – von autoritär bis demokratisch – vorgestellt. Entscheidend ist laut Elsas auch das Wissen über die Phasen des Zusammenhalts im Team. Sei eine Gruppe noch neu und sich untereinander noch unbekannt, gebe es je nach Phase typische Verhaltensweisen, die dem Teamleiter Sicherheit beim eigenen Verhalten geben könnten.

Ein Juleica-Absolvent sollte nach Angaben von Elsas mindestens 16 Jahre alt sein. Von da an gehe es unbegrenzt aufwärts, es könne also auch noch mit 80 Jahren eine Juleica erworben werden. Der Ausweis hat eine Gültigkeit von drei Jahren und kann dann durch weitere Wochenendseminare verlängert werden. „Mir gefällt vor allem die ausgeglichene Mischung von Theorie und Praxis“, erzählt Paulina Zapfe. Der CVJM ist bei diesem Lehrgang eine Kooperation mit dem Landkreis Göttingen und dem Kinder- und Jugendbüro der Samtgemeinde Radolfshausen eingegangen. „Der CVJM gibt aber auch eigene Kurse“, so Elsas.

50 000 Ehrenamtliche mit Juleica in Niedersachsen

Den Jugendlichen soll in mehreren Blockeinheiten der Umgang mit einer Gruppe nähergebracht werden. Behrens wollte diesen Lehrgang schon immer einmal machen. „Ich wollte wissen, ob ich auch alles richtig mache bei meiner ehrenamtlichen Tätigkeit.“ Zusätzlich zu den zwei Wochenenden müssen die Jugendlichen ein Projekt vorweisen können. „Je eigenständiger das Projekt organisiert wird, desto kürzer darf es sein“, erklärt Elsas. So planen Zapfe, Behrens, Johanna Meyer und Lina-Marie Behre einen eigenen Escape-Room zu gestalten. Das Angebot des Juleica-Lehrgangs wird nach Angaben von Elsas gut genutzt. Alleine in Niedersachsen besäßen mehr als 50 000 ehrenamtliche Mitarbeiter eine Juleica.

Von Lisa Hausmann