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Radolfshausen So modern wird das neue Natur-Informationszentrum am Seeburger See
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11:30 11.02.2020
Der Blick auf und in den See soll auch nach der Umgestaltung möglich sein. Quelle: Christoph Mischke
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Seeburg

Die Ausstellung im Natur-Informationszentrum Seeburger See soll modernisiert werden. Interaktiv sollen die einzelnen Stationen eingerichtet werden. Die Besucher sollen zeitgemäß informiert werden.

„Die Ausstellung ist in die Jahre gekommen“, sagte Christel Wemheuer, Geschäftsführerin des Zweckverbandes Naturschutz- und Erholungsgebiet Seeburger See, während der Verbandsversammlung im Wellenreiter in Seeburg. Deshalb habe das Göttinger Unternehmen Signatur eine mögliche Konzeptionierung der Ausstellung erarbeitet.

„Wir sind seit mehr als 20 Jahren im Bereich Umweltkommunikation tätig, unter anderem auch für Ausstellungen “, zeigte Signatur-Geschäftsführer Johann Janssen auf verschiedene Referenzen aus den vergangenen Jahren, unter anderem für den Landesverband Brandenburg der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, das Biosphärenreservat Spreewald und den Naturpark Warin.

Breites Publikum am See

„Ziel der Neugestaltung ist die Steigerung der Attraktivität des Natur-Informationszentrums“, so Janssen. Darüber hinaus sollten die Besucher für den Naturschutz sensibilisiert werden. Das Publikum am See sei breit aufgestellt von Campern über Wanderer bis zu Schülern. Zurzeit gebe es im Zentrum Vitirinen und Dioramen, einen Filmbeitrag, Infotafeln und eine Möglichkeit in und auf den See zu schauen. Für die Neugestaltung sollten digitale Medien eingesetzt werden.

„Die Wegführung und Besucherlenkung beginnt schon beim Parken“, betonte Janssen. Schon in dem Bereich müssten Gäste auf das Zentrum hingewiesen werden. Darüber hinaus sollte der Eingang neu gestaltet werden. Auch dort müsse es eine klare Besucherführung geben.“ Im Inneren schlug er eine Farbgestaltung in Grün- und Blautönen vor, um die Farben am und im See aufzugreifen.

In die Gestaltung des Innenraums sollen auch die Decke und die Wände einbezogen werden. Die Decke könnte nach Janssens Vorschlag mit Sprüchen, Konturen beziehungsweise Schriftzügen aufgewertet werden. „Auch könnte man mit Projektionen den Vogelzug darstellen“, so der Raumgestalter. Die Wände könnten mit Stoff bespannt werden.

Die Ausstellung im Natur-Informationszentrum am Seeburger See soll neu gestaltet werden. Quelle: Christoph Mischke

Für die Ausstellung schlägt Janssen eine Aufteilung in sieben Stationen vor. Zunächst will er den Landschaftsraum darstellen. Das könne über Touchmonitore erfolgen, über die gesteuert werde, welche Informationen auf die Fläche projiziert werden. Möglich sei auch ein interaktives Landschaftsmodell.

Die zweite Station soll den Schilfgürtel darstellen. Über Durchgänge soll ein Eintauchen in den Schilfgürtel simuliert werden. „Sehen, fühlen staunen“, nennt Janssen das Motto. Möglich seien Porträts von Vogelarten, ein Memoryspiel oder aber ein Mitmachelement mit zum Beispiel Diagucklöchern oder Fühlboxen beziehungsweise ein Lichtfelder-Zuordnungsspiel.

Die Vogelwelt soll an der dritten Station mit einem Diorama dargestellt werden. „Wir haben überlegt, das vorhandene Diorama zu nutzen, es aber zu modernisieren“, sagt Janssen. Auch der Blick in den See soll als vierte Station wieder möglich sein. „Wegen des trüben Wassers könnte man mit Augmented Reality über ein Tablet arbeiten und so den Besucher in den See eintauchen lassen.“ Eine andere Möglichkeit sei ein Installation mit Touchmonitor.

Diskussionsrunde als Abschluss

Die Station „Am Ufer“ könnte mit einer Sitzmöglichkeit mit Hörstation ausgestattet werden. Die sechste Station würde über die Geschichte des Seeburger Beckens informieren. Dort könnten außer der Entstehung auch Stichworte wie Verlandung aufgegriffen werden. Den Abschluss der Tour würde eine Diskussionsrunde bilden, bei der die Gäste in verschiedene Rollen schlüpfen könnten.

Die Präsentation stieß in der Versammlung auf Zustimmung. Allerdings müsse die Finanzierung und daraus resultierend der Umfang der Umsetzung noch geklärt werden. Die Geschäftsführung des Verbandes erhielt aber den Auftrag, mit Signatur in die Feinplanung zu gehen.

Finanzierung der Neugestaltung

Die Ausstellung im Natur-Informationszentrum am Seeburger See ist in die Jahre gekommen und soll neu gestaltet werden. „Es sind ungefähr 100 Quadratmeter zu beplanen“, erklärt Johann Janssen, Geschäftsführer des Göttinger Unternehmens Signatur, der eine Möglichkeit der Umgestaltung vorgestellt hat. Die Kosten für die Umsetzung seiner Präsentation mit digitalen Landschaftsmodellen beziffert er mit bis zu 2700 Euro pro Quadratmeter und geht von einer Bruttogesamtinvestition von rund 300 000 Euro aus.

Im Haushalt des Zweckverbandes Naturschutz- und Erholungsgebiet Seeburger See seien derzeit 50 000 Euro eingestellt, erklärte Geschäftsführerin Christel Wemheuer. Darüber hinaus wolle man sich um Fördermittel bemühen. Allerdings sei das EU-Förderprogramm „Landschaftswerte“ über dei NBank ausgeschöpft, da man sich am Ende der Förderperiode befinde. Über die Bingo-Umweltstiftung sei eine Förderung von maximal 60 000 Euro möglich und auch Leader finanziere ein Projekt maximal mit 40 000 Euro.

Sie erreichen den Autor per Mail an r.franke@eichsfelder-tageblatt.de beziehungsweise unter Telefon 05527/9499751.

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Von Rüdiger Franke

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