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Rosdorf Darum ist der Bahn-Haltepunkt in Rosdorf umstritten
Die Region Rosdorf Darum ist der Bahn-Haltepunkt in Rosdorf umstritten
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11:08 16.12.2019
Noch rauscht der Cantus durch. Quelle: Christina Hinzmann
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Rosdorf

Dass es rumort im Ort, hat auch Bürgermeister Sören Steinberg (SPD) schon vernommen. „Auf Geburtstagen und anderen Veranstaltungen“ äußerten die Gegner der Entscheidung zur Reaktivierung des Bahn-Haltepunktes in Rosdorf ihre Bedenken. „Ich kann die Kritiker verstehen“, sagt Steinberg – erklärt aber auch, dass es viele Angebote an die Kritiker gegeben habe, ihre Vorbehalte zu äußern.

„Steuergelder in Millionenhöhe“

Einer, der sich jetzt zu Wort gemeldet hat, ist Manfred Hempfing. „Da sollen Steuergelder in Millionenhöhe in ein Projekt gesteckt werden, das absehbar nur von wenigen Personen angenommen wird“, meint der Ortsheimatpfleger und bekräftigt: „Bei jeder Zusammenkunft kommt das auf den Tisch. Mehr als 90 Prozent der Rosdorfer, mit denen man spricht, halten davon gar nichts.“

Hempfing prognostiziert, dass das Angebot, mit der Bahn nach Göttingen zu fahren, nicht angenommen wird. Der geplante Haltepunkt liege südlich außerhalb des Ortes. Wer mit dem Fahrrad unterwegs sei, könne auch gleich nach Göttingen starten, sagt er. „Schon heute fahren umweltbewusste Mitbürger je nach Alter und Gesundheit mit dem Fahrrad oder dem Bus direkt in die Innenstadt von Göttingen und werden auch in Zukunft nicht den Umweg über den Haltepunkt nehmen.“

Busverkehr für die umliegenden Dörfer verbessern

Lediglich für diejenigen, die zum Arbeiten nach Kassel führen, wäre der Haltepunkt in Rosdorf eine Erleichterung. Das allerdings seien nur wenige. Hempfing lenkt auch den Blick auf die Folgekosten. „Wenn der Haltepunkt steht, ist die Gemeinde zuständig.“ Das dafür notwendige Geld könnte laut Hempfing besser verteilt werden. Beispielsweise könnte damit der Busverkehr für die umliegenden Dörfer verbessert werden.

Bürgermeister Steinberg hingegen nennt als wichtigstes Argument für die Entscheidung für den Haltepunkt, dass der Gemeinde zuerst einmal keine Kosten entstehen. 2,4 Millionen Euro soll das Projekt kosten. 75 Prozent davon übernimmt das Land. Ursprünglich sollte Rosdorf 25 Prozent der Kosten tragen, berichtet Steinberg. Doch die Bahn sei zu der Überzeugung gelangt, dass sich der Haltepunkt wirtschaftlich betreiben lasse und übernimmt nun dieses Viertel. Der Rat sei zu der Auffassung gelangt: „Die Folgekosten werden wir schon stemmen.“

Weniger Parkplätze in Göttingen

Steinberg sagt auch: Wir wissen alle nicht, wie sich der Individualverkehr entwickelt.“ Göttingen beispielsweise reduziere Parkplätze, sodass die Fahrt mit der Bahn künftig sinnvoll sein könnte. Auch könnte das Autofahren so teuer werden, dass viele Menschen künftig vielleicht ihr Fahrzeug eher stehen ließen. Für ihn überwiegen die positiven Aspekte eines neuen Haltepunktes. Auch wenn ihm klar ist, dass die wenigstens Rosdorfer zu Fuß dorthin gehen werden. Es habe aber keine Alternative an anderer Stelle gegeben.

Die Entscheidung allerdings ist gefallen. „Man wird bei einem solchen Thema nie alle unter einen Hut bekommen“, sagt der Bürgermeister. Viele junge Leute würden die Entscheidung begrüßen, bei den Älteren überwiege die Skepsis. „Für manche ist es schwierig, Veränderungen mit zu tragen.“

Busverkehr darauf einstellen

Jetzt gehe es laut Steinberg an die Umfeldplanung. Ihre Aufgabe sei es nun, den Busverkehr aus den Dörfern darauf einzustellen. Wann allerdings der Bau beginnt, ist derzeit noch völlig unklar.

Die Vorgeschichte

Neben Rosdorf hatte sich auch Obernjesa um einen Haltepunkt beworben. Das allerdings war an der geringen Einwohnerzahl im Einzugsgebiet gescheitert. Die Bahnlinie zwischen Göttingen und Friedland wurde 1867 gebaut, allerdings auf der Trasse Eisenbahnstraße/Kiesseestraße und Flüthedamm, hat der Rosdorfer Ortsheimatpfleger in einer Chronik geschildert. Rosdorf sei so immerhin in die Nähe des Schienenverkehrs gekommen. Im Mai 1895 erhielt der Ort dann eine Haltestelle. Die Statistik belegt danach eine positive Entwicklung. Mehr Menschen, mehr Güter, mehr Vieh wurde transportiert. Der zunehmende Schnellzugverkehr machte es notwendig, die Trasse aus der Stadt heraus zu verlegen. 1922 dann fuhr der erste Zug auf der neuen Strecke. 1963 dann wurde der Reisezugverkehr eingestellt. Auch die Güter wurden per Lkw über die Straßen transportiert.

Das ging der Entscheidung voraus:

Von Peter Krüger-Lenz

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