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Rosdorf Logistiker am Siekanger interessiert
Die Region Rosdorf Logistiker am Siekanger interessiert
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00:30 27.04.2018
im Rosdorfer Gewerbegebiet Siekanger ist noch reichlich Platz. Quelle: scharf
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Rosdorf

Auf der Tagesordnung standen Änderungen der Bebauungspläne Siekanger Mitte und Siekanger Ost. „Wir wollen die alten Pläne an die aktuelle Rechtslage anpassen und die Flächen für Investoren attraktiver machen“, erläuterte Verwaltungsmitarbeiter Karsten Rindermann. Bis zu 20 Meter hohe Hallen könnten auf der 160000 Quadratmeter großen Fläche errichtet werden. Das Regenrückhaltebecken falle kleiner aus als bisher geplant. Erstmals gebe es Auflagen hinsichtlich des Lärms.

Bisher keine Proteste der Bürger

Keine Proteste, nicht einmal kritische Nachfragen habe es bisher gegeben, wunderte sich Christian Frölich (CDU), der Vorsitzende des Bauauschusses. Das sei „vor 20 Jahren“ bei der Grundsatzentscheidung anders gewesen. Vielleicht sei den Rosdorfern heute bewusst, dass die Flächen vom Ortskern aus nicht zu sehen seien, vermutete Bürgermeister Steinberg. „Vielen Bürgern ist nicht bewusst, was da auf sie zukommt“, erklärte hingegen Harald Merker (GuT).

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Brüssel könnte Großteil der Erschließungskosten übernehmen

Die Gemeinde wolle für die Erschließung der Fläche Fördermittel der Europäischen Union beantragen, führte Steinberg aus. Hans-Peter Wyderka, beratendes Mitglied des Bauausschusses, habe die Gemeinde auf den Fördertopf aufmerksam gemacht. Brüssel werde 82,5 Prozent der Kosten übernehmen. Offiziell dienten die Mittel zur Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes. Die Förderung helfe bei der Vermarktung der Flächen. Die Erschließung einer Hanglage verursache Mehrkosten. Zudem hätten bisher Nachbarkommunen wie Bovenden in der Area 3 Flächen günstiger angeboten.

„Künstler der Steuervermeidung“

Warum sollte Rosdorf einem großen Unternehmen Fördergelder besorgen?, wollte Dieter Eikenberg (Gut) wissen. Konzerne seien oft „Künstler der Steuervermeidung“. Die Arbeitsplätze, die ein Logistiker schaffe, seien zudem meistens schlecht bezahlt. Außerdem verursache er deutlich mehr Lkw-Verkehr Richtung Göttingen.

Verkauf würde Gemeinde Geld einbringen

„Der Verkauf würde auf einen Schlag sehr viel Geld in die Gemeindekasse spülen“, räumte Eikenberg ein. Das würde die Umsetzung anstehender Bauprojekte erleichtern. Dennoch sprach er sich für eine „Parzellierung der Fläche“ aus. So biete die Gemeinde Mittelständlern der Region Erweiterungsmöglichkeiten.

Das ärgerte den Bauausschussvorsitzenden. Seit 20 Jahren würde die Gemeinde die Flächen aufgrund der hohen Erschließungskosten nicht los, erklärte Frölich. Die seit Jahren gute Konjunktur werde irgendwann auch wieder einbrechen, warnte Steinberg. Rosdorf solle die günstige Gelegenheit jetzt nutzen. Während der Abstimmung nahm der Rat die Änderungen mit zwei Gegenstimmen (Eikenberg, Merker) an.

Kinder- und Jugendbeirat

Der Rat befasste sich zudem mit der Einrichtung eines Kinder- und Jugendbeirats. Das hatte die Gruppe Grüne und Die Linke in einem Antrag gefordert. Dem Gremium sollten Vertreter des Kinder- und Jugendbüros, Jugendpfleger aus den Ortschaften Vereins- und Ratsmitglieder angehören, erläuterte Ursula Barking (Grüne). So könne die Gemeinde besser auf die Bedürfnisse junger Menschen eingehen und der Politikverdrossenheit entgegenwirken.

Rat will erst einmal Ideen sammeln

Für einen Beirat gab es im Rat jedoch keine Mehrheit. Junge Menschen seien nach und nach an die politische Arbeit heranzuführen, erklärte Bernd Schütze (SPD). Mit der Gründung eines Beirats „presse“ man sie in Strukturen „hinein“, die ihnen fremd seien. Frölich erinnerte an einen ähnlichen Antrag von 2012, mit dem die Gemeinde „auf die Nase gefallen“ sei. Frölich forderte Gespräche mit Vereinen, die sich in der Jugendarbeit engagierten, zu suchen. Gemeinsam solle man überlegen, wie sich junge Menschen in politische Prozesse einbinden ließen. Am Ende fand ein GuT-Antrag die Mehrheit. Danach hat der Rat zwölf Monate lang Zeit, Ideen für eine bessere Jugendbeteiligung zu sammeln.

Von Michael Caspar

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