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Rosdorf Kaninchen: Die Prämierung ist eine Wissenschaft für sich
Die Region Rosdorf Kaninchen: Die Prämierung ist eine Wissenschaft für sich
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19:10 01.11.2019
Kaninchenausstellung in Rosdorf: Dr. Wolfgang Hippe aus Duderstadt prüft Deutsche Riesen, Blaue Wiener und hasenfarbige Riesen. Quelle: Tobias Christ
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Rosdorf

Angora oder Blauer Wiener, Zwerg oder Deutscher Riese? Bei der allgemeinen Kaninchenschau des Vereins F128 Rosdorf gibt es im örtlichen Gemeindezentrum etwa 120 Tiere zu sehen und zu fühlen. Bereits zum fünften Mal treffen sich die Züchter in Rosdorf, um ihre Kaninchen prämieren zu lassen.

Dabei gibt es viel zu begutachten – vor allem für die drei Preisrichter Dr. Wilhelm Hippe aus Duderstadt, Holger Bierschenk aus Kassel und Alfred Bosold aus Großalmerode. Gleich das erste Tier, das F128-Mitglied Thomas Mennecke auf den Tisch der Jury hebt, ist ein richtiges Schwergewicht: Es handelt sich um ein Deutsches Riesenkaninchen. 8,5 Kilogramm bringt der Rammler auf die Waage, „das ist gut“, sagt Hippe, der das Tier anschließend einer ausgiebigen Untersuchung unterzieht.

Schwergewicht: Der Deutsche Riese. Quelle: Tobias Christ

Fellfarbe und -qualität entscheiden mit

Dem Tierarzt merkt man seine 20-jährige Jury-Erfahrung im Umgang mit dem Riesenkaninchen an. Gewicht ist nur ein Bewertungskriterium, auch für die Körperform, Fellqualität und -dichte sowie die Qualität der Blume – des Schwanzes – sowie Deckfarbe und Schattierung werden auf Herz und Nieren überprüft. Dabei bleiben die Tiere und ihre Züchter anonym: „Anhand einer Nummer im Ohr können wir nur den Wurf und den Geburtsmonat zuordnen“, erklärt Hippe. Die Tätowierung werde gesetzt, wenn die Kaninchen sehr jung sind, „davon merken sie nichts“. Bis zu zehn Jahre können die Langohren alt werden. A propos Ohren: Die sind bei den Riesen besonders ausgeprägt, Meister Lampe sitzt in Habachtstellung mit hochaufgerichteten Löffeln auf dem Prämiertisch.

Doch wenn den Tieren etwas nicht gefällt, wehren sie sich, zappeln und strampeln, sodass Hippe alle Hände voll zu tun hat, um das etwa einen halben Meter lange Kaninchen unter Kontrolle zu halten. Das sei auch ein Grund, weshalb sich Privatpersonen meist kleinere Rassen zulegen, meint Mennecke: „Die Großen machen viel Arbeit und auch viel Mist. Sie sind schwer zu handhaben.“ Früher sei das anderes gewesen, da standen wirtschaftliche Interessen im Vordergrund, schließlich wurden die Tiere auch zum Verzehr gezüchtet.

Kaninchenausstellung in Rosdorf: Dr. Wolfgang Hippe aus Duderstadt prüft Deutsche Riesen. Quelle: Tobias Christ

Das Widderkaninchen ist ein ruhiger Vertreter

Nach der Überprüfung geht es für den Rammler wieder zurück in seinen Käfig, das nächste Exemplar ist an der Reihe. Diesmal ist es eine Häsin, ein Widderkaninchen. Das besondere Merkmal der Rasse: Die Tiere lassen die Ohren hängen. Deshalb gebe es unter Kaninchenzüchtern auch den Spruch „Wer Hunger hat, Ohren hoch“, ruft Bierschenk vom Nebentisch.

So temperamentvoll wie der Deutsche Riese ist der Fünf-Kilo-Widder nicht. Seelenruhig lässt sich das Kaninchen streicheln, eher interessiert als ängstlich beschnuppert es Tisch und Preisrichter. „Die kleineren Rassen sind meist lebhafter“, erläutert Mennecke. Bei dem Blauen Wiener mit dem grau-blauen Fell, der nun auf dem Tisch sitzt, entdeckt Hippe mikroskopisch kleine, weiße Haare: „Das ist nicht so schön“, sagt er, bevor er seine Note vergibt. „Die Prämierung ist eine Wissenschaft für sich“, fügt Mennecke hinzu.

Am Ende des Tages streben die Züchter nach dem Prädikat „vorzüglich“, das nahe an der Idealpunktzahl von 100 liegt. Danach kommen „hervorragend“, „sehr gut“ und „gut“. Dabei müssten die Züchter, die aus dem Verein F128 und dem Göttinger Umland kommen, manchmal auch schlechtere Noten akzeptieren. Preise werden für verschiedene Zuchtgruppen mit je vier Tieren und das beste Kaninchen der Schau vergeben.

Das Widderkaninchen lässt die Ohren hängen. Quelle: Tobias Christ

Die Kaninchenschau ist am Sonnabend und Sonntag, 2. und 3. November, von 10 bis 17 Uhr für den Besuch geöffnet. Kinder haben freien Eintritt.

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Von Tobias Christ

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