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Radolfshausen Kirchengemeinde Holzerode bekommt 45000 Euro für die Orgel-Restaurierung
Die Region Radolfshausen Kirchengemeinde Holzerode bekommt 45000 Euro für die Orgel-Restaurierung
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20:45 27.05.2019
Thomas Oppermann (l.) besucht die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Holzerode, um sich ein Bild von der historischen August-von-Werder-Orgel zu machen. Winfried Dahlke (r.) zeigt die Probleme bei einer Live-Vorführung. Quelle: Christina Hinzmann
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Holzerode

“Mit Weingelee fing alles an“, sagt Pastor Detlef Geiken lachend beim Besuch vom Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann (SPD) in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Holzerode. Die Kirche nennt die älteste noch erhaltene August von Werder-Orgel ihr eigen und das seit 1840 existierende Instrument soll restauriert werden. Der Bund unterstützt dieses Vorhaben mit 45000 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm. 

„Als ich den Brief bekommen habe, dass diese Orgel seit 20 Jahren nicht gespielt werden kann, obwohl sie so bedeutend ist, bin ich hellhörig geworden“, erzählt Oppermann. „Die finanziellen Zusagen sind wichtig, um das kulturelle Erbe unserer Region erhalten zu können“, sagt der Bundestagsabgeordnete. Um live zu sehen, wohin die Mittel fließen und wie es um die Orgel steht, ist er nach Holzerode gekommen.

Klackernde Klaviaturen und schiefe Töne

Dafür geht es auf die Empore: Landeskirchenmusikdirektor Winfried Dahlke setzt sich an die Elfstimmen-Orgel und spielt ein paar Takte. Die Orgel funktioniert, die Pedale sind aber deutlich zu hören, die Klaviaturen klackern und schief klingt die Musik trotz aller Kunst auch. „Ich muss sagen, ich hätte es mir schlimmer vorgestellt“, sagt Oppermann. Organistin Christiane Gieseking stellt klar: „Das Verstimmte hören Musiker leider sofort. Außerdem fällt die Orgel auch manchmal aus, wie an Weihnachten.“

Thomas Oppermann (SPD) und Landeskirchenmusikdirektor Winfried Dahlke besuchen die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde in Holzerode – und deren August von Werder-Orgel.

Dahlke erklärt, was alles bearbeitet werden muss: „Die Balganlage braucht eine Rekonstruktion, die Pfeifen müssen restauriert werden, die Klaviatur muss angepasst werden und der Korpus stammt aus einer Zeit ohne Heizung – den müssen wir so nachbilden, dass er auch den jetzigen Temperaturwechseln standhält.“ Den größten Teil der Orgel, die Balganlage, sieht der Besucher gar nicht. Die Anlage ist auf den Dachboden ausgegliedert und erst, wenn ein Orgelbauer mit den Arbeiten beginnt, wird sie freigelegt.

In kommenden drei Jahren spielbar

„Wir brauchen einen Orgelbauer, der sich mit historischen Orgeln auskennt“, so Dahlke. Noch sei nicht entschieden, wer sich dem Himmelsklangkörper annehmen dürfe und wann. „Erst müssen die Anträge alle durchgehen, dann sind wir aber zuversichtlich, dass die Orgel in den kommenden drei Jahren wieder spielbar wird“, so Dahlke. „Durch den Geldsegen des Bundes kommen wir bestimmt schnell voran“, sagt Pastor Geiken.

Orgelbauer August von Werder

Der Orgelbauer Heinrich Christoph August von Werder kommt aus der Region. Erwuchs bei seinem Vater Friedrich Werder in Hetjershausen auf, wo er bis 1837 wohnte. Friedrich war Lehrer in Hetjershausen und Elliehausen und soll laut Wikipedia auch als Orgelbauer tätig gewesen sein.

August von Werder war kein gelernter Orgelbauer, sondern machte eine Ausbildung zum Tischler, wo er auch Orgeln repariert haben soll. Anschließend arbeitete er für kurze Zeit in Hannover in der Klavierfabrik Helmholtz und einer Orgelwerkstatt. Von 1837 bis 1845 wohnte er in Elliehausen, zog dann weiter nach Northeim und ließ sich 1850 in Höckelheim als Orgelbauer nieder. Er schuf einmanualige Orgeln, die traditionell konzipiert waren.

Seine erste Orgel stand in der Armen-Arbeitsanstalt an der Göttinger Angerstraße und konnte nicht erhalten werden. Die zweite Orgel aus seiner Hand ist die aktuell zu sanierende in der Evangelisch-reformierten Kirche in Holzerode. Weitere August-von-Werder-Orgeln stehen in der Gemeinde Bodensee, Wöllmarshausen, Obernjesa, Bremke, Settmarshausen, Esebeck, Höckelheim, Berka, Großenrode und Wulften am Harz. Die Exemplare in Göttingen, Spanbeck, Roringen und Gillersheim sind leider (zum Großteil) nicht mehr erhalten.

Fünfzig Prozent der Kosten für die Restaurierung muss die Gemeinde durch Eigenmittel und andere Förderer aufbringen. Dazu war aber viel Eigeninitiative nötig. „Wir haben innerhalb von drei Jahren um die 10000 Euro gesammelt. Bei meinem Geburtstag fing das an mit Weingelee und Marmelade gegen eine Spende für die Orgelsanierung“, erzählt Andrea Geiken. Um die 120 Euro seien damals mit einem Bauchladen voll Gläser zusammen gekommen.

Eigenmittelbeitrag liegt bei 11648 Euro

„Dann ging es weiter mit Kollekten in der Kirche und Veranstaltungen im Ort“, so die Frau des Pastors. Der Männergesangverein (MGV) Waldesgrün gab ein Benefizkonzert und mittlerweile liegt der Eigenmittelbeitrag bei 11648 Euro, so Pastor Geiken. „Wir sind ein kleiner Ort und es ist beeindruckend, wie viel Geld wir schon zusammen bekommen haben“, sagt auch Robert Meters, erster Vorsitzender des MGV.

Die Orgel wäre auch für den MGV interessant. „Wir könnten mit ihr neues gestalten und separate Konzerte in der Kirche anbieten“, sagt Meters. Die Kirche wird häufiger für Veranstaltungen genutzt, im Winter würde beispielsweise eine Leinwand aufgehängt und zusammen Feuerzangenbowle geschaut und getrunken. Auch dabei kamen Spenden zusammen. „Das wiederholen wir auch dieses Jahr“, kündigt Geiken an.

Von Lea Lang

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