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Radolfshausen Verkehrserziehung im Kindergarten Seeburg
Die Region Radolfshausen Verkehrserziehung im Kindergarten Seeburg
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00:22 24.03.2019
Die Verkehrswacht Gieboldehausen ist mit verschiedenen Angeboten im Kindergarten Seeburg zu Gast. Hier zeigt Jürgen Schwarz den Kindern am Gurtschlitten, was passiert, wenn ein Wagen abrupt zum Stehen kommt und man nicht angeschnallt ist – Puppe Frieda fliegt aus dem Sitz auf die Kinder zu. Quelle: Niklas Richter
Gieboldehausen

„Seit einigen Jahren gehen wir regelmäßig in Kindergärten“, sagte Uwe Sommer, Vorsitzender der Verkehrswacht Gieboldehausen, während er im Bewegungsraum im Kindergarten St. Martin Seeburg letzte Vorbereitungen für den Verkehrssicherheitstag traf. Auf dem Boden symbolisierten Klebestreifen eine Straße, an der Fensterfront hatte Sommer hüfthohe Verkehrsschilder und eine Ampel aufgebaut. Sommers Mitstreiter von der Osteroder Verkehrswacht, Jürgen Schwarz, bezog mit einem Gutschlitten-Anhänger vor dem Eingang. Die Abstellkammer des Kindergartens wurde zum Dunkelraum umfunktioniert und im Garten war ein Bewegungsparcours aufgebaut.

Sommer ist ausgebildeter Moderator für das Verkehrswacht-Programm „Kinder im Straßenverkehr“. Verkehrssicherheitstage wie am Donnerstag in Seeburg würden vorwiegend in der Samtgemeinde Gieboldehausen, auf Nachfrage aber auch in den Nachbarkommunen im Eichsfeld durchgeführt. Zuletzt 2014 gab es einen Verkehrssicherheitstag, berichtete Margarita Reinhardt, Leiterin der Einrichtung. „Wir wollen das regelmäßig machen“, sagte sie, denn es sei gut und sinnvoll, Kinder zu sensibilisieren.

Eindrucksvolle Demonstration mit Puppen auf Gurtschlitten

Die Kinder würden heute meist mit dem Auto gebracht, sagte Reinhardt. Am Donnerstag lernten die Kinder unter anderem auch, wie wichtig es ist, dass man sich im Auto immer anschnallt. Am Gurtschlitten-Anhänger demonstrierte Schwarz den Kindern, was bei einem Aufprall sonst passiert. Auf den Kindersitzen des Schlittens saßen die Puppen Friedolin und Frieda. Friedolin war angeschnallt, Frieda nicht. Und als Schwarz den Schlitten mit einem Tempo von etwa zehn Stundenkilometern abrupt stoppen ließ, flog Frieda im hohen Bogen auf die staunenden Kinder zu. Ein Junge fragte sichtlich beeindruckt und besorgt: „Müssen wir da jetzt echt drauf?“ Natürlich nicht, versicherte der Mann von der Verkehrswacht. „Aber wenn ihr das nächste Mal im Auto mitfahrt, und Mama oder Papa schnallen sich nicht an, dann sprecht sie darauf an“, sagte Schwarz.

Spielerisch vermittelte das Team der Verkehrswacht den Seeburger Kindern auch, dass sie auf dem Fahrrad Helm tragen sollten. Ein Sturz ohne Helm könnte böse ausgehen, verdeutlichte Sommer den Kindern anhand einer Melone. Und auch Holger Leichtfuß und Peter Klug mussten bei dieser Demonstration herhalten – zwei mit Gesichtern bemalte, hartgekochte Eier. Peter Klug überstand dank Mini-Styroporhelm den Sturz unbeschadet.

Im Dunkelraum umfunktionierten Abstellkammer stellten die Kinder fest, dass der schwarz gekleidete Mann mit Darth-Vader-Maske und schwarzer Aktentasche vor der schwarzen Wolldecke im Dunkeln eigentlich nicht zu sehen ist, während die Leuchtweste und der Schulranzen mit Reflektoren daneben im Schein der Taschenlampe auffielen. Selbst aktiv werden konnten die Vorschulkinder beim Bewegungsparcours, wo sie an verschiedenen Stationen unter anderem ihr Gleichgewicht unter Beweis stellen sollten.

„Blaue Schilder sind ganz freundlich“

Schließlich erklärte Sommer den Kindern im Bewegungsraum, wie sie sicher eine Straße überqueren können, wie sie sich am Zebrastreifen verhalten sollen und worauf sie sonst noch so alles im Straßenverkehr achten müssen – dem Alter der Kinder entsprechend dargeboten. Auch lernten die Seeburger Kinder die Bedeutung von Verkehrszeichen anhand ihrer Farbe und Form zu unterscheiden. „Blaue Schilder sind ganz freundlich“, sagte Sommer, „denn da ist etwas erlaubt.“ Rote Schilder bedeuteten hingegen „Achtung, aufpassen“.

Zum Abschluss des Verkehrssicherheitstages wurden dann auch noch die Eltern vom Verkehrswacht-Team für richtiges Verhalten in der Rolle als Vorbild sensibilisiert und auf konkrete Gefahrensituationen im Alltag hingewiesen.

Die Deutsche Verkehrswacht (DVW) zählt eigenen Angaben zufolge zu den ältesten und größten Bürgerinitiativen Deutschlands. Gegründet wurde sie 1942 mit dem Ziel, die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen. Heute engagieren sich mehr als 60000 Menschen ehrenamtlich. Die DVW vereint unter ihrem Dach 16 Landesverkehrswachten, in denen sind wiederum etwa 600 Gebiets-, Orts- und Kreisverkehrswachten sind. Die Landesverkehrswacht Niedersachsen wurde 1950 gegründet und zählte 2014 landesweit 110 Orts- und Kreisverkehrswachten. Südniedersachsen zählt zur Region Braunschweig Süd. Hier sind 18 Verkehrswachten vor Ort aktiv. Zu den Aktivitäten der Verkehrwachten zählen unter anderem Fortbildungsangebote für Lehrer und Erzieher, aber auch Verkehrssicherheitstage für junge Fahrer, Senioren, Fahrradfahrer und Kindergartenkinder, dazu Sicherheitstrainings für Motorrad- und Autofahrer.

Von Britta Eichner-Ramm

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