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Rosdorf Bürger spenden Bäume für Lehrpfad am Wartberg
Die Region Rosdorf Bürger spenden Bäume für Lehrpfad am Wartberg
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14:00 19.06.2019
Blumenberg, Hempfing und Schütze (v.l.) sind treibende Kräfte hinter der Halballee. Quelle: Kuno Mahnkopf
Rosdorf

Halbe Sachen schätzt man in Rosdorf eigentlich nicht. Eine Ausnahme bildet die sogenannte Halballee südlich des Wartberges. Aber auch die zielt aufs Ganze ab. An der Wiesenfläche vorm Waldrand sind im Frühjahr von Rosdorfern gespendete Bäume – jeweils der Baum des Jahres von 1989 bis heute – gepflanzt worden. Eine Allee mit beidseitigem Baumbestand war nicht drin, weil die Fläche auf der anderen Seite des asphaltierten Feldwegs Privateigentum ist und landwirtschaftlich genutzt wird.

Am Wartberg bei Rosdorf ist eine Halballee mit Bäumen des Jahres und Lehrtafeln angelegt worden Quelle: Kuno Mahnkopf

Das hat auch einen Vorteil. Von den Sitzbänken am frisch gepflanzten Baum-Lehrpfad bietet sich ein Panoramablick von den Gleichen bis Sieboldshausen. Alle Bäume sind mit professionellen farbigen Lehrtafeln versehen, die Bandbreite reicht von Allerweltsbäumen bis zu eher seltenen Baumarten, von der Schwarzerle bis zur Weißtanne, von der Waldkiefer bis zur Walnuss, vom Speierling bis zum Spitzahorn. Die mehr als 600 Meter lange Baumreihe folgt der Zeitachse des jeweiligen Baumes des Jahres von 1989 (Stieleiche) bis 2019 (Flatter-Ulme). Fortsetzung folgt. Auch die jeweiligen Stifter sind namentlich verewigt. Als das erste Mai-Grün spross, konnten sie ihre Bäume bei einer kleinen Feier zum Abschluss der Pflanzaktion schnell finden.

Spendenfreudige Baumpaten

Für die Halballee am Wartberg mit 31 Bäumen des Jahres und mehreren Ginkgos als Jahrtausendbäume sind nach Angaben von Ortsbürgermeister Bernd Schütze etwa 17 000 Euro Kosten angefallen. 7000 Euro habe der Ortsrat beigesteuert, 10 000 Euro die Baumpaten. Zu den Sponsoren gehören viele Rosdorfer Familien, aber auch Einzelspender, Gewerbetreibende und Firmen. Der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Ehbrecht hat ebenso einen Baum gespendet wie die Rosdorfer Ortsverbände von CDU, SPD und Grünen, die Realgemeinde sowie der Musik- und Wanderverein „Frisch auf“. ku

Baumlehrpfad mit vielen Infos  

Rosdorf gehört zum Göttinger Speckgürtel und ist in Teilen schon verstädtert. Bäume stehen dort aber hoch im Kurs – nicht nur bei Arboristikern. Schon seit Jahren wird via Stimmzettel im Gemeindeblatt ein Voting für das Ortsbild prägende alte Bäume – den Rosdorfer Baum des Jahres – durchgeführt, die Baum-Arbeitsgemeinschaft des Ortsrates hat sowohl den Altbestand als auch das neue Projekt im Blick. Das Herz geblutet hat Ortsheimatpfleger Manfred Hempfing, als 2014 die mächtige Rotbuche im Park der ehemaligen Möbelfabrik Reitemeier gefällt wurde. Der 79-jährige Baumfreund und Bundesverdienstkreuzträger hat deshalb angeregt, alte Bäume prämieren zu lassen und neue zu pflanzen, auch um Kinder und Jugendliche an das Thema heranzuführen.

Blumenberg,Schütze und Hempfing (v.l.) freuen sich über Gingkos, die als Bäume des Jahrtausends gestiftet worden sind. Quelle: Kuno Mahnkopf

Mit seinem Vorschlag, am Wartberg eine Halballee als professionellen Baumlehrpfad anzulegen, hat dann Michael Blumenberg (CDU) offene Türen im Ortsrat eingerannt. Die Baum-AG habe die Idee weiterentwickelt, berichtet Ortsbürgermeister Bernd Schütze (SPD): „Es hat mich überrascht, wie schnell sich Spender für die Bäume gefunden haben.“ Die waren schließlich nicht alle gerade billig. So kostet der Baum des Jahrtausends, der eine Sonderstellung an der Halballee einnimmt, um die 500 Euro: Da sich gleich sieben Ginkgo-Spender gefunden haben, die Chronologie der Baumreihe aber nicht unterbrochen werden sollte, wurden sie zurückgesetzt in zwei Dreier-Gruppen gepflanzt, ein Solitär-Gingko an einen anderen Standort verfrachtet.

Fachfirma eingeschaltet

Die Anpflanzung, Bewässerung und Pflege der jungen Bäume hat der Ortsrat in professionelle Hände gegeben. Bei der Ausschreibung bekam die Rosdorfer Garten- und Landschaftsbaufirma Diehl den Zuschlag. Bis die Bäume angewachsen sind, gilt eine dreijährige Garantiezeit, dann werden sie sich selbst überlassen. Eigentlich sollte die Halballee schon im vergangenen Jahr gepflanzt werden, berichtet Hempfing. Im Nachhinein ist er erleichtert, dass das wegen des späten Termins und langer Auslieferungszeit für einige Baumarten nicht geklappt hat. So mussten die Bäume nicht unter dem Dürresommer 2018 leiden. Bislang wurde nur ein verdorrter Baum entdeckt, der ausgetauscht werden muss.

Auf Lehrtafeln werden die einzelnen Bäume vorgestellt. Quelle: Kuno Mahnkopf

Die Ruhebänke in der Baumreihe am Wartberg, der von natürlich gewachsenem Wald mit vielen Laubbaumarten bestanden ist, hat Hempfing mit weiteren Senioren aus dem Ort ergänzt. Auch ein Insektenhotel ist angedacht. Nur eine nicht ganz ernste Sorge treibt die Ortsratsmitglieder jetzt noch um: Dass Koniferen aus der Halballee von Baumfrevlern als Weihnachtsbaum zweckentfremdet werden könnten.

Von Kuno Mahnkopf

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