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Radolfshausen Dusche für Seeburger Jungstörche
Die Region Radolfshausen Dusche für Seeburger Jungstörche
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00:30 29.06.2019
Die Jungtiere im Storchennest bei Biobauer Ludwig Pape werden von ihren Eltern mit Wasser versorgt und benässt, hier im Bild. Quelle: Peter Heller
Seeburg

Der Storchennachwuchs in der Region hat im Nest üblicherweise keinen Sonnenschutz. Daher schützen die Elterntiere ihre Jungen mit dem „kalken“ der Beine und Wasserduschen vor der Sommerhitze.

„Natürliche Mechanismen“

„Die Tiere greifen auf ihre natürlichen Mechanismen zurück“, sagt Biobauer Ludwig Pape, auf dessen Grundstück in Seeburg regelmäßig Storchenpaare zu Gast sind. Derzeit sind es drei Jungvögel, die sich im Pape’schen Nest befinden. „Sie sind kurz vor dem Flügge werden“, so die Beobachtung des Hausherrn. Zudem machten sie alle einen „wohl genährten“ Eindruck. Das sei bei einem der Jungvögel zunächst nicht zu erwarten gewesen, erinnert sich Pape. Doch das Sorgenkind habe inzwischen gut aufgeholt.

Pape hat in den vielen Jahren, in denen schon Storchenpaare auf seinem Hof brüten, beobachtet, wie die Tiere mit andauernder Hitze umgehen. So auch die derzeitigen Elterntiere. „Die Jungen werden von den Alten mit Wasser versorgt“, erklärt Pape. Außerdem würden die Stelzvögel die schwarzen Beine „kalken“. Bei dieser Technik setzten die Tiere ihren weißen Kot als Wärmeregulator und Temperaturbremse ein.

Kot sorgt für weiße Beine

Dieses Verhalten sei für europäische Verhältnisse eher außergewöhnlich, hatte Pape vor neun Jahren im Tageblatt-Gespräch gesagt. Das Kalken sei sonst nur in afrikanischen Gefilden üblich, wo sich die Tiere damit vor Überhitzung schützten. Damals erklärte Pape auch, wie die Weißstörche auf seinem Hof das machten: „Beim Koten strecken sie ihre Beine aus, um sie mit ihren Ausscheidungen zu bedecken.“ Nestrand und Mulde seien von den Störchen ebenfalls gekalkt worden, um ein helleres Milieu zu schaffen. Auch die Elterntiere hätten sich die Beine gekalkt, würden sich den Kot bei der Futtersuche in den Wiesen aber immer wieder abreiben.

Außer dem Kalken sorgen die Elterntiere bei ihren Jungvögeln für Abkühlung, in dem sie mit Wasser versorgt werden, erklärt der Storchenbeauftragte für Südniedersachsen, Hans-Georg Fiedler. Dabei bringen die Eltern Wasser in Kropf und Schnabel herbei und lassen es dann direkt in die Schnäbel der Jungen laufen, so Fiedler, oder sie benetzen damit den Kopf und das Gebieder der Jungen. Zurzeit fänden die Altvögel noch genügend Wasser in Bächen der Umgebung.

Hecheln, wenn es zu heiß ist

Jungstörche hechelten in erster Linie, wenn es zu heiß ist, berichtet Fiedler. „Zu erkennen ist das daran, wenn sie mit offenen Schnäbeln im Nest stehen.“ Erfahrene Elterntiere spendeten ihren Jungen mitunter auch mit ausgebreiteten Flügeln etwas Schatten.

Aktuell macht sich der Storchenbeauftragte noch keine Sorgen um die durchschnittlich zwischen sechs und neun Wochen alten Jungstörche. Die kleineren, spät geschlüpften Tiere indes könnten aus Fiedlers Sicht noch „ernsthaft Probleme bekommen“. Grund: Sie seien auf Regenwürmer als Nahrung angewiesen, weil sie noch kein Gewölle bilden könnten und daher keine unverdaulichen Nahrungsreste ausscheiden könnten. Mit ausbleibendem Regen reduziere sich das Nahrungsangebot an Regenwürmern deutlich. Im heißen Sommer 2018 habe es gerade bei den Spätgeborenen viele Verluste gegeben, so Fiedler.

Drei Jungstörche im Nest von Seeburg. Quelle: Peter Heller

Den Beobachtungen Fiedlers zufolge, seien trotz des heißen Sommers 2018 landesweit zahlenmäßig viele Jungstörche fit genug gewesen um in den Süden zu fliegen. „Etliche sind auch wieder gekommen“, was sich anhand der Ringe nachvollziehen lasse. Im Vergleich zu Jahren ohne Trockenheit seien die Störche etwa im vergangenen Jahr „nicht schlechter gestellt als in anderen Jahren“.

Zwölf Storchenjunge in der Region

Fiedler hat mit Ausnahme der drei Jungtiere in Seeburg kürzlich die Jungstörche in der Region beringt. In Seulingen seien es drei Jungvögel gewesen, die „sehr gut entwickelt sind“. In Obernfeld vermutet Fiedler, dass wohl Kämpfe Schuld daran sind, dass nur ein Junges zu Beringen war. Weiterhin gebe es in Wollershausen drei und in Pöhlde zwei Jungstörche. Obwohl es insgesamt weniger Jungvögel als im vorigen Jahre seien, spricht der Storchenbeauftragte von einem „durchaus guten und durchschnittlichen Jahr“.

Wenn die Tiere kräftig genug seien, dürften sie die Hitze gut überstehen. Gefährlicher sei hingegen, wenn es zum Beispiel Hagel und Unwetter gebe. „Das könnte noch zu Verlusten führen“, so Fiedler.

Von Britta Eichner-Ramm

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