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Rosdorf Entschärfung in Rosdorf: Bombe wurde kontrolliert gesprengt
Die Region Rosdorf Entschärfung in Rosdorf: Bombe wurde kontrolliert gesprengt
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15:22 15.11.2019
Bombenentschärfung in Rosdorf: Fundort im Gewerbegebiet. Quelle: Willing/Feuerwehr Rosdorf
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Rosdorf

Ein Blindgänger wird am Freitag auf der Gewerbefläche an der Kreisstraße 50 bei Rosdorf entschärft. Die Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg war bei Erschließungsarbeiten entdeckt worden. Seit Freitagmorgen sind Einsatzkräfte der Feuerwehr, Polizei und der Gemeinde Rosdorf sowie der Kampfmittelbeseitigungsdienst im Einsatz.

Christian Henkel , Pressesprecher der Gemeindefeuerwehr Rosdorf, zur Situation am Freitagmorgen:

Ein Radius von 500 Metern um den Fundort wird aus Sicherheitsgründen evakuiert. Dafür sorgen Einsatzkräfte der Polizei, Feuerwehr und der Gemeinde Rosdorf. Nach einer kurzen Einsatzbesprechung durch Gemeindebrandmeister Martin Willing Und Jörg Kaufmann vom Fachbereich Ordnung der Gemeinde Rosdorf haben die rund 50 Einsatzkräfte am Morgen ihre Posten bezogen. Der Fundort der Bombe ist in einem Umkreis von 500 Metern bereits abgesperrt.

Der Tag in Bildern:

In einem Gewerbegebiet bei Rosdorf wird eine 250-Kilogramm-Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg entschärft.

Inzwischen ist auch der Kampfmittelräumdienst am Fundort der Fliegerbombe eingetroffen. Um 9.37 Uhr beginnt der Sprengmeister mit seiner Arbeit. Die Bombe liegt in etwa 1,2 Metern Tiefe. Ein Meter Erde wird mit einem Bagger abgetragen. Der Rest von Hand. Indes verschafft sich Rosdorfs Bürgermeister Sören Steinberg (SPD) von der Einsatzleitstelle aus per Drohne und Brille einen Überblick von der Fundstelle.

500- statt 250-Kilo-Bombe?

Am Vormittag dann die Meldung: Statt 250 Kilogramm solle der Blindgänger 500 Kilogramm wiegen – und enthalte demnach auch mehr Sprengstoff als erwartet. Später wird diese Meldung allerdings korrigiert. Es solle jedoch bei einem 500 Meter-Evakuierungsradius bleiben, sagt Gemeindebrandmeister Martin Willing. Es laufe auf eine kontrollierte Sprengung hinaus. Statt der veranschlagten 24 Kubikmeter Wasser benötige die Feuerwehr 40 Kubikmeter oder mehr, um die Sprengung zu dämmen, so Willing. Die Entschärfung werde sich entsprechend hinauszögern. Woher das Wasser kommen soll, steht schnell fest: 30.000 Liter liefert der Maschinenring Rosdorf, 20.000 Liter ein Rosdorfer Landwirt.

Gemeindebrandmeister Martin Willing zur Lageänderung:

Weitere Verzögerung

Am frühen Nachmittag wird der Termin erneut mehrfach verschoben. Letzter Termin: 15.05 Uhr. Bei dem ersten Versuch stellt sich heraus, dass die Funkauslösung für die Sprengkapsel nicht funktioniert. Um 15.15 Uhr dann endlich die erlösende Nachricht: Die Bombe wurde kontrolliert gesprengt.

Auch die Erkenntnisse zur Bombe sind am Nachmittag neue. Demnach soll es sich doch um eine 250 Kilo Bombe und nicht – wie zuletzt vermutet – um eine 500 Kilogramm-Bombe handeln. Nach Angaben von Gemeindebrandmeister Martin Willing handelt es sich bei der gefundenen Bombe um eine amerikanische Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese ist normalerweise bestückt mit 121 Kilogramm TNT. Derzeit befinden sich noch 20 Kilogramm davon in der Bombe.

Weil der Zünder so stark deformiert ist, hat der Sprengmeister entschieden, die Bombe kontrolliert zu sprengen. Der noch in der Bombe befindliche Sprengstoff sei „gerade so an der Grenze“, dass der Schutzradios nicht ausgedehnt werden müsse. Zum Zeitpunkt der Sprengung soll aber die Straße kurzzeitig für den Verkehr gesperrt werden. Zwei Wasserbecken mit je 24.000 Liter Wasser stehen bereit.

Die Anzahl der Rettungskräfte ist indes um einen weiteren Rettungswagen und einen Notarzt erhöht worden. Eine Baustelle in der Nähe des Bombenfundortes wird von der Polizei geräumt – auch wenn sie außerhalb des 500-Meter-Sicherheitsradius’ liegt. In an den Sperrbereich angrenzenden Hallen von Zufall und Sartorius kann innen weiter gearbeitet werden. Anlieferverkehr ist aber nicht möglich. Lastwagen werden umgeleitet. Viele Fahrer halten sich im Feuerwehrhaus Rosdorf auf.

Sperrung der Kreisstraße

Betroffen von der Evakuierung sind umliegenden Betriebe im Gewerbegebiet sowie neun Anliegerwohnungen. Auch die Kreisstraße 50 zwischen dem Ziegeleikreisel und dem Kreisel Siekanger/Gewerbegebiet bleibt wegen der Entschärfung am Freitag ab 9 gesperrt, teilte die Gemeindeverwaltung Rosdorf mit.

Mehr in Kürze.

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Von mib/pek/vsz

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