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Rosdorf Der heiße Job von Marco Haberlandt
Die Region Rosdorf Der heiße Job von Marco Haberlandt
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16:30 24.07.2019
Der Herr der Süßigkeiten: Marco Haberlandt in seinem Kiosk im Rosdorfer Freibad. Quelle: Peter Krüger-Lenz
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Rosdorf

Morgens um zehn ist es noch ruhig im Rosdorfer Freibad. Haberlandt hat seinen Kiosk gerade geöffnet. Zehn Stunden dauert sein Tag in seinem Verkaufshäuschen, am Wochenende nur neun. Warme Küche gibt es erst ab 11 Uhr. „Das schaffe ich vorher nicht, wenn außerhalb der Ferien Schulklassen hier sind“, sagt Haberlandt. Dann gibt er erst mal Süßigkeitentüten heraus, ein Freibadklassiker.

Als die ersten Nachfragen von einem Großvater nach Pommes für seinen Enkel schon vor 10.30 Uhr kommen, geht der Chef natürlich doch zur Fritteuse in die blitzblanke Küche und bereitet den nächsten Freibadklassiker zu. Heiß ist es hier, doch nicht übermäßig. Ein Fenster steht offen, ein Ventilator sorgt für Luftumwälzung. Wie erträgt er die Temperaturen so dicht am heißen Fett? Haberlandts Devise: „Einfach machen.“ Dann bestellt ein Badstammgast eine Bockwurst. „Die ist noch nicht richtig heißt“, sagt Haberlandt und beschleunigt dann das Erhitzen.

„Eine logistische Herausforderung“

Haberlandt ist im Rosdorfer Freibad aufgewachsen. 28 Jahre lang war sein Vater Detlev Schwimmmeister in dem Bad. Inzwischen kommen schon die Kinder von Marco ins Bad, seine elfjährige Tochter immer, wenn es geht, sein 14-jähriger Sohn nicht mehr ganz so häufig, sagt Marco Haberlandt.

Seine Vorgängerin im Kiosk habe ihn gefragt, ob er nicht aushelfen könne, erklärt Haberlandt. Als sie dann aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste, übernahm er den kleinen Laden. Zwischendurch habe er auch den Kiosk im Weender Freibad betrieben, „ein Jahr lang sogar gleichzeitig – eine logistische Herausforderung“. Die Einkäufe aus dem Großmarkt noch vor dem Kioskbetrieb zu verteilen, sei schwierig gewesen.

Töpfe aus Porzellan

Seit Beginn seiner Arbeit im Kiosk habe er das Programm nicht geändert, erklärt Haberlandt. Nur hin und wieder habe er etwas ins Sortiment genommen. Kaffee gibt er in Porzellantöpfen aus, ebenso wie Cappuccino, Café Latte und andere Spezialitäten. Konsequent hat er Plastik aus seinem Geschäft verbannt. Strohhalme sind jetzt aus Papier gefertigt.

Zubereitung des Klassikers

Pommes gibt es bei Haberlandt von Beginn an gekühlt, nicht tiefgefroren. Zwar wechsele er täglich das Frittenfett, doch die gefrorenen Kartoffelstäbchen würden das Öl verwässern. „Es fängt an zu qualmen, es fängt an zu stinken.“ Eine seiner Spezialitäten ist Spaghetti Bolognese. „Die mache ich jeden Tag frisch.“

150 Kilogramm Kartoffelstäbchen

Dann geht die Hintertür auf und Vater Detlev Haberlandt kommt herein, um eine kleine Lieferung zu bringen. Er habe gerade im Radio gehört, dass ein Kiosk in Osnabrück 400 Kilogramm Pommes bestellt habe, nur für heute. Marco Haberlandt hat mit 150 Kilogramm geplant. Immer noch viele Schalen mit Kartoffelstangen. Die lagert er in einem kleinen Kühlraum. Drei Grad Celsius misst er mit seinem Thermometer. „In den Jahren, in denen ich das jetzt mache, ist es nicht einmal vorgekommen, dass keine Pommes da waren.“

Schwieriger ist es, Personal zu bekommen. Ein Problem seien die unregelmäßigen Arbeitszeiten. Bis zu vier Aushilfen beschäftigt Haberlandt, auch seine Ehefrau hilft mit, wenn ihre Arbeit als Hauswirtschafterin es zulässt. Selbst Rentner Detlev Haberlandt springt ein, wenn Not am Mann ist. Die letzten beiden Mitarbeiter habe er diesmal erst mit dem Start der Saison gehabt, erläutert der Chef.

Glatte oder geriffelte Pommes?

Ein wenig unzufrieden ist er auch mit dem Saisonverlauf. „Der Mai war Mist, der Juni okay, und im Juli wird es erst jetzt wieder schön. Kein Vergleich mit dem Sommer 2018, ein Jahrhundertsommer. Sein Vater pflichtet ihm bei. In 35 Jahren als Bademeister habe er so etwas nicht erlebt.

Zum Schluss lüftet Marco Haberlandt noch ein Geheimnis um die geriffelten Pommes. Warum er die verarbeite und nicht die glatten? „Sie fallen durch die Riffelung nicht so leicht herunter.“

Das Rosdorfer Freibad

Das Freibad in Rosdorf, Siekweg 5, ist montags bis freitags von 6.30 bis 20 Uhr geöffnet, an den Wochenenden und an Feiertagen von 8.30 bis 19 Uhr. Die Wassertemperatur beträgt 24 Grad Celsius. Die Saison geht von Anfang Mai bis Mitte September. Eine Einzelkarte kostet 3,50 Euro, ab 18 Uhr nur noch 1,80 Euro. Ein ermäßigtes Ticket kostet 1,80 Euro, ab 18Uhr 1,60 Euro. Für eine Zehnerkarte werden 32 Euro fällig, ermäßigt 16 Euro. Für eine Saisonkarte zahlen Erwachsene 110 Euro, ermäßigt gibt es sie für 55 Euro. Für Schüler gibt es eine Ferienkarte. Sie kostet 17 Euro.

Im Badgibt es ein Sprungbecken mit Ein- und Drei-Meter-Brett. Im Sportbecken liegen fünf 50-Meter-Bahnen nebeneinander. Eine Rutsche reicht ins 25 Meter lange Nichtschwimmerbecken. Eine Rutsche gibt es auch im Kleinkinderbecken mit einer Wassertiefe von 40 Zentimetern. Wer ein wenig Sport treiben will, findet im Bad eine Tischtennisplatte, einen Basketballkorb, eine Beachhandball- und Volleyballanlage. Für die kleineren Besucher ist ein Spielplatz mit Sankasten und Rutsche angelegt: Und: Es gibt freies Wlan auf dem Freibadgelände. pek

Von Peter Krüger-Lenz

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